20 Jahre Phantom
Bernhard Degen | 28.10.2009, 04:00
Jubiläum eines Kultweines, eine historische Vertikale und was Hermann Maier und Markus Kirnbauer gemeinsam haben.
Es war tatsächlich eine historische Verkostung am Montag dem 19. Oktober 2009. Die Familie Kirnbauer aus Deutschkreutz lud zu einer Vertikale mit allen bisherigen Jahrgängen der Kult-Cuvée Phantom ins Hotel Imperial. So einen Abend wird es tatsächlich nie wieder geben. Einerseits weil von manchen Jahrgängen tatsächlich die allerletzte Flasche (zumindest aus dem Archiv der Kirnbauers) ausgetrunken wurde, und andererseits weil die Winzer pure Leidenschaft und sympathische Sentimentalität zeigten.
Ein Hoch auf das Fluchtachterl
Bernhard Degen | 06.10.2009, 16:00
Die österreichische Weinkultur hat anderen Ländern einiges Voraus. Eine raffinierte Taktik den Aufbruch hinauszuzögern beispielsweise.
Wir Österreicher zeichnen uns zwar nicht immer durch besondere Gelassenheit aus, dennoch haben gegenüber der chinesischen Philosophie einen Vorsprung. Bei uns gibt es nicht nur die beiden sich ergänzenden Pole Yin oder Yang, sondern auch den österreichischen Weg: Wurscht. Da uns beim Heurigen oder in anderer geselliger Runde der Aufbruch oft so schwer fällt, wollen wir uns auch nicht zwischen "bleiben" oder "gehen" entscheiden. Wurscht, trink ma halt noch ein Fluchtachterl.
Qualitätswein aus dem TetraPak
Bernhard Degen | 19.08.2009, 14:00
Das neue Weingesetz sorgt im Vorfeld für Nervosität - vor allem die Bag-in-Box ist heiß umfehdet. Zu Unrecht, wie ich meine.
Das neue Weingesetz bringt so einige Veränderungen für die österreichische Weinlandschaft. Am meisten Sorge bereitet den heimischen Winzern, dass die minderwertigste Kategorie - der Tafelwein - in Zukunft auch Jahrgang und Rebsorte am Etikett tragen darf. Das wäre für mich noch kein großes Problem, eher eine Herausforderung für die Weinmarketing-Kommunikatoren. Echten Qualitätswein auf den ersten Blick erkennbar zu machen, wird kein Problem sein. Schwieriger wird's vielleicht, noch mehr Bewusstsein für heimischen Qualitätswein zu wecken, aber ich bin mir sicher, dass das unsere Marketing-Profis gut hinkriegen.
Weingärten als Selbstbedienungsladen
Bernhard Degen | 12.08.2009, 16:00
Gefladert wird alles, was irgendwie verwertbar ist: Nicht nur Weintrauben (auch im großen Stil), sondern auch Weinblätter.
Wenn man mit Winzern über Traubendiebstahl spricht, dann kommen rasch die Emotionen hoch. Manche würden sich sogar wieder die "Hiata" wünschen, die die Weingärten in den vorigen Jahrhunderten mit Waffengewalt verteidigt haben. Gerade bei Trauben, die für hochklassige Weine gedacht sind, geht viel Wertschöpfung verloren. Man muss dabei bedenken, dass die Anzahl der Trauben schon auf 3-4 pro Stock reduziert wurden. Wenn dann Ausflügler kommen und sich gleich ganze Plastik-Sackerln vollpacken, dann kann man keinem Weinbauern verübeln, wenn er in Rage gerät.
45er Mouton Rothschild gestohlen
Bernhard Degen | 05.08.2009, 17:00
Reuiger Dieb brachte das Wein-Denkmal aber wieder zurück. Der Wein ist ein Symbol für den Sieg der Alliierten über die Nazis.
Der Chateau Mouton Rothschild 1945 ist ein legendärer Wein. Er ist teuer, selten, angeblich unglaublich gut und vor allem von ganz starker Symbolik. 1945 war nicht nur das Jahr, in dem die Nazis besiegt wurden, es war auch ein unglaublich schwieriges Weinjahr. Trotzdem gelang den französischen Weinbauern dieser Jahrhundertwein, dessen Etikett ein großes "V" ziert, für Victory. Die Vernunft siegte übrigens auch bei dem Diebstahl einer der wenigen verbliebenen Flaschen am Dienstag in den USA. Der Einbrecher wurde gefilmt, das Überwachungsvideo wurde im Fernsehen gezeigt und der Wein wurde reumütig zurück gebracht. Die Flasche in den USA soll 20.000 Dollar wert sein, auf Anzeige wurde verzichtet.
Verdammtes Pech
Bernhard Degen | 29.07.2009, 12:00
Was bringen die schönsten Preise, wenn der Hagel genau die besten Weingärten zerstört? Und warum 2009 trotzdem super wird.
Das Jahr hat für Roland Repolusk so gut begonnen. Landes- und Salon-Sieg für den Gelben Muskateller 2008, ein toller Erfolg. Die Freude darüber hielt aber nicht lange an, denn ein schweres Hagelunwetter zerstörte seine südsteirischen Weingärten komplett. Am schlimmsten betroffen waren ausgerechnet die Muskateller-Lagen. Auch Richard Zahel kann ein Lied davon singen. Zwei Landessiege und ein Grand Cru-Sieg für seine Nußberger Weine. Und dann der Hagelsturm über Wien, der Nußberg schaut aus wie ein Schlachtfeld.
