Monday, May 21, 2012

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Die Teufelsinsel: Abenteuer Tasmanien

Urtümlich und wild. Tasmanien, die kleine Schwester Australiens, liegt am anderen Ende der Welt. Vor 100 Jahren eröffnete ein Auswanderer aus Österreich die erste Touristenlodge und wird hier wie ein Held verehrt.

Letztes Update am 03.02.2012, 19:23


Wenn der müde Wanderer im Cradle-Mountains-Nationalpark im tasmanischen Hochland in seinen Schlafsack kriecht, könnte es sein, dass er nicht lang alleine bleibt.

Schnelle Schritte, ein Huschen und vielleicht ein leises Kratzen. Einbrecher ist das keiner, zumindest kein menschlicher. Vielmehr ist der Wanderer dabei, die Bekanntschaft des Brushtail Possums zu machen, auf Deutsch Kusu.

Das nachtaktive Beuteltier mit den riesigen Augen ist nicht gefährlich. Es empfiehlt sich allerdings, Essensvorräte vor ihm in Sicherheit zu bringen.

Der Kusu ist nur eines von vielen seltsamen Tieren, die einem auf dieser Insel am Ende der Welt über den Weg laufen.

Einzigartig ist der Tasmanische Teufel. Dieses größte noch existierende Beuteltier wird zwar nicht größer als ein Foxterrier, ...

... kann aber ziemlich respekteinflößend aussehen: Er fletscht gern seine spitzen Zähne und wenn er erregt ist, verfärben seine Ohren sich rot.

Menschen begegnet man hier auf der südlichen Schwester Australiens eher selten. Dafür gibt es umso mehr unberührte Natur. Mehr als ein Drittel der Inselfläche ist Nationalpark.

Das ist nicht zuletzt einem Österreicher zu danken, der auf "Tassie" wie ein Held verehrt wird. Gustav Weindorfer, der aus Villach stammende Hobbybotaniker.

Im Jahr 1900 wandert er nach Australien aus, erkundet das Land und seine Schönheit. Die Liebe zu Kate, die auf Tasmanien geboren wurde, ...

... führt ihn 1909 in die Heimat seiner Frau – und dort verliebt er sich gleich noch einmal. In die Schönheit der Insel. Vor allem das Gebiet des Cradle Mountain hatte es ihm angetan.

"Die Landschaft ist großartig. Die Menschen müssen davon erfahren und sich daran erfreuen. Hier muss für immer ein Nationalpark entstehen", sagte Weindorfer.

Vom Gipfel des Cradle Mountain entdeckt das Paar seinen Traumplatz. Gustav erwirbt ein Grundstück und baut das "Waldheim", ein Chalet aus dem ganz besonderen Holz der King-Billy-Kiefer, das Touristen eine Übernachtungsmöglichkeit bietet.

Im Bild: Kängurus im Tasmanian Devil Conservation Park

Vor genau 100 Jahren wird es eröffnet und ist von Anfang an ein Erfolg, obwohl es damals nur nach mehreren Kilometern Fußmarsch zu erreichen war.

Die Bergseen, Wasserfälle, Schluchten und der höchste Gipfel der Insel, der 1617 Meter hohe Mount Ossa, waren es ihnen wert.

Pflanzen und Tiere, die nirgendwo sonst vorkommen. Und Weindorfer, gewissermaßen Tasmaniens erster Grüner, liegt heute dort, wo er am liebsten war, begraben. Im Cradle Valley.

Im Bild: Das stämmige Wombat ist ein Beuteltier und vergräbt sich in Höhlen.

Die Abgeschiedenheit der einstigen Sträflingsinsel, deren bekanntester Sohn der Schauspieler Errol Flynn war, dient auch heute noch Aussteigern als Fluchtpunkt.

Einer von ihnen ist der Wiener Theatermacher Justus Neumann. Vor mehr als 20 Jahren zog er sich auf Bruny Island, eine Mini-Insel vor Tasmanien, zurück und kommt nur noch sporadisch nach Österreich. Ans andere Ende der Welt.



Letztes Update am 03.02.2012, 19:23


Artikel vom 02.02.2012 13:57 | KURIER | Eva Gogola | « zurück zu Reise


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