Postler billiger, als die Polizei erlaubt
Bis zu 1000 Beamte von Telekom und Post übersiedeln zur Polizei. Bis 2014 zahlen die Firmen aber die Gagen weiter.
500 Postler und 500 Telekom-Beamte sollen in den nächsten Jahren in den Innendienst bei der Polizei wechseln. Ihr Gehalt bekommen sie bis Mitte 2014 vom bisherigen Dienstgeber.
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Das Budget von Innenministerin Maria Fekter wird in den kommenden Jahren spürbar aufgestockt. Indirekt: Von der Telekom Austria und der Post übersiedeln bis zu 500 unkündbare Beamte in den Polizei-Innendienst.
Bezahlen muss das Ministerium für die personelle Aufstockung vorerst nichts: Sowohl die Post als auch Telekom Austria übernehmen bis Ende Juni 2014 die anfallenden Personalkosten. Eine entsprechende Vereinbarung schloss nach der Post am Donnerstag auch die Telekom. Die TA legt den Beamten, die freiwillig in den Polizeidienst wechseln, bis zur Pension noch 6000 Euro pro Jahr drauf und gleicht außerdem allfällige Gehaltseinbußen aus.
Trotz der "Zugabe" ans Ministerium geht die Rechnung für die TA offenbar auf. Ab 2014 werde, so TA-Finanzchef Hans Tschuden, jeder zur Polizei übersiedelte Beamte "zu einer deutlichen Einsparung" führen. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die durchschnittlich verbleibende Dienstzeit der unkündbaren Beamten noch 17 Jahre betrage.
Aktionäre
Damit, dass der Aktionär Staat - er hält an der TA noch 28,4 Prozent und an der Post eine Mehrheit von 52,8 Prozent, der Rest ist Streubesitz - bei diesem Deal eigentlich bevorzugt wird, kann Aktionärsschützer Wilhelm Rasinger von der IVA leben: "Post und Telekom haben zum Teil hohe Rücklagen dafür gebildet, dass sie überzählige Mitarbeiter wegen ihres Beamten-Status nicht kündigen können. Ich gehe davon aus, dass die Gesamtkosten zumindest nicht höher als diese Rückstellungen sein werden." Außerdem sollten dabei nicht die Aktionäre im Vordergrund stehen, sondern die neue Beschäftigungs-Chance für die betroffenen Mitarbeiter.
Das Innenministerium will zum Thema Ungleichbehandlung der Aktionäre nicht Stellung nehmen, das sei Sache der beiden Unternehmen. Heftige Kritik übt die Postgewerkschaft. Durch die Übernahme der Personalkosten bis zu 80 Millionen Euro bis 2014 steige der Einsparungsdruck auf die verbleibenden Mitarbeiter.



