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Freitag, 19. März 2010

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Lebenselixier Gulasch

Der Fleischeintopf muss endlich raus aus den verstaubten Vorstadt-Beisln. Der Versuch einer Ausweitung der Kochzone.

Gulasch Wo is das Bier? DruckenSenden


Gulasch wärmt und macht müde Partygänger munter. Das ist unbestritten. Ebenso die Tatsache, dass der österreichische Magen dazu ein Seidl Bier braucht ("A Gulasch und a Seidl Bier das is ein Lebenselixier" - W. Ambros). Das dürfte an der chemisch-biologischen Struktur des Homo Austriacus liegen. Die natürliche Selektion brachte diese Spezies hervor. All jene, die sich seit jeher weigerten, zum scharfen österreichischen Saftgulasch ein Bier zu trinken, wurden schief angeschaut. Übrig blieben die Regenerationsbier-Junkies, die man zur späten Vormittagsstunde im Beisl antrifft (leise und unauffällige Annäherung ist empfohlen, sie reagieren vor allem bei der Nahrungsaufnahme aggressiv).

Ingwer statt Chili

Soviel zur Theorie. Da ich gerne für Minderheiten eintrete und alte Gewohnheiten oft überflüssig finde, möchte ich ein neues – hoffentlich zukunftsweisendes – Gulaschkonzept vorstellen. Es ist inspiriert vom indischen Curry und hilft noch viel besser gegen Kater! Wetten?

Kurz die Grundprinzipien: 1) Wärmende Zutat ist statt einem Übermaß an scharfem Paprika und Chili Ingwer und Gelbwurz (Kurkuma). Das schont den Magen. 2) Karotten und Sellerie helfen den geschundenen Geschmacksnerven auf die Sprünge. 3) Getrunken wird dazu Wasser oder Lassi.

Gulasch

1 kg Gulaschfleisch
6 große Zwiebeln
30 gr frischer Ingwer
1 EL gemahlene Gelbwurz (Kurkuma)
4 Zehen Knoblauch
3 EL Tomatenmark
1/2 TL gemahlener Kümmel
3 Lorbeerblätter
1/2 TL Pfeffer
4 EL Paprikapulver (edelsüß)
Wasser bzw. Suppe, Salz
1 kleine Dose Schältomaten
2 Karotten
1 gelbe Möhre
1 Stück Sellerie (Suppengrün-Größe)

Augenscheinlich ist die Ähnlichkeit zum indischen Curryeintopf. Das betrifft nicht nur die Zubereitung, sondern auch die Konsistenz des Gerichts.

Zwiebeln fein hacken und in Öl etwa 30 Minuten unter ständigem Rühren bei extrem niedriger Temperatur anrösten bis sie Farbe bekommen. Knoblauch und Ingwer ebenfalls fein hacken, zu den Zwiebeln geben und weitere 5 Minuten anrösten. Gelbwurz dazu und gut durchmischen. Mit etwas Essig ablöschen. Dann Tomatenmark, Kümmel, Lorbeerblätter, Pfeffer und Paprikapulver untermischen. ½ Liter Wasser und 1 TL Salz dazu. Ohne Deckel köcheln lassen - das Resultat soll eine pasteähnliche Konsistenz haben. Schältomaten in kleinere Stücke schneiden und mit dem Saft 5 Minuten mitkochen. Dann noch mal ¾ l Wasser (oder auch Suppe) dazu und mit Deckel 20 Minuten kochen lassen. Lorbeerblätter herausnehmen und mit einem Pürierstab kurz pürieren. Geschnittenes Wurzelgemüse (Rüben, Karotten, Sellerie) und das Fleisch (vorher leicht salzen) dazugeben. Dann mindestens 1 Stunde mit Deckel köcheln lassen.

Aufgewärmt wie immer besser … dann aber vielleicht doch mit einem Seidl Bier!


