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KURIER
Foto: ERTLUNDHENZL

Letztes Update am 18.05.2012, 14:06

Vom Haus bis zum Atelier: Architektur erleben. Bei den Architekturtagen am 1. und 2. Juni stehen in ganz Österreich Gebäudetüren offen. Auch Vorträge, Workshops und Installationen widmen sich dem Thema "anders als geWohnt".

Es ist der Reiz, hinter Türen zu treten, die normalerweise verschlossen sind: In das Zuhause anderer zu blicken. Diese Gelegenheit bieten die Architekturtage heuer bereits zum sechsten Mal.

Unter dem Motto "anders als geWohnt" laden sie ein, heimische Baukunst und -künstler kennenzulernen: Bei Stadtspaziergängen und Bustouren oder bei Besuchen in privaten Häusern, Wohnanlagen oder auf Baustellen – bei freiem Eintritt im ganzen Land.

film koolhaas houselife
Foto: ila bêka & louise lemoine

Alle neun Bundesländer verfolgen das Ziel, mit Filmen, Führungen und Vorträgen, die Alltagstauglichkeit von Architektur bewusst zu machen. Oder bei Workshops und Interventionen wie etwa in Steyr, wo der Ennskai zwei Tage lang in ein großes öffentliches Wohnzimmer verwandelt wird.

Auch ein Blick über die Grenzen ist möglich: Bei Exkursionen nach Bratislava, Maribor und Laibach kann man sehen, wie in den Nachbarländern gebaut – und gewohnt – wird. Geboren wurde die Idee von der Architekturstiftung Österreich und der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten. Organisiert wird das Projekt vom Verein Architekturtage.

Das Programm richtet sich nicht nur an Experten, sondern ist für Interessierte jeden Alters konzipiert. "Wir wollen den Wert von qualitativer Baukunst bewusst machen und zeigen, was Gestaltung für die Umwelt leisten kann", sagt Barbara Feller, Geschäftsführerin der Architekturstiftung Österreich.

Inhaltlich widmet sich die Veranstaltung heuer dem Thema "Wohnen". Damit sind nicht nur die gebauten vier Wände gemeint, sondern auch gemeinschaftliche und öffentliche Räume und Flächen. "Wohnen schließt die Qualität der Freiräume mit ein.

Es geht einerseits um private Häuser, aber auch um öffentliche Plätze und große Wohnhausanlagen, wie das Generationenwohnen in Wien", sagt Barbara Feller, die auch Mitglied des Vereins Architekturtage ist.

wien, architekturtage 2010
Foto: wolf leeb

Der Fokus liegt in diesem Jahr auf mehreren Schwerpunkten. Zum einen auf Baugruppen. Das Modell, bei dem sich Bauherren zusammenschließen, wird auch in Österreich immer beliebter.

Außerdem wird untersucht, welche Infrastruktur für das Wohnen notwendig ist. Speziell in Wien wird dies anhand der Seestadt Aspern demonstriert, der ein zusätzlicher Tag gewidmet wird. Am 3. Juni wird auf dem ehemaligen Rollfeld gezeigt, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit eine neue Stadt entstehen kann. Bestes Beispiel ist das Geothermie-Kraftwerk, zu dem eine Führung geplant ist.

Parallel dazu gibt es ein umfangreiches Kinder- und Jugendprogramm. Im Rahmen diverser Workshops können sie forschen, planen und konstruieren.

IMMO hat die Programm-Highlights in den einzelnen Bundesländern für Sie zusammengefasst.

Vorarlberg

Hier konzentriert sich das Programm vor allem auf Baugruppen. Das Modell, bei dem sich Menschen mit ähnlichen Wohnideen zusammenschließen, ermöglicht, nach eigenen Vorstellungen und dennoch relativ kostengünstig zu bauen. Eine Ausstellung präsentiert erfolgreiche Beispiele, man kann bestehenden Gruppen beitreten und erhält Unterstützung bei der Gründung neuer.

Architekten aus der Region lernt man am Freitag kennen, wenn Büros ihre Pforten für Besucher öffnen. Am Samstag präsentieren Planer ihre Projekte im ORF Landesstudio (13 bis 19 Uhr). Mit dabei sind unter anderm Baumschlager Hutter Partners, Marte.Marte oder HEIN Architekten.

In Altach ist ein islamischer Friedhof entstanden. Vorgestellt wird das Projekt am Freitag (15 Uhr), Führung und Besichtigung finden am Samstag (15.30 Uhr) statt.

Tirol

Dreh- und Angelpunkt ist die StattSTUBE in der Innsbrucker Innenstadt. Die Tortenwerkstatt, ein Kollektiv Innsbrucker Architekturstudierender, hat sie am Standort eines ehemaligen Kiosks direkt an der Innbrücke errichtet. Über den Altbestand wurde ein Gerüst gestülpt, das als Fundament für die entstandenen Räume dient. Sie sind mit Strom, Wasser und Internet ausgestattet und sollen als Treffpunkt dienen – um zu arbeiten, essen oder um die Mittagspause zu verbringen. Eröffnet wird das Objekt, das über eine Rampe erreichbar ist, am Donnerstag, 31. Mai, um 19 Uhr mit einem STUBENkonzert der Band "Times New Roman".

Salzburg

Dort holt man die Leute ab, wo man ihnen begegnet: Auf der Straße. Und zwar mit einem Wohn.info.mobil. Das transportable Objekt ist als Informationsstand konzipiert, der gleichzeitig als "speakers corner" dient.

Der Treffpunkt samt einer Freihandbibliothek zum Thema Wohnen ist am Freitag auf dem Mozartplatz und am Samstag im neuen Wohngebiet am Stadtwerke Areal in Lehen stationiert. Dort findet auch das Abschlussfest mit Lesungen und Installationen statt.

