Kopenhagen im Wohnzimmer
Harald Proidl | 21.12.2009, 15:00
Enttäuschung über verpasste Chancen und über die Politiker, die sich nicht einigen konnten. Eigentlich aber auch wieder praktisch...
Der Klimagipfel in Kopenhagen ist mit einem Minimalkonsens und ohne weitreichende Ergebnisse zu Ende gegangen. Das Echo in den Medien und im Internet spiegelt Enttäuschung über "verpasste Chancen" und über "die Politiker", die sich nicht einigen konnten.
Eigentlich aber auch wieder praktisch. So haben wir doch gleich die "Schuldigen" und können wieder zur Tagesordnung übergehen.
Das sollten wir aber nicht.
Der deutsche Journalist Christian Schwägerl schreibt dazu sehr treffend im Spiegel.Online:
"Wer jetzt aber Unruhe verspürt angesichts der Tragödie von Kopenhagen, darf mit gutem Recht wütend sein auf die mächtigen Gipfelversager. Man darf erzürnt sein, wie einerseits Existenzgefahren an die Wand gemalt werden, aber die gleichen Politiker sich Lösungen verweigern. Dann kann man ins Badezimmer gehen und in den Spiegel schauen: Wie viel Vertrauen verdient man selbst dafür, den Planeten richtig zu behandeln?"
Klimaschutz als Wirtschaftsmotor
Harald Proidl | 17.12.2009, 13:00
Scheitert Kopenhagen? Rückschritte beim Klimaschutz würden auch einen Wirtschaftsmotor zum Stottern bringen. Gerade in Österreich!
Für den österreichischen Wirtschaftsstandort bedeutet eine konsequente Klimapolitik vor allem auch Chancen für Wachstum und Wertschöpfung. Besonders im Bereich Umweltschutztechnik, Energieeffizienz, Erneuerbaren Technologien, etc. zählt Österreich zu den führenden Ländern weltweit. Aber auch die Baubranche profitiert nachhaltig von Klimaschutzmaßnahmen; sowohl durch großflächige Sanierungen als auch beim Neubau von energieeffizienten Gebäuden.
Welt - Europa - Österreich
Harald Proidl | 16.12.2009, 12:00
Während die Welt in Kopenhagen im Endspurt beim Ringen um die Zukunft sind, wollen wir noch einmal betrachten, "was bisher geschah".
Während die Welt bzw. deren Vertreter in Kopenhagen in den Endspurt beim Ringen um die Zukunft sind, wollen wir noch einmal betrachten, "was bisher geschah", beziehungsweise wo Europa und insbesondere Österreich beim Erreichen der bereits gesteckten Ziele stehen.
Im Zuge des Kyoto-Prozesses hat man sich innerhalb der Europäischen Union auf ein Einsparziel von 8 % geeinigt (für Kyoto-Periode 2008 - 2012 im Vergleich zum Basisjahr 1990). Dieses Ziel umfasst die so genannten ehemaligen EU-15-Länder Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien.
Finale in Dänemark
Harald Proidl | 15.12.2009, 12:00
Die UN Klimakonferenz in Kopenhagen geht in die zweite Woche und damit in die entscheidende Phase.
Hier eine kurze Übersicht, zu welchen zentralen Fragen am Ende des Gipfels die weiteren Wege beschrieben sein sollten:
- wie geht es nach Ende des Kyoto-Prozesses weiter?
In diesem Zusammenhang ist auch noch unklar, was geschieht, wenn Staaten, die das Koyoto-Protokoll unterzeichnet haben, die Ziele verfehlen.
- Welche neuen Verpflichtungen sollten fest gelegt werden - der Gipfel-Gastgeber Dänemark war mit der Forderung nach einer Reduktion der Treibhausgasse um 50 % gegenüber dem Basisjahr 1990 in die Konferenz gestartet, wobei die Industrieländer einen Anteil von 80 % realisieren sollten.
- Wie können die USA an Bord geholt werden - zu welchen Bedingungen und im Rahmen welcher Verpflichtungen?
- Wie können die Schwellenländer China und Indien in den Klimaschutz nachhaltig und effektiv integriert werden?
