Monday, May 21, 2012

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Restaurierung des Kolosseums droht zu scheitern

Wegen Ermittlungen gegen ihn dort Sponsor Della Valle mit dem Ausstieg aus dem Megaprojekt. Die Stadt Rom kann sich wegen zu hoher Schulden die Restaurierung nicht leisten.

Letztes Update am 13.01.2012, 08:39


Die dringend nötige Restaurierung des Kolosseums in Rom steht auf der Kippe: Der italienische Schuh-Unternehmer Diego Della Valle, der 25 Millionen Euro für die Arbeiten zugesagt hatte, droht mit dem Ausstieg aus dem Projekt. Hintergrund sind Ermittlungen wegen etwaiger Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe des Sponsorenvertrages, wie das Kulturministerium am Donnerstag mitteilte. Ressortchef Lorenzo Ornaghi habe den Unternehmer gebeten, einen eventuellen Rückzug noch mal zu überdenken, hieß es weiter.

Vor knapp einem Jahr hatte Della Valle, Chef des Schuh- und Luxusgüterkonzerns Tod\'s, als alleiniger Geldgeber den Vertrag mit der hoch verschuldeten Stadt unterschrieben. Im Gegenzug für die Investition darf der Unternehmer an dem fast 2000 Jahre alten Amphitheater, das jährlich mehr als fünf Millionen Besucher anlockt, für seine Produkte werben.

Eine Gewerkschaft macht nun aber geltend, die Vergabe sei nicht transparent gewesen, und löste damit eine Untersuchung aus, an der sich auch Italiens höchstes Verwaltungsgericht beteiligt. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, und bisher sind nach Medienberichten keine Unregelmäßigkeiten entdeckt worden.

Die Restaurierung des stark verschmutzten und verwitterten Bauwerks hätte eigentlich schon im vergangenen Monat beginnen sollen, nun ist von März die Rede. Die Arbeiten sollen rund zwei Jahre dauern.

Zudem will Rom die Besucherzahl für das Kolosseum beschränken. Um einen Massenandrang zu verhindern, will Italiens Denkmalschutz dafür sorgen, dass sich maximal 6000 Personen zur gleichen Zeit im Monument aufhalten, berichtete die römische Tageszeitung La Repubblica am Dienstag.

Am 1. Jänner, als der Zugang zum Kolosseum kostenlos war, hatten über 9000 Menschen in fünf Stunden das Kolosseum besucht. In Sommer werden mit den längeren Öffnungszeiten bis zu 24.000 Besucher täglich gemeldet.

Die Zahl der Besucher des Kolosseums ist in den vergangenen zehn Jahren von einer Million auf sechs Millionen pro Jahr angestiegen.

"Wir wollen einerseits den Touristen erlauben, den Besuch im Kolosseum besser zu genießen. Andererseits wollen wir die Zahl der Besucher beschränken, damit keine Gefahren entstehen", sagte die Sprecherin des Denkmalschutzes Anna Maria Moretti. Die Beschränkung soll ab Ostern eingeführt werden.

Das Kolosseum zählt mit den vatikanischen Museen und den Uffizien in Florenz zu den meistbesuchten Denkmälern Italiens. 33 Millionen Euro bescherten den Staatskassen die Eintrittsgelder für das Kolosseum und das nahe liegende archäologische Gelände des Palatins.

Im März beginnen die Restaurierungsarbeiten des Kolosseums, die drei Jahre dauern und 25 Millionen Euro kosten werden. An dem antiken Amphitheater soll auf insgesamt acht Baustellen gearbeitet werden.

Zunächst soll an drei Baustellen gleichzeitig begonnen werden, teilte der Denkmalschutz mit. Durch die Arbeiten soll sich das für Touristen zugängliche Areal um 25 Prozent vergrößern. Auch während der Restaurierung soll das historische Monument für Besucher geöffnet bleiben.

Möglich werden die Restaurierungsarbeiten durch den Chef der Schuh- und Handtaschenfabrik Tod`s, Diego Della Valle, der die 25 Millionen Euro für die Sanierung zur Verfügung stellt. Er darf mit seinem Engagement für das historische Bauwerk werben.

Die Fassade des Kolosseums ist verwittert und von Abgasen geschwärzt. Der marode Zustand des Amphitheaters geriet im Mai 2010 in die Schlagzeilen, als große Stücke Mörtel und Kalk von den Mauern brachen.

Das italienische Kulturministerium hatte daher im August eine Ausschreibung gestartet, bei der private Investoren aufgerufen wurden, die Instandsetzungskosten für das Kolosseum zu übernehmen.



Letztes Update am 13.01.2012, 08:39


Artikel vom 04.01.2012 10:47 | APA | sog | « zurück zu Reise


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