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Die Optimierer

That’s it: Via Video wurden 250 Novartis-Mitarbeiter über deren Aus informiert.

KURIER/Semotan Michael Hufnagl DruckenSendenLeserbrief
Über das Reizwort "Managergehälter" werden die elf Männer des Board of Directors im Pharma-Konzern Novartis nur lächeln. Zum einen, weil heuer der Gewinn auf 7,8 Milliarden € verdoppelt wurde. Zum anderen, weil sie von den aus ihrer Sicht dennoch notwendigen Sparmaßnahmen kaum betroffen sind.

Die 250 Novartis-Mitarbeiter in Wien indes werden weniger fröhlich die Gläser auf die Konzern-Visionen erheben. Die im Wirtschaftsdeutsch nicht „Stellenabbau“ lauten, sondern "Strukturen schaffen". Also: Forschungsstandort auflassen, Menschen umschichten – alles im Sinne der „Know-how-Konzentration“. Und als wäre ein Sparprogramm namens "Initiative Forward" nicht zynisch genug, haben sich die Bosse auch noch einen vorweihnachtlichen Spezialeffekt einfallen lassen. Das Aus wurde den Betroffenen via Videobotschaft übermittelt. Mit dem lapidaren Schluss-Satz: "That’s it."

Jetzt wissen die Wirtschaftswachs-Figuren einmal mehr, was sie für die Optimierer in den Zentralen sind: Statistische Knetmasse. Denn galten einst die Verluste eines Unternehmens als Sparmotiv, so reichen heute nicht genug Gewinne, um mit Schicksalen zu jonglieren. Und was ist mit der Gewissenshygiene? Das wäre nicht nur für Novartis ein schönes Forschungsthema.

Artikel vom 19.12.2007 17:16 | KURIER | Michael Hufnagl


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