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Ein Berghotel für Reich und Superreich

Österreichs erstes Kempinski "Das Tirol" ist eröffnet. Dabei ist der Name Programm: Bei der Gestaltung setzte man auf Loden, Leder und Holz.

Letztes Update am 09.02.2012, 09:26


Kaum zu glauben: Die älteste Luxus-Hotelkette Europas eröffnet ihr erstes Haus in Österreich – aber nicht wie zu erwarten in einer Großstadt (also Wien), sondern in einer 1500-Seelen Gemeinde in Tirol.

Genauer gesagt: In Jochberg, einige Kilometer von Kitzbühel entfernt. Fahrzeit in den berühmten Nobel-Skiort: zehn Minuten. Der Weg zur Piste: ein Katzensprung. Direkt vom Skikeller gelangt der Urlauber zur Liftstation. Mittags speist die betuchte Klientel in der hauseigenen Patisserie. Mit der letzten Abfahrt geht es direkt zur Champagnerbar auf der Terrasse – dort feiert der Hotelgast Après-Ski.

Nicht nur die Getränke sprudeln: Im "Kempinski The Spa", ein Wellnesstempel auf 3600 Quadratmetern, werden die Strapazen des Tages gelindert – mit allem was dazugehört: Schwimmen, Saunieren, Massieren. Wellness-, Süß- und Salzwasserbecken, In- und Outdoorpool.

Das Hotel wurde 2009 fertiggestellt und zwei Jahre lang betrieben. Vergangenes Jahr wurde Kempinski als neuer Betreiber gefunden. Im Zuge der Übernahme wurde der Außen- und Innenbereich von einem regionalen Architekturbüro in nur zweieinhalb Monaten Bauzeit adaptiert. "Ziel war, eine stärkere alpine Ausdrucksform. Das Gebäude sollte sich besser in die Umgebung integrieren und dem Gast stärker vermitteln, dass er sich in den Tiroler Bergen aufhält", erklärt Herbert Günther vom gleichnamigen Planungsbüro.

Bei der Umsetzung hat man sich penibel an die Vorgaben gehalten und traditionelle Materialien verbaut. "An der Fassade war zu wenig Holz. Wir haben alle weißen Flächen mit Lärchenschindeln belegt. Asphalt wurde durch Kopfsteinpflaster ersetzt und die Bepflanzung mit Föhren, Eiben und Rotahorne an die alpine Landschaft angepasst", so der Planer.

Kosmetische Eingriffe fanden auch im Inneren statt. Lobby und Restaurant wurden mit Holz-Paneelen aus Eiche verkleidet, die Wände im Restaurant mit Loden. "Der Wollstoff wird oft in Tirol verwendet und vermittelt Gemütlichkeit", betont der Architekt. Leder findet sich an der Rezeption und Möblierung, die einheitlich vom deutschen Hersteller Walter Knoll stammt.

Für Tiroler Charme sorgen Kuhfelle, etwa in der Lobby oder vor dem Kamin. Ein neues Lichtkonzept lässt mehr Behaglichkeit aufkommen. Dazu beitragen soll auch die Farbwahl – sanfte Erdtöne dominieren, für Akzente sorgen Kunstwerke, Dekoration und Pflanzen. Die Zimmer kosten zwischen 450 und rund 9000 Euro pro Nacht. Luxus hat eben auch außerhalb von Kitzbühel seinen Preis.

Die Geschichte der Hotelkette
Das erste Hotel Kempinski wurde 1952 am Berliner Kurfürstendamm eröffnet. Heute betreibt das Unternehmen über 60 Häuser in 27 Ländern – darunter Stadt- und Grandhotels, Ferienresorts und Residenzen.

Kempinski Hotel "Das Tirol", Kitzbüheler Straße 48,
6373 Jochberg, Tel. 05355/50 100.



Letztes Update am 09.02.2012, 09:26


Artikel vom 07.02.2012 11:03 | KURIER | Claudia Elmer | « zurück zu Gewerbe


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