Monday, May 21, 2012

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Kap Verde: Vertraute Fremde

Die Inselwelt vor der westafrikanischen Küste erinnert an die Kanaren, hat sich aber trotz wachsendem Tourismus ihren afrikanischen Charme bewahrt.

Letztes Update am 28.01.2012, 14:09


Exotische Inselwelt. Der Archipel vor der Küste Senegals vereint kanarisches Flair mit afrikanischem Lebensgefühl.

Schwarze schroffe Vulkanfelsen. Saftig grüne Täler, die man wunderbar durchwandern kann. Das gemächliche Treiben im Hafen von Mindelo. Barfüßige dunkelhäutige Gitarrenspieler, die sich die Morna, den wehmütigen Blues der Kap Verde aus der Seele singen, Lieder vom Abschied der portugiesischen Seefahrer, inspiriert von den Rhythmen der afrikanischen Sklaven. Märkte, die an das tiefste schwarze Afrika erinnern. Aber auch All-inclusive-Resorts für Surfer und Sonnenanbeter.


Badeparadiese Boavista und Sal: Hier gibt’s die schönsten Strände und die besten Hotels.

Alles das und viel mehr hat der Inselstaat Kap Verde mit seinen sieben bewohnten und acht unbewohnten Eilanden vor der Küste Westafrikas zu bieten, der erst seit 1975 von Portugal unabhängig ist.

Immer mehr Veranstalter entdecken den exotischen Archipel. "ruefa" etwa hat ihn heuer neu im Programm und möchte ihn den Österreichern mit drei Rundreisen und acht Kombis schmackhaft machen. "Die landschaftliche Vielfalt und die angenehmen Luft- und Wassertemperaturen machen Kap Verde zum attraktiven Ganzjahresziel", so "ruefa"-Sprecherin Birgit Reitbauer. Die Steckbriefe der interessantesten Inseln:

Badeparadiese Sal & Boavista

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Die beiden Eilande sind am besten touristisch erschlossen, allerdings auch nicht mehr so urig wie die anderen. Dafür locken sie mit Tauchrevieren und schönen All-inclusive-Resorts direkt am Strand sowie Golfplätzen. Die Passatwinde zwischen Oktober und Juli machen Boavista und Sal zum Surfer-Paradies.

2005 hat mit RIU die erste internationale Hotelkette ein 4*-Hotel auf Sal eröffnet, mittlerweile bieten vier RIU-Clubhotels mehr als 2600 Betten. 2010 eröffnete das 5*-Hotel "Iberostar Club Boa Vista", im Mai 2011 kam auf Sal das 4*-Hotel Melia Tortuga Beach Resort & Spa der spanischen Kette Sol Melia hinzu.

Wanderparadies Santo Antão

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Allein die dreistündige Bergab-Tour am Rand des Cova-Kraters ist für jeden Wanderfreak ein unvergessliches Erlebnis. Je tiefer man ins Paúl-Tal hinuntersteigt, desto grüner wird’s. 14 Bananensorten gedeihen hier, außerdem Brotfrucht, Orangenbäume, Kaffee und Zuckerrohr, Letzteres wird hauptsächlich als Rohstoff für das Nationalgetränk der Kapverdier verwendet – den Zuckerrohrschnaps "Grogue". Den besten Grogue produziert übrigens ein Österreicher: Alfred Mandl, ehemaliger Entwicklungshelfer und nunmehr sanfter Touristiker.

Afrika pur auf Santiago


Vielseitige Inselwelt: afrikanischer Markt auf Santiago

Wild, urwüchsig, afrikanisch – so präsentiert sich die Insel Santiago. Wer in der Landeshauptstadt Praia durch die Märkte spaziert, taucht in afrikanisches Lebensgefühl ein: Frauen tragen ihr Hab und Gut in großen Körben auf dem Kopf. Fischhändlerinnen sitzen barfüßig auf dem Boden, ihre Ware schwimmt vor ihnen in Plastiktrögen. Daneben brutzeln köstliche Würstel in heißem Fett. Santiago ist auch ein prächtiges Naturparadies: Im Naturschutzgebiet São Jorge gedeihen etwa Mangos, Avocados, Datteln, Bananen, Papayas, Maniok und Süßkartoffeln.

Ein Muss ist der ursprünglich gebliebene Ort Tarrafal, wo die Fischer ihre Beute noch mit primitiven Netzen fangen und gleich am Strand verkaufen. Weiters interessant auf Santiago: der ehemalige Sklavenmarkt, die primitiven Lehmhütten der Rebellados (Nachfahren der Sklaven, die heute noch aus Protest gegen die aufgezwungene Zivilisation ohne Strom leben) und ein Staudamm mit Pagode, von chinesischen Entwicklungshelfern errichtet.

Fogo, die Feurige


Vulkanwandern auf Fogo und Santo Antão

Fogo heißt Feuer, und die Insel heißt aus gutem Grund so. Der Vulkanberg Pico de Fogo ist ihr markantes Wahrzeichen, er pfaucht noch heute Schwefeldampf aus. Fogo erinnert frappant an die Kanareninsel Lanzarote. Der Aufstieg auf den Vulkan dauert etwa sechs Stunden. Ein Highlight ist auch das Städtchen São Filipe auf einer Steilküste oberhalb eines schwarzen Lavastrandes; der Ort Tinteira beeindruckt mit dunklen Häusern aus Lava.

Musik-Insel São Vicente

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Die Hafenstadt Mindelo auf São Vicente ist ein Stück Portugal im Atlantik: Bunte Kolonialhäuser, an denen der Verputz abbröckelt, und das gemütliche Café Lisboa erinnern an die Kolonialzeit, die auf Kap Verde noch gar nicht so lange her ist. Hier lebte auch die vor wenigen Monaten verstorbene Sängerin Cesária Evora, die den kapverdischen Blues Morna unsterblich gemacht hat. In den Hotels und Bars der Insel treffen sich Musiker zu Sessions. Klänge von Wehmut, Sehnsucht und purer Lebensfreude liegen in der Luft.

Infos


Nationalgetränk ist der Grogue, Zuckerrohrschnaps

Klima: Ganzjährig 20 bis 25 Grad. Das Meer hat auch im Winter 20 Grad.

Währung: 1 € = ca. 110 Escudo. Euro meist akzeptiert, Kreditkarten selten. Relativ hohes Preisniveau, da fast alles importiert werden muss. Einfache Mahlzeit ab 6 €, Fisch ab 7 €.

Sicherheit: Kap Verde gilt trotz Armut als sicher. Keine Impfungen vorgeschrieben.

Visum Kostet derzeit 45 € und ist bei der Botschaft Kap Verde in Wien (Tel.: 01/ 489 78 82) oder über die Veranstalter erhältlich. Download-Formular: www.konsulat-kapverde-meixner.at

Essen & Trinken: Fisch in allen Variationen, Langusten! Nationalgericht: Capucha (Eintopf mit Bohnen und Mais). Nationalgetränke: Fogo-Kaffee, Grogue (Zuckerrohrschnaps) und Pontche (mit Melasse verdünnter Schnaps).

Unterkünfte
: Die meisten Hotels sind einfach, aber sauber, mit 3*-Niveau. All-inclusive-Resorts und 5*-Hotels vor allem auf der Insel Sal.

Auskünfte: www.kapverden.de


Letztes Update am 28.01.2012, 14:09


Artikel vom 26.01.2012 16:41 | KURIER | Claudius Rajchl | « zurück zu Reise


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