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Zeitgemäßer Luxus ohne überladenen Prunk

Hängematten, Leih-Vespas und eine eigene Bäckerei: Ein neues Hotel in Wien bietet modernen Komfort ohne protzigen Ballast.

Letztes Update am 11.01.2012, 07:37


Portier, Page und Pianospieler: Was in Hotels der Luxuskategorie zum Standard zählt, sucht man im Hotel Daniel vergebens. So wird etwa auf eine Minibar, Schreibtische, Personenwaage oder eine eigene Rezeption verzichtet. Auf Komfort hingegen nicht.

Im Gegenteil. "Smart Luxury" nennt sich das Konzept: "Wir lassen Dinge, die nicht unbedingt notwendig sind, weg. Eingecheckt wird etwa an der Shop-Kassa oder an der Espresso-Bar", erklären Hotelier Florian Weitzer und General Manager Michael Pfaller.

Die Unternehmer stellen das herkömmliche Konzept von Luxus infrage und bieten Dinge an, die sich am Bedarf der Gäste orientieren: "Dazu zählen hoher Schlafkomfort, weshalb wir bei Decken und Matratzen mehr investiert haben, als üblich ist. Im Badezimmer bietet eine Raindance-Dusche viel Platz. Standards, wie eine separate Toilette, gibt es natürlich auch. Unser Ziel ist, auf kleinem Raum ein großzügiges Wohngefühl zu schaffen. Darüber hinaus betreiben wir einen Shop und eine eigene Bäckerei, in der täglich frisch gebacken wird."

Etabliert hat sich das Konzept seit 2005 in Graz. Für den Wiener Ableger konnte das ehemalige Hoffmann-La-Roche-Gebäude gefunden werden, das in den 1960er-Jahren von Georg Lippert entworfen wurde. Der Architekt, der bereits die Grazer Dependance geplant hatte, verpasste dem Bau am Landstraßer  Gürtel erstmals eine Fassade im Curtain-Wall-Stil.

Für den Umbau wurden Atelier Heiss Architekten beauftragt. Die denkmalgeschützte Gebäudehülle, das Stiegenhaus und die Tragekonstruktion sind erhalten geblieben. Die ehemaligen Büros wurden zu 115 Doppelzimmern adaptiert. Um ein offenes Raumgefühl zu schaffen, haben die Planer Säulen freigestellt und und die abgehängte Decke entfernt.

Mit einem Mix aus Secondhand-Mobiliar aus den 1950er-Jahren und neuen Stücken ist die Lobby ausgestattet. In den Zimmern verzichtet man etwa auf eine Couch, stattdessen baumelt eine Hängematte vom Plafond.

Eine gediegene Farbwahl ergänzt die unaufdringliche Einrichtung: beiger Kalkstein bei den Waschbecken, smaragdgrüne Mosaikfliesen im Duschbereich und helles Nussholz am Kopfende des Bettes. Weiße Wände und eine Decke aus rohem Beton vervollständigen das Bild. "Wir hatten von Anfang an kein durchgestyltes Gestaltungskonzept. Es war ein ständiger Prozess, bei dem wöchentlich neu entschieden wurde. Die zurückhaltende Farbgebung soll die Natur in den Vordergrund rücken", betonen die Betreiber.

Weg vom Kofferträger hin zu Vespa und Frühstück mit Take-away-Möglichkeit. Luxus im Daniel heißt, sich in ungezwungener Atmosphäre wohlzufühlen. Wer von schweren Kronleuchtern und rotem Samt genug gesehen hat, findet hier einen Ort, der frei von überladenem Prunk und antiquierten Benimmregeln ist.Hotel Daniel

1030 Wien, Landstraßer Gürtel 5

Tel. 01/901 310



Letztes Update am 11.01.2012, 07:37


Artikel vom 10.01.2012 13:14 | KURIER | Claudia Elmer | « zurück zu Gewerbe


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