- Welche Unterstützung können die Entwicklungsländer von den Industrienationen erwarten, um sowohl in den Klimaschutzprozess integriert zu werden, aber auch um dessen Folgen besser bewältigen zu können. (Siehe Beitrag von gestern)
Die große Kluft
Harald Proidl | 14.12.2009, 17:00
Das Wochenende stand bei der UN Klimakonferenz in Kopenhagen ganz im Zeichen der Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Unbestritten ist die Tatsache, dass die Industrieländer für den Großteil der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Die USA, Japan, Kanada, Australien und den EU15 sind für fast die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich, obwohl sie gerade einmal 15 % der Weltbevölkerung ausmachen. Dazu kommen noch Russland und die wirtschaftlichen Boom-Staaten Indien und China, die enorme Mengen an CO2 emittieren (rund 1,5 Mrd. t pro Jahr im Fall von Russland und Indien sowie gar 6 Mrd. t pro Jahr im Fall von China).
Wirtschaftskrise = Klimachance?
Harald Proidl | 11.12.2009, 12:00
Die weltweite Wirtschaftskrise wirkt sich kurzfristig auch deutlich auf den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen aus.
Das chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei Teilen: der eine Teil symbolisiert Gefahr, der andere Chance. Die Lebensweisheit, die sich in diesem Symbol darstellt, gilt in gewissem Sinne auch für die aktuelle, weltweite Wirtschaftskrise. So wirkt sich diese, zumindest kurzfristig, deutlich auf den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen aus.
CO2 reduzieren! Schön und gut - aber wie?
Harald Proidl | 10.12.2009, 14:00
Reduzierung der Treibhausgase (THG) ist das große Thema dieser Tage. Nur wie, davon hört man vergleichsweise wenig.
CO2-Reduktion, oder genauer, Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen (THG) ist das große Thema, wenn es dieser Tage um Klimaschutz geht. 7%, 30%, 50%, 80%, viele Zahlen schwirren herum. Wenig hört man dabei, wie diese Ziele eigentlich erreicht werden sollen. Hier daher ein kurzer Überblick über die wesentlichen Maßnahmen und Instrumente zur Reduktion der THG-Emissionen.
Eh "nur" CO2 oder: Was sind Treibhausgase?
Harald Proidl | 09.12.2009, 13:00
Häufig wird bei Diskussionen oder in den Medien immer "nur" von CO2 gesprochen. Aber ist das schon alles?
Der hohe Anteil von "Treibhausgasen" in der Atmosphäre wird großteils vom Menschen verursacht. Häufig wird dabei - auch in den Medien - nur von CO2 gesprochen. Dies führt in manchen Blogs und Diskussionsforen auch dazu, dass dort kritisiert wird, es würde soviel "Aufhebens" nur um das CO2 gemacht und andere Klimaschadstoffe bei den Verhandlungen ganz außer Acht gelassen würden.
Die Geschichte des Klimaschutzes
Harald Proidl | 08.12.2009, 10:00
Der besinnliche Feiertag in Österreich gibt uns Gelegenheit, etwas in den Geschichtsbüchern der UN zu blättern.
Klimaschutz ist keine "Erfindung" des 21. Jahrhunderts, wie man manchmal meinen könnte. Der erste Meilenstein im internationalen Klimaschutz wurde bereits 1992 bei der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro gesetzt. Dort wurde unter anderem die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) vereinbart - damit wurde erstmals völkerrechtlich verankert, dass es einen menschlich verursachten Eingriff in das weltweite Klima zu verhindern gilt. 1994 trat diese Klimarahmenkonvention in Kraft.
Energie - sparen - warum?
Harald Proidl | 07.12.2009, 11:00
Harald Proidl von der Energieregulierungsbehörde E-Control liefert in diesem Blog Informationen und Hintergrundwissen zum Mitdiskutieren.
Manche Dinge weiß man einfach oder sie gehören zum guten Ton. "Political Correctness", wie es neu-deutsch heißt. Dass man keinen Müll aus dem fahrenden Auto wirft, ist ziemlich jedem in Fleisch und Blut übergegangen (vor 20 Jahren war das noch keinesfalls selbstverständlich), dass man den Müll trennt (oder trennen sollte), ist heutzutage auch jedem klar. Und natürlich nicken wir alle, wenn es heißt, dass Energie sparsam und effizient verwendet werden soll. Aber sind wir davon schon so richtig überzeugt? Alle?
Bei manchen Dingen, ist es sicherlich angebracht, ab und zu noch mal nach dem Warum zu fragen.
Klar, sparen ist immer gut. Schließlich geht's auch um die eigene Brieftasche. Aber:


Harald Proidl ist Mitarbeiter der Abteilung für Öko-Energie & Energieeffizienz der Energie-Control GmbH und Spezialist für Energieverbrauch und -effizienz. 


