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KURIER

Letztes Update am 03.08.2012, 14:25

Göttliche Grüße aus Griechenland. Im „Zeus“ verkauft der Grieche Peter Dimitrius Vutsaras Waren aus seiner Heimat – Urlaubsgefühle inklusive.

Er ist ein Grieche, wie so mancher Tourist ihn aus dem Urlaub kennt: freundlich, redselig, gutmütig und offenherzig. Peter Dimitrius Vutsaras importiert Olivenöl, Schmuck,  Naturkosmetika, Souvenirs und Keramik aus Griechenland. In seinem Laden "Zeus" im 17. Wiener Gemeindebezirk und im Online-Shop (www.zeus.co.at) steht die Ware zum Verkauf – mit sonnigen Grüßen aus  dem Urlaubsland.

Unternehmer statt Reiseleiter

Geboren in Griechenland, in Deutschland zur Schule gegangen, kehrte Vutsaras als Reiseleiter in sein Heimatland zurück. Auf dem Festland und verschiedenen Inseln war er tätig – bis er seine zukünftige Frau Gabi kennenlernte. Die Liebe zu ihr führte ihn 1985 nach Österreich. In den ersten Jahren verdiente der Grieche seinen Unterhalt mit Jobs in der Elektrobranche. 1999 eröffnete er dann seinen Laden. "Es war nicht so einfach, wie man es sich vorstellt", weiß Vutsaras heute.

Ein Mal im Jahr reist der Händler in sein Heimatland – stets auf der Suche nach neuen Waren, Qualität steht dabei an erster Stelle – nur die hochwertigsten Produkte halten seinem sorgfältigen Auswahlverfahren stand. Als ehemaliger Reiseleiter kennt er das Land ja auch ganz gut und weiß, wo man qualitative Ware findet. Eine Besonderheit in seinem Sortiment sind die Naturkosmetika aus Oliven und Mastix – einem Harz, das auf der Insel Chios aus Mastix-Bäumen gewonnen wird. Auch originäres Olivenöl steht in den Regalen: "Die Griechen machen alles mit Olivenöl", sagt er.  Neben handbemalten Keramik-Gefäßen stehen griechische Kochbücher, Steinfiguren und Naturschwämme  im Regal – es fehlt nur noch der Sand zwischen den Zehen und der Meersalz-Geruch in der Nase.

Griechische Mentalität

An Griechenland schätzt Vutsaras die Gastfreundschaft und Kontaktfreudigkeit – ein Kaffee reiche, um ins Plaudern zu kommen. Dafür komme man ohne dieses Plaudern und ohne Beziehungen dort beruflich nicht weiter – mit ein Grund fürs Auswandern. Kritisch sieht er den Lebensstil, das "nur von heute auf morgen Leben", ohne viel an die Zukunft zu denken. In Österreich handle man da vorausschauender, habe immer die Zukunft im Blick. Das gefällt ihm besser, sagt Vutsaras.

Das Krisenjahr 2008 war für den Händler das beste Jahr seit Langem. Ganz im Gegensatz zu seinem Heimatland, wo die Lage sich weiterhin verschlechtert, erzählt er: "Der Lebensstandard ist dort von einem Tag auf den anderen komplett eingebrochen."  Unvorstellbar sei die Situation für Österreicher. Auch die Familie des Griechen ist  betroffen.  "Mal sehen, wie es weitergeht", sagt Vutsaras leicht zweifelnd, aber doch hoffnungsvoll.

 

„Die größte Hürde war, akzeptiert zu werden“

Wieso das Ganze? Ich war alternativlos – mit über 40 Jahren war ich zu alt und zu überqualifiziert für den Arbeitsmarkt. Da hab’ ich mir einfach gedacht, ich mach’ mich selbstständig und hab’ meinen Laden eröffnet. Aber es war nicht so einfach, wie man es sich vorstellt.

Die größte Stütze? Meine Frau, denn sie hat mich immer unterstützt. Ohne meine Frau geht gar nichts – ich müsste wahrscheinlich zusperren.

Die größte Hürde?  Das ist schwierig zu sagen. (Überlegt) Vielleicht akzeptiert zu werden. Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis die hohe Qualität meiner Ware bei den Kunden angekommen  ist und akzeptiert worden ist.

Wohin soll’s gehen? Ich würde mir wünschen, dass eine gewisse Stabilität einkehrt. Im Moment schwankt alles zu sehr – an manchen Tagen läuft es brutal. Diese Unberechenbarkeit macht es schwierig, vor allem im Verkauf.

(kurier/Maria Derflinger) Erstellt am 02.08.2012, 16:46

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