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Eiskalte Engel: Industriemöbel im MAK

Das Museum für angewandte Kunst zeigt Industriemöbel von früher: Roh und ohne Geschmacksverstärker

Letztes Update am 05.12.2011, 08:42


Der subtile gestalterische Anspruch und die Verwendung von unbehandelten Materialien mit all ihren Gebrauchsspuren zählen zu den wohl wichtigsten Eigenschaften eines Industriemöbels.

Im Bild: Ausstellungsansicht. MAK-Studiensammlung Möbel

Vergleicht man diese Stücke mit zeitgenössischen Entwürfen, wirken sie im ersten Moment vielleicht etwas nackt und verloren, ...

Im Bild: Ausstellungsansicht. MAK-Studiensammlung Möbel

... doch die Stärke des Materials sorgt für ausgleichende Dominanz.

Im Bild: Ausstellungsansicht. MAK-Studiensammlung Möbel

Das Museum für angewandte Kunst am Wiener Stubenring widmet sich nun mit der Ausstellung "Industriemöbel – Prototypen der Moderne" diesem bisher kaum beachteten Phänomen der Designgeschichte.

Im Bild: Ausstellungsansicht. MAK-Studiensammlung Möbel

Ihren Ursprung finden die Entwürfe im Industriezeitalter, wo diese für bestimmte Arbeitsabläufe zweckmäßig eingesetzt wurden.

Im Bild: Ausstellungsansicht. MAK-Studiensammlung Möbel

Produktionsabfälle wie geschraubte oder geschweißte Eisenplatten, ...

Im Bild: Maschinentisch aus der Kromus-Fabrik, Wien, 1950er Jahre

... Metallbleche, Stahlrohre und Holzbretter wurden ohne jeglichen ästhetischen Anspruch miteinander kombiniert.

Im Bild: Hocker der Firma Rowac, Chemnitz, 1920er Jahre

Die weitgehend freie Konstruktionsweise wurde auf das Wesentliche reduziert und gilt heute als Inbegriff der Funktionalität.

Im Bild: Spind aus der Kromus-Fabrik, Wien, um 1930

Es wird auf alles verzichtet, was dem Produktionsablauf nicht dient.

Im Bild: Werkzeugschrank der Firma Rascher, Nürnberg, 1940er Jahre

Seit dem Ende des Industriezeitalters werden Industriemöbel vermehrt als modische Wohnaccessoires im privaten Rahmen verwendet.

Im Bild: Hocker der Firma Bemefa, Karl-Marx-Stadt, 1940er Jahre

Bei der Einrichtung städtischer Loftwohnungen etwa verbreiten sie bourgeoisen Chic, ...

Im Bild: Arbeitstisch aus dem Eisenwalzenwerk, Sulzau-Werfen, 1950er Jahre

... weil sie für einen originellen und individuellen Lebensstil stehen.

Im Bild: Werkzeugschrank aus der Glanzstofffabrik, St. Pölten, um 1920

Gleichzeitig bedienen sie ein nostalgisches Bedürfnis nach längst vergangenen Zeiten.

Im Bild: Arbeitstisch aus der Kromus-Fabrik, Wien, 1930er Jahre

Die in der Ausstellung präsentierten Exponate stammen aus vier österreichischen Industriestandorten.

Im Bild: Maschinentisch aus der Glanzstofffabrik, St. Pölten, um 1920

Internationale Fabriksentwürfe aus Frankreich, Deutschland und England runden das Ausstellungsprogramm ab.

Im Bild: Industriehocker der Firma Singer, New York, um 1900

Mit ihrer einfachen und geradlinigen Bauweise hatten sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Einfluss auf die Gestalter der klassischen Moderne.

Im Bild: Hocker aus dem Eisenwalzenwerk, Sulzau-Werfen, 1930er Jahre

Info

Von 24. Mai bis 30. Oktober findet im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) die Ausstellung "Industriemöbel – Prototypen der Moderne" statt.

Öffnungszeiten:
Di. "MAK Nite": 10.00–24.00 Uhr,
Mi.–So.: 10.00– 18.00 Uhr,
www.mak.at

Im Bild: Stellage mit Rollen aus dem Eisenwalzenwerk, Sulzau-Werfen, ca. 1950er Jahre



Letztes Update am 05.12.2011, 08:42


Artikel vom 30.08.2011 09:00 | KURIER | Ankica Nikolic, sog | « zurück zu Design


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