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Montag, 15. März 2010

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Opel-Kündigung in Europa, aber nicht in Österreich

GM investiert in Wien 200 Millionen Zum Hauptartikel

General Motors wertet das Motoren- und Getriebewerk auf. Heuer soll wieder auf Hochtouren produziert werden.

Rudolf Hamp Erleichterung bei Rudolf Hamp: Das Werk bleibt trotz des gescheiterten Verkaufs an Magna bestehen. DruckenSendenLeserbrief
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Auch nach dem Verbleib von Opel bei General Motors ist das Bestehen des GM Powertrain-Werkes in Wien Aspern gesichert. Generaldirektor Rudolf Hamp spricht im KURIER-Interview über die Zukunftspläne und Probleme der Fahrzeugindustrie.

KURIER: Hat die Autobranche das Schlimmste überstanden?
Rudolf Hamp: In Europa noch nicht ganz, weil weitere Rückgänge bei den Verkaufszahlen zu erwarten sind, auch in Österreich.

Derzeit sind Rückrufaktionen das große Thema. Inwieweit nimmt die Branche dadurch Schaden?
Das Ganze ist sehr bedauerlich, aber es hat keinen besonders großen Input auf die Gesamtbranche. Für die betroffenen Hersteller ist es aber sehr problematisch. Nun kommt es darauf an, wie sie damit umgehen.

War auch bereits Aspern von Rückrufen betroffen?
Meines Wissens nach nicht. Aspern ist für hervorragende Qualität auf Weltklasseniveau bekannt. Es kann aber immer etwas passieren. Denn es werden Tausende von Bauteilen, die von überall herkommen, zusammengebaut. Toyota hat die Pedale auch nicht selbst produziert. Wir bedienen uns aus dem gleichen Netzwerk an Zulieferern.

War es die Qualität der Produktion, die Aspern vor dem Zusperren bewahrt hat?
Die hat sicher einen Beitrag daran, ist aber alleine nicht entscheidend. Wir haben eine gute Produktpalette, laufende Kapazitätserweiterungen und Investitionen sowie niedrige Kosten und hohe Zuverlässigkeit.

Haben Sie jemals um den Erhalt des Werkes gezittert?
Nein. Nur wenn es mit Opel nicht weitergegangen wäre, hätte es das Risiko des Zusperrens gegeben.

Hätten Sie lieber Magna als Opel-Käufer gesehen?
Das will ich nicht kommentieren. Man kann natürlich über GM auch negative Seiten berichten, Aspern ist aber mit GM nie schlecht gefahren. Über die Jahre hat der Konzern in Aspern 2,2 Milliarden Euro investiert.

Fürchten die Mitarbeiter noch um ihre Jobs?
Nein. Der Markt ist zwar schwer prognostizierbar, aber wir sehen eine positive Volumensentwicklung, allerdings bei einer niedrigen Ausgangslage. 2007
haben wir noch 1,6 Millionen Motoren und Getriebe produziert, im Vorjahr etwas über eine Million. Heuer soll es auf jeden Fall einen Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich geben. Dafür haben wir etwas über 100 Zeitarbeiter eingestellt und haben jetzt insgesamt 1850 Mitarbeiter. Aus jetziger Sicht ist auch keine Kurzarbeit mehr nötig. Bis 2014 werden circa 200 Millionen Euro investiert. Ein Schwerpunkt ist die Reduktion von CO2.

Gerüchteweise soll auch ein weiteres Getriebe statt wie bisher in Bochum in Wien produziert werden.
Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Das Opel-Sanierungskonzept ist noch immer in Verhandlung zwischen Vorstand und dem Betriebsrat.

Werden aus Aspern künftig auch Hybrid- oder Elektromotoren kommen?
Im Moment ist das nicht geplant. Möglicherweise, wenn es zu einer stärkeren Marktdurchdringung kommt, aber das wird noch einige Zeit dauern. Denn diese Autos sind zwischen 10.000 und 15.000 Euro teurer. Und hier überlegt sich jeder Einzelne, wie viel ihm das Umweltbewusstsein wert ist. Wir starten aber heuer mit der Produktion von einigen Tausend Stück von Range Extendern - das sind kleine Benzinmotoren - für das Elektrofahrzeug Chevrolet Volt.

Zur Person: Rudolf Hamp

Der 1951 in Baden bei Wien geborene Hamp startete nach dem Maschinenbaustudium und diversen Beraterjobs 1981 seine Karriere bei Opel. 1989 bis 1991 war er als Europachef für Materialsteuerung zuständig. 1994 wurde er Werksdirektor von Opel Austria, 1999 Geschäftsführer. Seit 2005 ist er Chef von GM Powertrain Austria.




Artikel vom 07.02.2010 18:19 | KURIER | Robert Kleedorfer


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