Letztes Update am 10.07.2012, 10:10
Design sitzt in Salzburg.
Salzburg ist Festspielstadt, Mozartstadt und Residenzstadt – und seit Kurzem auch Designstadt. Künstler haben mehr als 70 individuelle Sitzbänke gestaltet.
In diesem Sommer laden rund 70 Sitz- und Liegebänke der Aktion "design sitzt" Passanten zum Lümmeln in der Salzburger Altstadt ein.
Vor allem aber sollen sich Passanten über die neuen Stadtmöbel freuen. An Plätzen, Straßen und in Parkanlagen laden sie zum Verweilen und Kommunizieren ein, sorgen für neue Blickwinkel auf Sehenswürdigkeiten und thematisieren modernes Design in der Metropole für Kunst und Kultur.
Die Aktion nennt sich "design sitzt" und ist das Nachfolgeprojekt der "Kunst-Kühe" aus dem Jahr 2000.
Damals grasten 170 bunt bemalte, annähernd lebensgroße Plastik-Wiederkäuer am Fuße des Mönchsbergs. Nun ließ die Agentur Plenos, die auch schon die Aktion "Kunst + Kuh" durchführte, 73 überdimensionale Schmalzlocken von der Designschmiede AREA entwickeln: Die Bank ist aus Kunstharz gefertigt und als Sitz- oder Liegemöbel konzipiert.
Die Untersetzer sind an die architektonischen Formen, wie sie in der Salzburger Altstadt vorherrschen, angelehnt. Allen gleich ist, dass sie am Kopf- und am Fußende gebogen sind. Erst die Bemalung macht aus den Modellen Unikate.
Vorschriften zur Gestaltung gab es nicht. Die Idee dahinter ist simpel: Menschen, vom Unternehmer bis zur Privatperson, haben einen oder mehrere „Bank-Rohlinge“ zum Preis von 1950 Euro erworben und damit auch die Freiheit, die Modelle nach eigenem Geschmack zu gestalten – entweder selbst oder durch Designer, Grafiker und Künstler.
Auch Studenten und Schüler haben Hand angelegt. Als Resultat bettet man seinen Allerwertesten nun auf pinkfarbene Plastikstacheln, auf bunte Farbstreifen oder auf vergrößertes Zeitungspapier.
Die Organisatorin von "design sitzt", Ursula Wirth, erklärt, "dass es Ziel der Aktion ist, das Thema Design in Salzburg sichtbar zu machen".
Inspirieren ließ sie sich von den Outdoor-Möbeln des Wiener MuseumsQuartiers. "Die Möglichkeit, funktionales Design in Form von Bänken an öffentlichen Plätzen zugänglich zu machen, leitete mich, diese Idee zu realisieren", sagt Wirth.
Rund 50 Kilo sind die Kunstwerke schwer. Mit einer Befestigung aus Betonblöcken wiegen sie insgesamt etwa 120 Kilogramm.
Bis Anfang September sollen die Möbel in der Mozartstadt stehen.
Die meisten Liegen sind in der Innenstadt, zwei in Ebenau (Flachgau) und in Mühlbach (Pongau) und zwei weitere in der Fachhochschule Puch-Urstein im Tennengau.
Ein eigener Plan informiert über alle Plätze und den Namen jeder Bank.
(kurier)
Erstellt am 11.07.2012, 07:00