Von S.EX bis zum Kröver Nacktarsch
Bernhard Degen | 22.07.2009, 12:00
Eine Sammlung der lustigsten Wein-Namen - Oida Schwoaza, Nit'ana, Muskatafi, Red Pitt, Schwachsinnigen-Cuvée...
Früher hatten es die Winzer ja wirklich einfacher. Rebsorte oder Lage und Jahrgang, das wars. Die Sortimente werden aber immer weiter diversifiziert, neue Weinkreationen gehören zum Business dazu. Aber wie sollen die Winzer ihre neuen Werke nun nennen? Sehr beliebt sind immer wieder die Herzenspartner oder die Kinder. Wie Anna-Christina von Netzl oder TinaVera bzw. VeraTina von Franz Weninger. Sehr populär sind auch lateinische Namen oder historische Lagenbezeichnungen. Wie Ab Ericio ("vom Igel") vom Weingut Igler oder Villa Nomine Lusman (steht für Lutzmannsburg) vom Weingut Weber.
Weinzustellung als Zustand
Bernhard Degen | 15.07.2009, 11:00
Immer mehr Weine werden online bestellt, aber beim Versand haperts noch gewaltig.
Egal ob bei einem Online-Shop oder direkt auf der Homepage des Winzers - Online-Bestellungen werden immer beliebter. Aber wohin soll man sich die Wein-Kartons schicken lassen? Im Büro schaut das nicht immer gut aus, wenn regelmäßig Weinlieferungen eintrudeln. Willkommener Stoff für den Büro-Tratsch sozusagen.
Phänomen Scheiblhofer
Bernhard Degen | 07.07.2009, 13:00
"Ana hätt a greicht" war der bescheidene Kommentar des Andauer Winzers, als er drei Salonsiege überreicht bekam.
Es ist ihm schon fast unangenehm, wenn Erich Scheiblhofer wieder bei einer Weinbewertung gewinnt. Bei den unlängst ermittelten Salon-Siegern sicherte sich der Burgenländer gleich drei wichtige Kategorien: Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir. So was hat es in der Geschichte des Salons noch nie gegeben - über 7000 Weine wurden blind verkostet und gleich drei Mal lautete der Sieger Scheiblhofer. Das bestätigt auch die Methodik der Austrian Wine Challenge (AWC), der mittlerweile größten Blindverkostung der Welt, wo der Andauer schon fast ein Abo auf den Gesamtsieg hat. Von den fünf bis dato ausgeteragenen Bewerben hat er vier als "Winemaker of the Year" mit der höchsten Gesamtpunkteanzahl gewonnen.
Elegy für die Ewigkeit
Bernhard Degen | 20.05.2009, 17:00
Johann Heinrich und Alois Gross gewannen eine Blindverkostung mit Weinen, die älter als zehn Jahre sind.
Vergangenes Wochenende hatte ich im Reiters Burgenland Resort in Bad Tatzmannsdorf eines der seltenen Vergnügen, viele gereifte Weine zu verkosten. Am Rande des gemütlichen Weinpicknicks mit 22 Top-Winzern wie Axel Stiegelmar, Anton Kollwentz, Paul Kerschbaum und anderen wurden Weine blind verkostet, die älter als zehn Jahre sind. Und es war wirklich ein Fest. Sowohl bei den Weiß- als auch bei den Rotweinen war das Niveau mehr als erfreulich! Von 23 Weinen waren nur ein bis zwei dabei, die etwas gelitten haben. Der Rest präsentierte sich in hervorragendem Zustand.
Vinotheken können auch günstig sein
Bernhard Degen | 04.05.2009, 13:00
Zu Beginn meiner Blogger-Aktivität habe ich über den kostspieligen und zweifelhaften Genuss in Wiener Weinbars berichtet. Nach intensiver Nachfolge-Recherche kann ich nun auch von erfreulichen Ausnahmen berichten.
Im "3 Hacken Magazin" in der Wiener Riemergasse gibt's nicht nur eine großartige Auswahl an (vor allem österreichischen) Weinen, auch die Preisgestaltung ist äußerst kundenfreundlich ausgefallen. Das Essen ist auch nicht schlecht, und das Service ist gut und freundlich. Der Barchef hat viel Ahnung von Wein und berät wirklich gut. Bouteillen gibt es bereits ab 15 Euro und ab 18 Euro bekommt man schon wirklich gute Tropfen, Kategorie Sabathi, Strablegg-Leitner oder Buchegger. Im kleinen Schanigarten lässt es sich auch im Sommer gut aushalten.
Spirit-uelle Erfahrung mit Hochgeistigem
Bernhard Degen | 13.03.2009, 15:00
Eine Destillatverkostung verlangt von den Testern ledrige Schleimhäute und belohnt aber im Idealfall mit großartigen Aromen.
Ja, ich bin schon wieder fremd gegangen. Diesmal war es nicht nur Rum und Schokolade, sondern es waren die besten Destillate des Landes. Gerade von einer Weinverkostung kommend, war die Umstellung auf Schnäpse schon ein wenig schwierig. Ein Gourmet-Magazin präsentierte im Schwarzen Kameel die besten Destillate des Landes und die Brenner-Elite war auch persönlich anwesend.
Bernhard Degen steckt seine Nase gerne in vinophile Angelegenheiten und erzählt im Blog, was er dabei erlebt. Provokant, polemisch & polarisierend. 


