McDonald's: Hamburger ohne Fleisch

Hamburger
Foto: cc sa by Evan-Amos Mc Donald's hat Hunger auf Veganer.

Ein Hamburger ohne Fleisch – McDonald's möchte veganes Fastfood verkaufen.

Die Speisekarte bei McDonald's klingt für Vegetarier und Veganer wenig verlockend. Lediglich ein Veggie-Wrap, Pommes Frittes und Salate stehen hier zur Auswahl – das war's. Zwar versuchte sich der Fastfood-Riese schon bisher an vegetarischen Burgern, allerdings mit mäßigem Erfolg hierzulande. McDonald's Österreich will diese kulinarische Niederlage nicht akzeptieren.

Vergangene Woche bat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Sensor (bekannt durch die Mitarbeiter auf der Mariahilfer Straße) im Auftrag des Fastfood-Giganten 30 Veganer und Vegetarier jeden Tag zu einer Blindverkostung. Wie der KURIER exklusiv von drei Teilnehmern erfuhr, tischte McDonald's zwei vegane Burger, einen vegetarischen Burger und fleischlose Chicken McNuggets auf.

Chicken McNuggets ohne Fleisch

JAPAN MC DONALD'S Foto: /Andy Rain Der vegetarische Burger soll "geschmacklos und fad" geschmeckt haben, die beiden veganen Burger hingegen "sehr gut": Diese sahen wie der klassische Rindfleisch-Hamburger aus und hatten die selben süßen Burger-Brötchen. Als Fleischersatz dienten Soja-Laibchen, die rein optisch als knuspriges "Rindfleisch" durchgingen. Für die Verkoster erinnerte "die faserige Konsistenz tatsächlich an Fleisch". Die Testpersonen kritisierten jedoch die "Austattung": Ein Burger wurde mit kleinen Zwiebelstücken, Senf und Gurkerl aufgepimpt, der andere mit Chilisauce und Salatschnipseln. "Definitiv zu wenig Gemüse", so ein Teilnehmer.

Sensor befragte die Teilnehmer auch nach dem Anforderungsprofil, das vegane Burger zu erfüllen hätten. Einige der Befragten gaben an, dass der Fleischersatz keinesfalls auf dem selben Grill wie die Fleischlaibchen in den Filialen zubereitet werden dürfe. Klingt logisch, könnte für kleine McDonald's-Standorte tatsächlich ein kleines Platzproblem sein.

Wer steckt hinter den Rezepten?

Bei so viel Experimentierfreude kommt natürlich die Frage auf, wer hinter den veganen Rezepten steht. Laut gut informierten Kreisen fragte die Fastfood-Kette zwar bei mehreren Produzenten an, hinter den veganen Burgern steht aber der prominente, vegan lebende Gastronom Karl Schillinger vom gleichnamigen Restaurant in Großmugl. Auf Anfrage des KURIER wollte Schillinger das Engagement nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. Angeblich soll das vegane Fastfood bereits in den nächsten Wochen in Testfilialen in Wien verkauft werden.

In Österreich liegt der Anteil der Vegetarier bei 5 Prozent, 0,5 Prozent leben vegan (kompletter Verzicht von tierischen Produkten). In der Bundeshauptstadt liegen die Werte hingegen bei 7 und 0,7 Prozent.

McDonald's liefert

Test im 2. Bezirk – 21. Februar 2014
Unser Tester in Wien-Leopoldstadt gab die Bestellung um 19.39 Uhr auf. Die Antwort folgte prompt: "Bestellt für: 21.02.2014 19:39 – SOFORT Dein Mjam Team." Die Kosten in der Höhe von 18.49 Euro (inklusive drei Euro Liefergebühr) wurden genauso prompt von der Kreditkarte abgebucht. Normalerweise will der Kunde erst wieder etwas vom Lieferservice hören, wenn dieser vor der Tür steht. Mjam vermeldete jedoch nach 19 Minuten, dass sich das Restaurant nicht meldet. In einem weiteren Mail hieß es: "Vielen Dank für deine Bestellung! Das Restaurant 'McDonald's' hat deine Bestellung leider nicht annehmen konnen. Bitte versuche ein anderes Lokal!" Fazit: Zu Fuß wäre man schneller gewesen. Der Abend endete mit einer ungeplanten Koch-Session. In ein paar Tagen wissen wir, ob auch wirklich nichts von der Kreditkarte abgebucht wurde. Test im 8. Bezirk – 24. Februar 2014
Um 17.25 Uhr ging die Bestellung unseres Testers in Wien-Josefstadt ein. Der erste Kritikpunkt: "Der Mindestbestellwert in der Höhe von 15 Euro ist für einen Single nicht einmal annähernd schaffbar." Der Burger zeigte sich nur noch von seiner lauwarmen Seite, der Wrap zeigte uns die kalte Schulter. Erfreulich: Die Curly-Fries waren für die Lieferung die richtige Wahl, da sie frisch frittiert schmeckten. Beim Burger klebte der Käse am Karton, was natürlich auch in der Filiale passieren hätte können. Der Cappucchino enthielt, wie das Foto zeigt, überhaupt keinen Milchschaum. Zudem war er leicht verschüttet. Im Gegensatz dazu blieb der Apfelsaft außen trocken. Fazit: Der Lieferant war sehr freundlich. Die Lieferzeit betrug 30 Minuten. Zu Fuß wäre man schneller gewesen. Test im 20. Bezirk – 21. Februar 2014
Als die Bestellung um 19:06 Uhr einging, vermeldete Mjam eine 45-minütige Lieferzeit! Umso größer die Freude, als es bereits nach 33 Minuten und 15 Sekunden an der Haustür klingelte. Ja, unsere Tester haben gestoppt! Beim Öffnen der Sackerl der erste Schock: Die Apfeltasche wurde vergessen! Auf der Rechnung war sie aber angeführt. Nach einem Reklamationsanruf versprach man uns ein gratis Big Mac-Menü plus Apfeltasche beim nächsten Mc Donald’s-Besuch. Fazit: Bis auf die vergessene Apfeltasche war die Lieferung vollständig. Die Qualität enttäuschte: Die Pommes nicht knusprig, fast letschert. Alles in allem aber keine Offenbarung – beim nächsten Mal wird’s wohl wieder eine Pizza werden.

(Kurier) Erstellt am
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