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Freitag, 12. März 2010

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Sorgen mit der privaten Vorsorge

Die Finanzkrise beschert den Kunden von Lebensversicherungen und der Zukunftsvorsorge empfindliche Einbußen.

Zukunftsvorsorge Die Verluste bei Aktien in den Vorjahren wirken sich nun auch auf private Zusatzpensionen aus. Jetzige und künftige Bezieher erhalten weniger. DruckenSendenLeserbrief
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Eine böse Überraschung gibt es heuer für Tausende Pensionisten, die bereits aus einer privaten Lebensversicherung eine Zusatzrente beziehen. Etliche Lebensversicherer kürzen die sogenannten Bonuspensionen.

Der Grund sind die heuer niedrigeren Gewinnbeteiligungen - jener Teil der Gesamtrendite, der über die Garantieverzinsung (2,25 Prozent derzeit) hinaus an die Kunden ausgeschüttet wird. Und bei der Bonuspension ist ein Teil der Rente abhängig von der Höhe der Gewinnbeteiligung.

Die Wiener Städtische kürzt ihre Bonuspensionen zum ersten Mal. Je nach Restlaufzeit der Rente wird es für 2010 zwischen einem und neun Prozent weniger geben. Die Wr. Städtische senkt die Gewinnbeteiligung von 4,5 auf 3,25 Prozent. Versicherungsmathematiker Kurt Ebner ist aber überzeugt, dass die Bonuspensionen 2011 erhöht werden: "Das ist ein historischer Tiefpunkt." Auch die Generali kürzt die Pensionen um zwei bis drei Prozent, die UNIQA rechnet noch. Für die Bezieher von Garantierenten - die Pensionshöhe ist fixiert - wird dieses Jahr die Valorisierung (jährliche Erhöhung) niedriger ausfallen.

100.000 Anleger betroffen

Auch mehr als 100.000 Anleger der insgesamt 1,5 Millionen Kunden der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge werden weniger Erträge erhalten als erhofft. Schuld sind die Kursstürze bei Aktien in den vergangenen Jahren. Denn ein Teil der Kundengelder muss an der Wiener Börse investiert werden.

Fallen die Kurse zu stark, tritt eine Kapitalgarantie in Kraft. Damit wirken sich die Kursverluste nicht direkt aus, die eingezahlten Gelder sind geschützt. Allerdings können diese auch nicht mehr in Aktien investiert werden, da die Garantiegeber sonst mögliche weitere Verluste übernehmen müssten. Kursgewinne wie im Vorjahr bleiben somit außen vor. Die Folge: Die Ertragserwartung ist geschrumpft und liegt etwa für Verträge aus dem Startjahr der Zukunftsvorsorge 2003 nur noch bei durchschnittlich 1,5 bis 2,0 Prozent (ohne Prämie gerechnet). Zu Produktstart wurden noch vier bis fünf Prozent versprochen.


Sicherheit oder Ertrag

Betroffen sind 15 Produkte heimischer Kapitalanlagegesellschaften (Raiffeisen Capital RCM, Raiffeisen Salzburg und Erste Sparinvest ESPA mit je vier Fonds, drei von Pioneer). "Ohne Garantie würde der Verlust 50 Prozent betragen", verteidigt sich RCM-Geschäftsführer Mathias Bauer. "Produkte mit absoluter Sicherheit können nicht den höchsten Ertrag bringen", gibt ESPA-Sprecher Dieter Kerschbaum zu bedenken. Die Erträge seien mit jenen auf Sparbüchern vergleichbar. Die Fondsanbieter raten, trotzdem weiter einzuzahlen - schon alleine wegen der Prämie. Neueinzahlungen werden zudem wieder in Aktien investiert. Pioneer überlegt Modelle, um die Sperre von Aktieninvestments zu umgehen.

Versicherungen, die mehr als 90 Prozent Marktanteil halten, sind von der Problematik kaum betroffen. Sie sichern die bereits erwirtschafteten Erträge an mehreren Stichtagen ab, indem sie diese innerhalb des Vertrags in neue Garantiefonds umschichten. "Damit bilden wir eine Art Höchststandsgarantie während der Laufzeit", sagt UNIQA-Sprecher Norbert Heller. Die Performance seit 2003 beträgt 6,6 Prozent im Jahr, bei der Städtischen 5,6 Prozent.

Artikel vom 04.02.2010 16:22 | KURIER | Andrea Hodoschek, Robert Kleedorfer


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