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Wo Grüner Veltliner drauf steht...

...muss auch Grüner Veltliner drin sein! Ein Appell an die Verantwortlichen.

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Die Grundlage des österreichischen Weingesetzes ist das europäische Weinrecht. Österreich hat sich aber mit seinem Weingesetz auch Eigenständigkeit gesichert:
die kontrollierte Herkunft, die Hektarertragsbeschränkung, die Qualitätsstufen und die staatliche Qualitätskontrolle. Derzeit gibt es drei Qualitätsstufen: Tafelwein, Qualitätswein und Prädikatswein.

Somit kann der Konsument beim Einkauf von österreichischen Weinen mit Rebsortenangabe wie z.B. Grüner Veltliner oder Zweigelt auf diese Angaben absolut vertrauen.

Das wird sich jedoch ab dem zweiten Halbjahr 2009 ändern, dann wird auch bei Weinen, die nicht einer analytischen Prüfung unterzogen werden müssen, die Angabe von Rebsorte und Jahrgang gestattet sein. Bis jetzt war dies bei Tafelwein (Bezeichnung bei Überschreiten der gesetzlich geregelten Ertragshöchstbeschränkung) strikt verboten.

Die Kennzeichnung „Tafelwein“ wird EU-weit abgeschafft und durch den Begriff „Wein“ ersetzt: Damit beginnt eine neue Art der Verwirrung beim Weinkaufen.

Österreichischer Qualitätswein und Prädikatswein sind staatlich doppelt geprüft – weinchemische Analyse und Beurteilung durch ein Verkostergremium. Die staatliche Prüfnummer am Etikett und die rot-weiß-rote Banderole oder in runder Form oben in die Flaschenkapsel eingedruckt, dokumentieren dieses aufwendige Kontroll- und Qualitätssicherungsverfahren.

Die Folge der neuen EU-Maßnahme: Schlechte oder schlechtere Qualitäten erleben eine Imageverbesserung durch die Rebsortenangabe (da muss dann zumindest 85% der angegebenen Rebsorte und/oder des Jahrgangs in der Flasche sein). Bestimmte Sorten wie Weißburgunder, Grauburgunder, Blauburgunder und Blaufränkisch sind ausgenommen (weil im Begriff eine Region vorkommt!)

Diese EU-Maßnahme soll eine Antwort auf den Erfolg der Neuen-Welt Länder wie
Australien, Kalifornien und Südamerika sein, die mit Rebsorten-Weinen in den letzten 20 Jahren riesige Exporterfolge in Europa verzeichnen können.
Aber auch ein offensichtliches Zugeständnis an die Lobby der europäischen Weinindustrie, wobei der bisherigen Qualitätsgedanke Europas dadurch unterlaufen zu werden droht.

Ist es dem Konsumenten zuzumuten, bei einem Rebsortenwein die Bezeichnung Qualitätswein erst einmal zu suchen, um sicher zu gehen, einen ordentlichen Wein zu bekommen? Wein oder Qualitätswein, das wird dann zur Frage!

Ein Lösungsansatz wäre daher, die Bezeichnung Landwein (da darf Rebsorte und Jahrgang angeführt sein) in Österreich abzuschaffen und dafür die Anforderungen für Qualitätswein anzuheben, wie z.B. keine Aufzuckerung und keine Konzentration der Weine.

Appell an die Verantwortlichen: Eine vernünftige Kontrolle zur neuen Kategorie
"Wein" einzuführen, um die langjährigen Bemühungen zur Qualitätssicherung zu untermauern und fortzusetzen.


2 Kommentare zu "Wo Grüner Veltliner drauf steht..."
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  1. Gerald S.

    Meist kann man sich nach dem Preis richten, egal was draufsteht. Ich kenne ja nicht alle Weinbezeichungen aller Länder...

    Meiner Erfahrung nach fängt trinkbarer Wein bei etwa 10 Euro pro Bouteille an; das gilt genauso für in- und ausländischen Wein. Ab etwa 20 Euro oder knapp darunter wird er richtig gut, trinkt sich locker und leicht, ohne dass man den geschmacklichen Eindruck eines alkoholischen Getränks hat (was natürlich eine gewisse "Gefahr" birgt...). Ausnahmen gibt es natürlich; oft kann man ab Hof zu günstigen Preisen sehr guten Wein erstehen, und bei französischen Weinen zahlt man 30-50 % "Markenaufschlag".

    Lieber wenig guten Wein als viel billigen Dreck, auch im Sinne der Gesundheit!

  2. Paul T.

    Ich bin ein Befürworter der EU, aber das ist ein Schwachsinn. Die EU sollte gute Weine fördern und nicht schlechten Weinen einen Imageschub verpassen. Gerade jetzt sollte der Qualitätsgedanke gestärkt, nicht geschwächt werden ...

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Artikel vom 31.03.2009, 01:50 | KURIER | Alexander Jakabb


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Foto vom Autor Alexander Jakabb Weinprofi Alexander Jakabb ist zwischen den Weinregalen der Supermärkte unterwegs und berichtet von seinen Erfahrungen.

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