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Ein ehemaliger Stadel wird zum Ferienhaus

Landliebe: Ein Projekt in der Steiermark zeigt, wie man aus einer Scheune ein bewohnbares Passivhaus macht.

Letztes Update am 03.01.2012, 07:29


Wohnen in einer Scheune? Wie nimmt man ein solches Projekt in Angriff und was gibt es dabei zu beachten?

"Zuerst muss man die behördliche Widmung abklären – die betrifft häufig landwirtschaftliche Nutzung und nicht immer das Wohnen. Dann sollte die Bausubstanz, insbesondere das Fundament, von einem Fachmann analysiert und beurteilt werden. ...

... Daneben gilt es zu prüfen, ob sich das Objekt und die Umgebung überhaupt zum Wohnen eignen. Strenge Gerüche, früh krähende Hähne oder grunzende Schweine müssen nicht jedermanns Geschmack sein", erklärt Architekt Georg Reinberg.

"Die Herausforderung liegt darin, eine Struktur, die für einen anderen Zweck optimiert wurde, für das Wohnen umzunutzen."

Gelungen ist das beim Umbau einer Scheune in Palfau bei Admont. Das Ergebnis: Eine Wohnung im Passivhausstandard mit Kunstgalerie und Wellnessbereich – und ohne störende landwirtschaftliche Nutzung in der Umgebung.

Wunsch des Bauherren war ein Ferienhaus, das sich auch als Dauerwohnsitz eignet. Es sollte Platz für seine Kinder, Enkelkinder und Freunde bieten und Übernachtungsmöglichkeiten inkludieren.

"Außerdem wollte der Auftraggeber ein Archiv für die Bilder seines Schwiegervaters, der ein namhafter Maler war. Die Galerie sollte für Besucher zugänglich und für Veranstaltungen nutzbar sein. Genauso wichtig war, ökologisch und energieoptimiert zu bauen. Eine interessante, aber sehr komplexe Aufgabe", fasst Georg Reinberg (Bild) zusammen.

Der Ausbau erfolgte nach dem "Haus im Haus Prinzip". In die Scheune wurde ein Einfamilienhaus "hineingestellt". Das bestehende Gebäude blieb in seinem Erscheinungsbild erhalten. Das Bruchsteinmauerwerk der Außenwände wurde repariert und neu gestrichen. Ost- und westseitig wurde die Holzverkleidung erneuert.

Auf der Süd- und Nordseite sind große Glasflächen eingelassen, die als Sitznischen genutzt werden. Die innen aufgestellte, tragende Konstruktion besteht aus massiven verleimten Holzplatten mit Mineralwolldämmung. Alle Innenputze sind aus Lehm, für Türen und Fußboden wurde Holz verwendet.

Ebenerdig befinden sich der Eingangsbereich, die Galerie und ein Technikraum. Über eine Treppe – oder direkt über die ehemalige Scheuneneinfahrt – gelangt man in den darüberliegenden Wohnbereich. Über die gesamte Länge erstrecken sich Schlafzimmer, Bad, Küche und Wohntrakt. Der mittlere Bereich ist zweigeschoßig.

Im Dach sind zwei Gästezimmer mit eigenem Badezimmer, ein weiteres Wohnzimmer und ein Wellnessbereich untergebracht.

Umgenutzt statt ungenutzt, lautet die Devise. Besonders reizvoll ist das, wenn alte Optik mit neuer Technik kombiniert wird.

Architekturbüro Reinberg: Das 1980 gegründete Büro beschäftigt sich mit ökologischem und experimentellem Bauen. Bisher konnten rund 80 Projekte realisiert werden, wie etwa Einfamilienhäuser, sozialer Wohnbau, Sanierungen, Geschäfts- und Bürobauten, Betriebe und öffentliche Bauten, Feriensiedlungen, Touristik- und Sportbauten und Bauten für alte Menschen. Darüber hinaus ist das Team in der Bauüberwachung, im Bauablauf-Management und in der Forschung tätig.



Letztes Update am 03.01.2012, 07:29


Artikel vom 30.12.2011 12:10 | KURIER | Claudia Elmer | « zurück zu Architektur


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