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Wenn Häuser und Autos eine Einheit bilden

Das Buch "Haus & Auto" zeigt: Autos verdienen keine dunklen Garagen, sondern können Teil des Wohnraums sein.

Letztes Update am 23.12.2011, 12:28


Ein gängiges Klischee lautet, des Deutschen bester Freund ist das Auto. Das gilt höchstwahrscheinlich auch für die Österreicher, die Italiener, Franzosen und Schweizer. Fakt ist: Zwischen dem Menschen und seinem Wagen herrscht eine Verbindung. Bei machen ist sie stärker, bei manchen schwächer. Jene, die in ihrem Auto mehr als ein Fortbewegungsmittel sehen, die Ästhetik schätzen, es als Kunstwerk betrachten und über genug Geld verfügen, stellen es in keine dunkle Garage. In ihren Augen hat der Liebling dieses triste Schattendasein nicht verdient. Das Auto soll im Mittelpunkt stehen, Teil der Wohnung oder des Hauses sein - auch abgestellt erlebbar sein.

Das Buch "Haus & Auto" von Andreas K. Vetter präsentiert 40 Stellplätze für die fahrbaren Schmuckstücke designbewusster Architektur- und Autoliebhaber.

Die vorgestellten Stellplätze erfüllen alle praktischen Ansprüche, stellen jedoch die architektonischen Ansprüche in den Vordergrund und schaffen dadurch optische Vorzüge. Von der Tiefgarage bis zum Autolift, vom Carport bis zur "Wohngarage" zeigt das Buch die kreative Vielfalt im Umgang mit den Abstellmöglichkeiten. Wesentlich: Die Garage ist kein isoliertes Objekt vor dem Gebäude, sondern ein formal integriertes Element des Einfamilienhauses oder der Wohnung. Haus und Garage bilden eine Einheit.

Das Vorarlberger Architekturbüro Früh beispielsweise inszeniert das Auto in einem transluzenten Schrein. Während die obere Etage des Harder "Einraumhaus Rupp" Wohnzone, Küche, Ess- und Schlafbereich sowie Veranda verbindet, steht das Automobil des Bauherrn in einem Glaskasten mit milchig-durchsichtigen Wänden aus Listralplatten.

Gleich zwölf Oldtimer, historische Rennwagen und automobile Raritäten beherbergt das "Haus R" bei Augsburg. Während elf Wagen in der Tiefgarage untergebracht sind, bestimmt der Hausherr, welches Exponat er per Hebebühne auf Erdgeschossniveau befördern und neben seinem Schreibtisch platzieren möchte.

Für sein Haus in einer angesehenen Wohngegend in Japan bat der Bauherr um folgende Besonderheiten: eine Garage für neun Fahrzeuge und Platz für das Lieblingsauto im Wohnzimmer. Typisches Problem in Tokio: Kleine Baufläche. Der Architekt reagierte mit klarer Konsequenz und machte die Großraumgarage zum Fundament des Hauses. Wie in Augsburg ...

... lässt sich das Lieblingsauto des Besitzers per Lift nach oben heben und wird zum Einrichtungsgegenstand. Wird das geliebte Stück zurück in die Garage versenkt, dann schließt sich auch der hölzerne Boden wieder.

Ganz schön schräg: Im schweizerischen Rhônetal hat das Architekturbüro Nunateak Architectes Sarl ein Haus mit extravaganter Form realisiert. Der mit Schieferplatten verkleidete Block scheint vom Himmel gefallen und stecken geblieben zu sein - so monolithisch steht die dunkle Box in der Landschaft. Während der Hauseingang nur etwas umständlich über eine schwebende Metalltreppe zu erreichen ist, lässt sich selten leichter parken.

Kein bloßer Schauraum, sondern eine automobile Kunstsammlung hat der Architekt Steve Hermann für sich selbst gebaut. Für die Planung der 1290 Quadratmeter großen Villa hat er insgesamt sechs Jahre gebraucht. Eine lange Zeit. Doch das Haus, das der Architekt für sich selbst entwirft, ist nicht selten sein schwierigstes. Baut man für sich selbst, fehlt schlichtweg die kritische Distanz. Herausgekommen ist ein moderner Bau, der sich harmonisch in die idyllische Gartenlandschaft bettet, luxuriöses Wohnen ermöglicht und Platz für 32 Autos bietet.

Weitere Lösungen von Architekten wie Autos und Häuser eine Symbiose bilden, finden Sie in dem Buch: "Haus & Auto" von Andreas K. Vetter, erschienen im Callwey Verlag.



Letztes Update am 23.12.2011, 12:28


Artikel vom 23.12.2011 12:28 | KURIER | Pascal Sperger | « zurück zu Architektur


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