Kärnten

Das Motto "Wohnen ohne Grenzen" steht südlich des Alpenkamms auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Nachbarland Slowenien wird vielschichtiges Programm geboten. Nach Laibach wird die geführte Bustour Grenzenlose Architektur angeboten. Am Freitag wird in die Pedale getreten: Bei Architektur fährt RAD können Sportliche die Klagenfurter Innenstadt auf dem Drahtesel erkundet. Die Ausstellung (con)temporary living im Gemeindeamt Velden wird am Donnerstag eröffnet.

Steiermark

Interventionen im öffentlichen Raum, Präsentationen oder Besichtigungen: Auch im grünen Herzen Österreichs wird an Programm einiges geboten. Planungsbüros veranstalten am Freitag Projektbesichtigungen, Workshops und Vorträge. Eine Architektur Show ist am Donnerstag um 20 Uhr im Palais Thinnfeld geplant. Am Samstag führt eine Reise nach Marburg, in die Kulturhauptstadt Europas 2012.

Oberösterreich

Regionaler Ankerpunkt ist Steyr, wo besonders deutlich gezeigt werden soll, dass Wohnen nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt ist. Bei Wohnzimmer Ennskai wird die Uferzeile für 48 Stunden vom Verkehr erlöst und gemeinsam mit der Bevölkerung in ein öffentliches Wohnzimmer verwandelt. Von Linz aus werden Am Samstag Shuttle-Touren nach Steyr angeboten. In der Stahlstadt selbst werden Studenten gemeinsam mit den "Müllarchitekten" der Gruppe REFUNC ein Bauexperiment aus Recycling-Materialien auf dem Platz vor dem Architekturforum entwickeln.

Niederösterreich

Vom Bauen für die Jugend bis zum Wohnen im Alter: Der Architekturlinienbus steuert am Freitag über 20 private Wohnräume an. Gestartet wird in Wien, Halt wird in Mistelbach, Poysdorf, Brno, Znojmo und Spillern eingelegt. Architekten sind persönlich vor Ort und führen durch die Häuser. Vorträge, Filme und Präsentationen widmen sich außerdem dem Thema Baumhaus. Hinter Fassaden blicken kann man in Waidhofen/Ybbs bei dem Leerstandsrundgang StadtHausPerspektiven. Für Kinder gibt es Workshops wie Zusammen-Rücken oder Onkel Karls Hütte.

Wien

Offene Gebäude und Baustellen, Vorträge oder Ausstellungen: In der Bundeshauptstadt ist das Programm am umfangreichsten. Zu verschiedensten Themen werden Touren und Exkursionen angeboten, unter anderem zu neuen Quartieren, Bauten für Generationenwohnen oder Passivhäusern. Parallel dazu werden Grätzeltouren oder eine Radexkursion durch Plattenbausiedlungen in Bratislava unternommen.

Der Sonntag steht im Zeichen der Seestadt Aspern. Es wird gezeigt, wie weit die Stadtentwicklung fortgeschritten ist: zu sehen sind etwa die Baustelle der U2 oder die Geothermie-Station. Ein Shuttle-Bus fährt ab 13 Uhr im 30-Minuten-Takt ab U2 Aspernstraße.

Burgenland

Die Formate Architektur per pedes, Architektur unterwegs und Architektur Visite laden ein, pannonische Baukultur – teilweise zu Fuß – kennenzulernen: Von Winden nach Jois über Neusiedl am See bis nach Neckenmarkt. In Zuge dessen kann etwa das Weingut Esterházy von pxt Architekten, der Römersteinbruch von AllesWirdGut oder das Eiermuseum von gaupenraub +/– besichtigt werden. Offene Ateliers finden am Freitag statt.

Ob Tirol, Kärnten oder Oberösterreich: Das Programm in den einzelnen Bundesländern zeigt, wie gewohnt wird. Aber auch, dass Architektur gelebt wird – privat und öffentlich.

Die wichtigsten Infos zu den Architekturtagen

Jedes zweite Jahr (heuer bereits zum sechsten Mal) finden die Architekturtage statt. Alle neun Bundesländer machen mit und bieten ein umfangreiches Programm. Organisiert und durchgeführt werden sie vom Verein Architekturtage, der im Jahr 2002 eigens dafür gegründet wurde. Das regionale Programm in den Ländern wird von den Architekturhäusern erstellt.

Österreichweit stehen über 250 Ateliers und Planungsbüros offen. In Summe werden landesweit über 500 Veranstaltungen angeboten: Besichtigungen, Vorträge, Exkursionen, Workshops, Wanderungen bis hin zu Filmvorführungen und Radtouren. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist bis auf wenige Ausnahmen kostenlos. Die Zahl der Plätze bei Bustouren oder Exkursionen ist allerdings begrenzt.

Detailinfos (Anmeldungen, Beginnzeit und Ort) zu den Programmpunkten in den jeweiligen Bundesländern finden Sie auf www.architekturtage.at. Genaue Beschreibungen zu den ausgewählten Objekten können auf www.nextroom.at nachgelesen werden.

Gewinnspiel

Gewinnen Sie einen von drei MusucBags. Die kultigen Ganzkörper-Schlafsäcke sind heuer das Architekturtage-Sujet und dürfen bei keinem Abenteuer-Urlaub fehlen. Für die Teilnahme müssen Sie folgende Frage beantworten:

Wann finden die Architekturtage 2012 statt? Mitmachen können Sie unter KURIER.at/gewinnspiele. Einsendeschluss: 7. Juni 2012

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird schriftlich verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Eine Barablöse ist nicht möglich. Gilt nur für Verbraucher im Sinne des KSchG.

(kurier) Erstellt am 18.05.2012, 17:00

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