Wenn Fahrspaß im Kleinwagensegment ein Gesicht hat, sieht es so aus.
Nachdem seine Schöpfer dem Mini die hintere Sitzbank genommen und ein juvenil anmutendes Dach im Stile einer verkehrt aufgesetzten Baseball-Kappe verpasst haben, lassen sie nun eben dieses gleich ganz weg und geben den ungefilterten Blick auf den Himmel frei.
Die gestreckte Silhouette passt gut zum Charakter des offenen Kleinwagens, markentypische Designmerkmale wie die Form des Kühlergrills oder der Frontscheinwerfer garantieren außerdem hohen Wiedererkennungswert als Mitglied der Mini-Familie. Vor allem die um 13 Grad flacher stehende Windschutzscheibe und der konsequent auf 2 Personen zugeschnittene Innenraum sorgen für jene Intimität im Cockpit, die britischen Roadstern gerne zugeschrieben wird. Als solcher will der Mini verstanden werden. Da ist es nur schlüssig, dass das puristische Textilverdeck per Hand bedient werden muss.
In Fahrt
Der Heckspoiler fährt ab 80 km/h automatisch aus, verschwindet unter 60 km/h aber sofort wieder.
Angeboten wird der Roadster in vier Motorisierungsvarianten von 122 bis 211 PS (drei Benziner, ein Diesel), wobei erste Testfahrten auf kurvigen Landstraßen Portugals mit dem Cooper S eindrucksvoll das Spaßpotenzial des Roadsters unter Beweis stellten. Natürlich haben 184 PS leichtes Spiel mit der kompakten Karosserie, wobei die hohe Torsionssteifigkeit in Verbindung mit der nachgeschärften Fahrwerksabstimmung echtes Gokart-Feeling aufkommen lässt. Der Mini lenkt spontan ein, setzt Gaspedalbewegungen augenblicklich in Vortrieb um und untermalt die Beschleunigung mit sonorem Auspuffgeräusch.
Im Innenraum gleicht der Roadster seinen Geschwistern, einzig neue Farbkombinationen stehen zur Wahl.
Dabei zerzaust der Fahrtwind trotz zwischen den Überrollbügeln montiertem (Mini-)Windschotts gekonnt die Frisur und potenziert so nochmals das Frischluftvergnügen. Ab 80 km/h fährt automatisch ein Heckspoiler aus, der bei höheren Geschwindigkeiten für mehr Anpressdruck an der Hinterachse und somit hohe Fahrstabilität sorgt. Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass der kleine Brite im Bedarfsfall auch brachial zu verzögern versteht.
Zur Maximierung des Ladevolumens (und als Feigenblatt für die Kaufentscheidung) gibt es eine Durchreiche.
Spezielles Lob verdienen die serienmäßigen Sportsitze, die mit ausgeprägter Kontur auch groß gewachsenen Passagieren in schnellen Wechselkurven sicheren Seitenhalt gewähren. Platz bietet der Kleinwagen sowohl in Länge als auch Breite genug, überraschend groß sind das 240 Liter fassende Kofferraumvolumen und die Kopffreiheit bei geschlossenem Verdeck. Bremsenergie-Rückgewinnung, die zuverlässig funktionierende Start-Stopp-Automatik und die Schaltpunktanzeige des Sechsganggetriebes dienen angesichts des gebotenen Fahrspaßes mehr der Beruhigung des Gewissens als der Verbrauchseinsparung. Aber mit reiner Vernunft kann man dem Mini Roadster ohnehin nicht beikommen.
Eher mit eisernem Sparen, denn die Preisliste startet bei € 23.390,– für die Basisvariante und reicht bis zu beachtlichen € 35.490,– für den Cooper Works. Für Individualisierungsmaßnahmen in Form zahlreicher, aufpreispflichtiger Optionen bleibt da aber noch jede Menge Spielraum erhalten.