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Samstag, 13. März 2010

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Piste und Pasta in Südtirol

Alta Badia: Nicht nur in den Hotels, auch auf den Pisten, in der Sonne, vor und in den gemütlichen Hütten wartet jetzt lässige Sterneküche auf die Skifahrer.

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Stefan, der junge Wirt an der Bergstation des "Santa Croce"-Lifts, direkt am Fuße des schroffen Heiligkreuz-Kofels, empfiehlt heuer seinen Gästen ein neues Gericht: In einem besonders guten Erdäpfelpüree ruhen zwei pochierte Eier, schmelzender Bergkäse und mit Paprika-Pulver verfeinerte, frittierte Zwiebelringe. Klingt ganz einfach, schmeckt hinreißend, ist extrem nahrhaft - und viel origineller als es klingt.

Schließlich hat es auch einer der überdurchschnittlich vielen Südtiroler Spitzenköche kreiert: Gerhard Wieser von den "Trenker-Stuben" im Fünf-Sterne-Hotel "Castel" in Meran. Er und der Koch der "Leehütte" zeigen, dass die Möglichkeiten regionaler Genussküche noch lange nicht ausgeschöpft sind - und es nicht teure Edel-Produkte und exotische Zutaten für Geschmacksexplosionen braucht. Das war auch die Idee einiger engagierter Hüttenwirte in Alta Badia: Bodenständige Sterne-Küche am Rande der Pisten.

Preiswerter Luxus

Schlemmen oberhalb von 1800 Metern ist ja schon lange keine Sensation mehr, nicht nur in St.Moritz, wo Reto Mathis auf der Corviglia mit Kaviar und Trüffel für Millionäre selbst zu einer wurde. Auch in Österreich ist Sterne-Küche nicht nur auf Arlberg-Pisten schwer im Kommen. Alta Badia hat selbst mit dem in Italien legendären "Club Moritzino" am Piz La Ila schon seit 25 Jahren feinste Mittelmeer-Fischküche.

Das "Skifahren mit Genuss" der zwölf Hütten will aber erstmals die Verbindung von bodenständiger mit moderner Küche herstellen - ganz ohne kulinarische Statussymbole. Dafür aber zu familienfreundlichen Preisen: Die meisten Gerichte in echten Skifahrer-Portionen kosten unter zehn Euro. Das teuerste, das wir genossen, war auf der "Bioch" der "Gebratene Kalbstafelspitz in Vinschgerl-Brotkruste" von Josef Niederkofler, dem Zwei-Sterne-Koch vom "St.Hubertus" in St. Kassian - um 14,50 €.


Tourismus Alta Badia In dieser Klasse spielen auch die "Kürbis-Spätzle mit Steinpilzen und Wildragout" auf der "Ütla I Tabla", dem Berg-Ableger von Corvaras erster kulinarischer Adresse "Stua di Michil". Der Pionier der Sterne-Küche im Tal mit seinen 1700 Weinen wird auch da seinem Italien-weiten Ruf gerecht. Nicht alle zwölf neuen Rezepte werden in die Annalen Südtiroler Gastronomie eingehen, ein paar aber hoffentlich doch.
Nachteil der Aktion ist die Qual der Wahl für den Gast: Die echte, schnörkellose Südtiroler Bergbauernküche macht ihr ebenso Konkurrenz wie die vielen Varianten italienischer Pasta, die jeden Skifahrer-Hunger stillen. Und sowieso erwartet einen in den Hotels am Abend schon wieder Genuss pur: Gute Häuser wie unser "Majun" in La Villa bieten den klassischen Mix italienischer und österreichischer Küche auf hohem Niveau, auch für sehr kritische Esser - und Trinker.

Küche und Gemütlichkeit waren eben schon immer eine der Attraktionen des Skifahrens in Alta Badia, neben den vielen abwechslungsreichen Pisten, der garantierten, wenn auch manchmal künstlichen Schneesicherheit und der weit überdurchschnittlich vielen Sonne.

Extras

Jedenfalls auf den Plätzen, die schon bisher sauber und preiswert aufkochten wie Stefans "Lee-Hütte", die auch noch guten offenen Wein serviert - was längst nicht mehr überall der Fall ist im Weinland Südtirol. Seine traditionell gebratene Polenta mit geschmolzenem Gorgonzola am Nebentisch duftete übrigens auch verlockend ...

Wem aber "Skifahren mit Genuss" als kulinarische Abwechslung noch nicht reicht, der kann sich auch frühmorgens mit dem Schneemobil auffahren lassen, um nach dem Champagner-Frühstück in der Hütte der Erste zu sein auf den jungfräulich gewalzten Pisten. Oder er macht einen spätnachmittäglichen Kochkurs bei einer netten ladinischen Bäuerin: Ihre Schlutzkrapfen und "Tiarteln" (Sauerkraut-gefülltes Schmalzgebäck) sind ohnehin kaum mehr steigerungsfähig.

Info

Anreise Über Brenner (bis Franzensfeste) oder über Lienz durchs Pustertal bis Bruneck. Von dort noch 20- 40 km in die Orte des Tals.

Zufahrt War früher wegen Lawinen oft gesperrt, neue Tunnels machen sie so sicher wie die nach Zürs/Lech

Sellaronda Tolle Tour um den Sellastock, typisch für Pisten-Vielfalt. Tiefschnee aber seltener als am Arlberg.

Liftpreise
6 Tage Alta-Badia (Dolomiti Superski)
182-206 €/Erwachsene.

Nähere Auskünfte Tourismusbüro Alta Badia T.: 0039/ 0471/ 847 037

Artikel vom 07.02.2010 14:14 | KURIER | Reinhard Frauscher


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