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Sonntag, 14. März 2010

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MQ: Kein Grund zur Panik! Zum Hauptartikel

Das MuseumsQuartier wehrt sich gegen Saufgelage und Müllberge. Die Enzi-Sitzer und Selbstversorger sind entrüstet. Aber warum eigentlich?

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Das geht natürlich gar nicht, wenn die Wiener und Wienerinnen in ihrem Freiluft-Wohnzimmer nicht mehr ihr selbst mitgebrachtes Bier konsumieren dürfen. Da werden gleich einmal die Worte Skandal und Protest in den Mund genommen und forsch und unreflektiert gefordert: "Ich will mein Bier trinken wo und wann es mir passt". Das sind bestenfalls Argumentationen aus der Rubrik "Mein Bier ist nicht deppat". "Freiheit im MQ!" skandieren mittlerweile rund 10.000 aufgebrachte User auf Facebook. Eine Art Robin Hood-Bewegung, die vor allem von Jugendlichen, Schülern und Studenten unterstützt wird, die sich bislang im MuseumsQuartier ohne großes Budget einen netten Abend gemacht haben.

Leider sind diese Abende bei manchen zu wahren Saufgelagen ausgeartet. Aus dem MuseumsQuartier hört man: "Wir haben in letzter Zeit schon bis zu 15 illegale Bierverkäufer gehabt, die das Dosenbier um einen Euro an die Besucher verkauften. Dann sind noch die Müllberge und die Tatsache, dass einige Alkoholisierte einfach überall hinbrunzen." Wahrlich ein Problem, von dem die Aktion "Bring your own beer!" aber nichts wissen will. Sie fordert dazu auf, sich am 20. Juni im MQ lautstark zuzuprosten. Argumentiert wird folgendermaßen: "Das MQ ist ein öffentlicher Platz und wird mit unseren Steuergeldern finanziert, im Jahr 2005 mit elf Millionen Euro." Das stimmt so natürlich nicht, denn das MuseumsQuartier ist kein öffentlicher Raum, sondern hat sich in Form der Museumsquartier Errichtungs- und BetriebsgesmbH selbst privatisiert. Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrum Wien in einem Kommentar: "Das MuseumsQuartier ist also heute kein öffentlicher Raum mehr, sondern eine private Immobilie, die von einer Gesellschaft bewirtschaftet werden will, mit allen juristischen Konsequenzen." Deshalb ist für die Sicherheit nicht die Polizei, sondern ein privater Sicherheitsdienst zuständig, der unpassende Augustin-Verkäufer, jugendliche Skater oder Radfahrer je nach Gesichtspunkt und Auslegung der Hausordnung aus dem Hof befördern kann. Apropos Hausordnung: Die gibt es schon seit 1963. "Weisungen der von der Liegenschaftsverwaltung beauftragten Personen ist Folge zu leisten", heißt es dort zum Beispiel. Oder siehe Punkt 45: "Der Verzehr von alkoholischen Getränken im öffentlichen Bereich ist nur an den dafür vorgesehen Plätzen (Gastgärten) gestattet." Na bumm! Die Verantwortlichen machen also nur von ihrem Recht gebrauch - bei der Überhandnahme an Störfällen auch nicht ganz unverständlich. Dieser Irrtum vom öffentlichen Raum, der im Falle des MQs eben keiner ist, wird in der Medienberichterstattung aber nicht aufgeklärt. Schade, denn die "Ich-darf-mein-selbst-mitgebrachtes-Bier-dort-nicht-mehr-Trinken"-Angstmache ist überzogen und völlig falsch. Gegen zwei, drei mitgebrachte Bier hat mit Sicherheit keiner etwas einzuwenden - auch nicht die MQ-Verantwortlichen. Alles wird wieder gut!


3 Kommentare zu "MQ: Kein Grund zur Panik!"
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  1. Mica L.

    Und jetzt sind die Enzis ein Opfer der Flammen geworden, kokeln noch ein wenig vor sich hin und fallen für die Wintersaison aus.

    Hoffentlich wird dieser Brand nicht als Anlass genutzt, den Sommerbetrieb nächstes Jahr nicht mehr in der gewohnten Itnensität hochzufahren.

  2. Martina P.

    stimmt, wäre schade

  3. Martina P.

    TEST
    ENDE

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Artikel vom 09.06.2009, 18:55 | KURIER | Marco Weise


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