Freitag, 20. November 2009 | Schriftgröße: AAA

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KURIER.at auf Weltreise Weblog

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Das Indigene in die Gene

Mein Mexiko war alles: Klitzeklein und riesengroß. Alleine am Strand und mit 24 Millionen in der Stadt. Tourist sein und nicht.

KURIER.at/halbhuber Endlich Puerto Arista. 900 Einwohner verbringen die touristische Nebenstsaison damit, ihre Buden zu renovieren. Über das Fischerdorf an der mexikanischen Pazifikküste sagt Lonely Planet in gerade einmal sieben Zeilen, dass es hier schön ist. Und das ist gut so. Endlich weg vom unsichtbar sichtbaren Weg der Individualfreaks. Endlich allein mit 900 Einheimischen. Alleine im besten Hotel des Ortes, zum Angebotstarif von 17 Euro pro Nacht und Doppelzimmer. Alleine an den vier Hotelpools, den Hotelbar-Mann alleine für dich. Endlich Puerto Arista.

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Colorito locales, ein Irrtum

Der Lokalkolorit hat mich klein gekriegt. Zuerst tarnte er sich als Schnecke, dann als Vulkan. Ich hatte keine Chance.

KURIER.at/halbhuber Einem fremden Land, in dem eine fremde Sprache gesprochen wird, nähert man sich am intensivsten über das Essen. Kennt man einmal den Geschmack eines Volkes, bleiben kaum mehr Fragen offen. Also suche ich in Speisekarten das mir Unbekannte. Weiche jedem pollo aus, weil ich weiß, was Huhn auf Spanisch heißt. Ich aber will Lokalkolorit. Und bumm, da kann man einfahren.

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Huhn in Schokosauce

Man plant, einen Happen zu essen und plötzlich stellt der Kellner sechs Tequilla auf den Tisch. Willkommen in Guatemala.

KURIER.at/halbhuber Vielleicht erlebt man die Welt ja erst richtig, wenn man in Quezaltenango (plagen Sie sich nicht, die Einheimischen sagen Xelá dazu) zum Essen ein Restaurant betritt, in dem lokale Speisen geboten werden oder am Heimweg noch in den Schuppen einkehrt, in dem gerade die Livemusik aufgebaut wird. In erstem gibt es Huhn in Schokoladensauce, in zweitem trinkt man acht Tequilla. Willkommen in der Welt.

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A Tribute to the Stars

Michael Jackson ist besser als jedes Wörterbuch. Das wird den alten Völkerverbinder freuen.

KURIER.at/halbhuber Man kann sagen: Mittelamerika ist es mit dem Michael Jackson-Tribute ernster als es der Wiener Stadtregierung war. Der tote Popkönig dröhnt hier ständig und überall aus dem Radio, Dirty Diana beim desayuno, Thriller beim almuerza. Diese Verehrung kommt wahrscheinlich von der grundsätzlichen Musikbegeisterung: In den öffentlichen Bussen wird Musik gespielt, bevorzugt die Hits der 70er und 80er, ein bisschen wie Radio Wien.

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Nur zehn Minuten

Wegen der Nähe zum Äquator gibt es in Mittelamerika nur zehn Minuten Dämmerung. Aber das reicht völlig.

KURIER.at/halbhuber Halb Nicaragua ist wunderschön. Die andere Hälfte kenne ich nicht. Zur Erklärung: In Nicaraguas Westen ist das Leben, der Tourismus, die Strandorte mit ihren touristischen Bars. Hier sind die Städte und Straßen. Im Osten ist fast nur Regenwald. Und ich war eben links der beiden großen Seen Lago Nicaragua und Lago Managua. Und da ist es wunderschön.

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Der Weg ins Glück ist asphaltiert

Es ist Ansichtssache, wo die Welt aufhört und der Fortschritt anfängt. Im Örtchen Puerto Viejo etwa lässt sich das trefflich diskutieren

KURIER.at/halbhuber Einst galt Puerto Viejo als das Ende der Welt. Und es ist gar nicht einfach, den kleinen Ort zu beschreiben. Surfer sagen, hier ist die Salsa Brava, eine gigantische Welle, die auf dem Brett die Welt bedeutet. Volkskundler betonen, hier ist indigene Bevölkerung, letzte Indio-Stämme. Vogelforscher und Biologen haben eine wissenschaftliche Meinung zu den Nationalparks der Gegend, nordamerikanische Investoren eine Rentabilitätsrechnung zu den Yachthafenprojekten. Geografen haben es leichter: Puerto Viejo ist ein Dorf an der Karibikküste Costa Ricas, weit im Süden, wenige Kilometer vor der Grenze zu Panama.

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Globalisierungsfalle

Es gibt ein Costa Rica neben Donald und Henry. Aber zunächst wollen wir uns erst gar nicht damit auseinandersetzen.

KURIER.at/halbhuber Auch in einem Land, in dem Jaguare, Krokodile und Affen frei leben, sitzen US-amerikanische Honeymoon-Pärchen neben dir im Bus des Touranbieters. Gerade dort. Das ist eben eine Krux an der Globalisierung, nicht die schlimmste, aber eine davon. Natürlich: Selber schuld, wenn man sich auf die geführte Tour einlässt, irgendwie klar, dass die nicht von den Einheimischen gebucht wird.

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Tanz mir das Spiel vom Tod

Madrid sei nicht so, meinten viele. Stimmt nicht, meine ich: Die Stadt ist im Takt, bis zum letzten Blutstropfen.

KURIER.at/halbhuber Ich sage es gleich: So ein Stierkampf ist wirklich grausig. Nämlich weil der Stier so gar keine Chance hat. Bevor der Matador, der Hauptakteur, alleine mit ihm in der Arena steht, haben ihn seine Helfer schon so gehetzt und verletzt, dass der Bulle chancenlos ist. Schade eigentlich, ich hätte neben den sechs toten Männerkühen am Samstag auch gerne einen bedrängten Kuhmann gesehen.

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Am Anfang ist der Abschied

Jede Reise beginnt damit, leise Servus zu sagen. Aber das geht unmöglich in einem Wort.

KURIER.at/halbhuber Ich fahre ein Jahr auf Weltreise" ist ein absurder Satz. Es stimmen Form und Inhalt nicht überein, der Satz sagt zu viel aus. Er ist zu zierlich für seine wuchtige Aussage. Genau genommen ist schon "Weltreise" nicht in ein Wort zu packen. Das Wort müsste achtzeilig sein. Mindestens. Oder besser noch: Seitenweise. Es ließe sich sogar eine ganze Serie daraus machen. Aber nur ein Satz? Das ist absurd.

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Foto vom Autor Digital Workroom Administrator Axel N. Halbhuber begibt sich ein Jahr lang auf Weltreise und hält die Leser von KURIER.at in seinem Blog mit seinen Erlebnissen auf dem Laufenden.

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