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Donnerstag, 18. März 2010

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Jagd nach Gold nützt Münze Österreich

Die Nationalbank-Tochter verkauft so viele Philharmoniker wie nie zuvor: Ob in Gold oder Silber, das Interesse ist enorm.

Philharmoniker Vom Philharmoniker wurden 2009 rund 1,6 Millionen Stück verkauft. DruckenSendenLeserbrief
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Die Wirtschaftskrise kennt nicht nur Verlierer. Die Anlegerjagd nach Gold, die den Preis des Edelmetalls im Dezember auf ein neues Rekordhoch von rund 1200 Dollar getrieben hat, lässt auch die Kassa der Münze Österreich klingeln. Die Tochter der Nationalbank rechnet derzeit gerade "das Rekordjahr ihrer Geschichte" ab, wie Vorstand Gerhard Starsich im KURIER-Gespräch schildert.

Wurden in früheren Jahren zwischen 200.000 und 300.000 Stück Philharmoniker verkauft, explodierte der Verkauf in den Wochen nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 regelrecht.

2008 wurden bereits knapp mehr als eine Million Philharmoniker verkauft, 2009 waren es 1,6 Millionen Stück. Die Folge: Der Umsatz der Münze springt in der Bilanz 2009 von 1,4 Milliarden auf mehr als zwei Milliarden Euro, der Gewinn von rund 60 auf mehr als 70 Millionen Euro.

"Goldblase"?

Gold Münze-Vorstand Gerhard Starsich präsentiert stolz den Jubiläums-Philharmoniker um 17.500 Euro.Von einer "Goldblase" will Starsich aber nicht sprechen. Er rechnet mit einem weiterhin moderaten Anstieg des Goldpreises im heurigen Jahr - aber mit größeren Schwankungen, je nach Nachrichtenlage. Analysten sprechen von rund 1300 Dollar zur Jahresmitte. Die einzige wirkliche Gefahr sei, wie im Jahr 2009 oft passiert, dass die Anleger ihr gesamtes Erspartes auf Gold setzen. Der Profi rät Kunden nur fünf bis zehn Prozent der gesamten Veranlagung auf Gold zu setzen.




Im Stollen

In der allgemeinen Krisenangst, der Zeit der Bankpleiten und der Goldeuphorie hätte sich manch Privater sogar ein eigenes Goldlager daheim angelegt. Ein offenbar besonders vorsichtiger Kunde der Münze habe sich gar in der Schweiz in einem speziellen Bergstollen einen Tresorplatz gemietet und könne nun via Internetkamera jederzeit nachschauen, ob sein Gold auch wirklich noch da sei, erzählt der Münze-Direktor.

Relativ parallel zur rasanten Goldentwicklung verlief auch der Anstieg des Silberpreises. Er hat sich in einem Jahr auf derzeit 18,9 Dollar nahezu verdoppelt. Der erst im Februar 2008 neu aufgelegte Silber-Philharmoniker ist ein wahrer Renner. Im Jahr 2009 wurden bereits neun Millionen Stück verkauft, allein im Dezember war es eine Million Stück des Silber-Philharmonikers. Weil in Deutschland die Umsatzsteuer nur sieben Prozent beträgt und in drei Bundesstaaten der USA die Steuer auf Silber überhaupt entfällt, verkauft die Münze Österreich 75 Prozent der Silbermünzen im Ausland.

Aber selbst vom goldenen Jubiläums-Philharmoniker um rund 17.500 Euro je Stück (zu je 20 Unzen oder rund 600 Gramm), der im Oktober zur 20-Jahr-Feier aufgelegt wurde, seien bereits zwei Drittel der (limitierten) 6027 Stück verkauft.
Insgesamt ist der Philharmoniker in Europa und Japan die am besten verkaufte Münze, auf dem US-Markt dominiert der US-Eagle. Enorm beliebt ist international gesehen auch der kanadische Maple Leaf.

Artikel vom 12.01.2010 19:44 | KURIER | Michael Bachner


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