11 Kommentare zu "Lebenselixier Gulasch"
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  1. Gerhard L.

    Lieber Dietmar,
    zu Deinem Beitrag soviel: "Jedem das Seine, Dir das Deine".

    Gruss, Gerhard

  2. Werner K.

    Der Autor hat leider übersehen, daß das Gulyasch mittlerweile eine Türkenspeise geworden ist. Die österreichische Esskultur ist schon lange baden gegangen! Auch die Zubereitung in den diversen Küchen ist oft in türkischer Hand!
    Ihr Rezept mit Chilli ist auch keines für den Original-Kreateur. Daher vergessen wir diese Speise als von den Türken eroberte. Andere werden folgen.

  3. Dietmar K.

    So soll es sein! Das ist Integration.

  4. Helene G.

    Ich kann dazu nur sagen, Karotten und gelbe Rüben oder z.B. Ingwer statt Chili wenn man das unbedingt glaubt, na ja.
    Und dann noch Sellerie dazu. Das ist bei mir kein Gulasch.
    Außerdem gehört die Soße nicht püriert.
    Das Suppengrün hat in einem Gulasch nichts verloren. Und außerdem 1 kg ZWIEBEL; 1 kg FLEISCH, so gehört sich das, dann bekommt man eine schöne sämige Soße. Und nachher ein bischen mit Mehl stauben. So meine Damen und Herren so gehört ein Gulasch gekocht. Und nach dem Aufgießen gehört es bei 1 kg Fleisch zugedeckt 1- 1!/2 Stunden gegart.
    Man nehme als Fleisch dazu einen guten Wadschinken vom Rind.

  5. Sonja P.

    also dieses was auch immer, kann man doch nicht Gulasch nennen. Nenn es doch vielleicht nen Anti-Kater-Eintopf!!
    Und übrigens: ich möcht das Reindl nach 30 Minuten Zwiebel anbraten nicht putzen müssen- ist vermutlich nur mehr für den Altmetallcontainer zu verwenden.

  6. Eduard S.

    Werner K., "Türkenspeise" kann aufgrund der hervorragenden türkischen Küche nur positiv sein!

    Es spricht nichts gegen das Pürieren, allerdings brauch ich dann keine Paradeiser zerkleinern. Gleich viel Zwiebel wie Fleisch sollte das Mindestmaß sein, wird mit 6 großen Zwiebeln passen. Bei den 30 min. Röstzeit muss was schiefgelaufen sein.

  7. Maria C.

    Egal ob türkisch, indisch, österreichisch oder ungarisch: Das Rezept klingt super-lecker und wird gleich mal ausprobiert :)

  8. Dietmar K.

    30 Minuten Zwiebel rösten funktioniert, wenn die Hitze entsprechend klein ist und man oft umrührt. das wirkt sich positiv auf geschmack und aussehen aus..

  9. manuela k.

    also das ist alles nur kein gulyas!! da hat suppengrün und chili und ingwer absolut nix verloren!! gleich viele zwiebel wie fleisch und VOR ALLEM nur vom wadschunken, paradeiser, paprika, mit gutem essig löschen, mit kräftiger rindsuppe aufgießen daß das fleisch bedeckt ist und mind. 1,5 std köcheln ...nix passieren oder ähnliches!! schmeckt pipifein!!!! semmerl und bierli dazu und alle sind glücklich!

  10. manuela k.

    salz, pfeffer, majoran nicht vergessen!

  11. Maria C.

    so - hab´s jetzt ausprobiert... es ist köstlich - ein gulasch mit einem hauch ingwer, tolle kombo! allerdings hab ich das mit dem 30-minuten-rösten nichts so ganz hingekriegt, aber das wird schon :)

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Artikel vom 04.01.2010, 10:42 | KURIER | Dietmar Kuss


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Foto vom Autor Dietmar Kuss Man muss kein Starkoch sein, um seine Gäste kulinarisch zu verwöhnen. Mit Übung und Sinn für Geschmack gelingen auch auf kleiner Flamme die besten Gerichte.

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