Die Weine für den Frühling

Der Lenz steht vor der Tür. Servieren Sie ihm den richtigen Wein.

Der Lenz ist da. Zumindest lässt er nicht mehr lange auf sich warten. Er hat Sonne und milde Frühlingsluft im Gepäck. Und großen Durst hat er auch. Auf leichte, duftende Weine, die zu seinem Wesen passen. Schwere Rotweine, extraktreiche Süße und reife Weiße sind nicht so seines. Weißwein ja, aber jung, belebend, mit animierender Primärfrucht, schlank und aus perfektem Lesegut, jedenfalls ohne die Botrytistöne, die von der Edelfäule stammen. Zu leichten Frühlingsgerichten aus Fisch und Gemüsen muss es nicht zu viel Alkohol sein. Niederösterreichische Grüne Veltliner (Herbert Zillinger: GV leicht & fruchtig 2012, www.zillingerwein.at oder Weingut Ebner-Ebenauer: Weinviertel DAC Birthal 2012, www.ebner-ebenauer.at), welche jetzt oder in Kürze ausgeliefert werden, sind da gerade recht. Der Lenz mag sowas. Der Sauvignon blanc aus der Steiermark oder dem Burgenland passt besonders zum Bärlauch, der in den kommenden Wochen alle Speisenkarten Österreichs dominieren wird. (Die ersten Bärlauchwurzeln wurden letztes Wochenende dem Vernehmen nach bereits im Schützener Taubenkobel serviert.) Noch dauert es ein wenig, aber bald gibt es auch den ersten Spargel. Lagern Sie rechtzeitig duftende Welschrieslinge, Weiße Burgunder (Wachau, Wagram, Burgendland und Steiermark) oder Chardonnay (ohne Barrique) ein (Markus Altenburger: Chardonnay vom Kalk 2012, www.markusaltenberger.com). Eventuell auch den einen oder anderen Friualaner. Leichte Weine, auch Einstiegsweine genannt, wurden während der letzten Jahre bei den Topwinzern wie eine Notwendigkeit betrachtet, um die man nicht herum kommt. Das ändert sich gerade. Der Lenz, der sich mit Weinen auskennt, hat jedenfalls kein Faible für 15%-Hämmer, die bei Weinverkostungen gewinnen, aber wenig Trinkvergnügen bereiten. Und der Osterhase? Der nährt sichbekanntlich von Gemüse und Wiesenkräutern wie Kerbel oder Vogerlsalat. Früher trank er dazu am liebsten Veltliner oder duftende Gelbe Muskateller (Markus Huber: Gelber Muskateller 2012, www.weingut-huber.at). Seit dem Boom der Natural (Orange) Wines (http://www.bio-wein-online.com), hat er aber auch Gusto nach Amphorenweinen - zum Beispiel aus Slowenien und der Südsteiermark. Letztere passen nicht zuletzt mit ihren bunten Farben auch zu einem schlichten Osterei, am besten mit Fleur zu de sel bestreut und dick bestrichenem Butterbrot. Auch Schnittlauch und andere Frühlingskräuter sind Fans von alkoholarmen Weinen, welche im letzten Jahr dank freundlichem Wetter in nicht zu großer Menge, aber großer Qualität erzeugt wurden.
(kurier) Erstellt am
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