Monday, May 21, 2012

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Panamera GTS: Porsche lässt die Muskeln spielen

Leistungsstärkster Saugmotor der Modellreihe, tiefergelegt und fast 150.000 Euro teuer. Am Ende klärt sich auch die Frage nach der Zielgruppe.

Letztes Update am 02.02.2012, 13:23


Auf den ersten Blick klingt der Zuwachs nach nicht so viel. Der 4,8-l-V8-Motor im neuen Panamera GTS leistet mit 430 PS um 30 PS mehr als im Panamera 4S und liefert um 20 Newtonmeter mehr Drehmoment – 520 Newtonmeter bei 3500 Umdrehungen.

Na gut. Es handelt sich also um den stärksten Saugmotor der Panamera-Reihe, die Turbos (500 und 550 PS) sind außer Reichweite. Weil nach Porsche-Meinung der GTS aber das "puristische Mitglied der Gran-Turismo-Familie" ist, wurde viel Wert auf Detailarbeit gelegt. Der Motor etwa dreht um 400 Touren höher als seine Brüder und schafft jetzt 7100 Touren.

Zwei Luftfiltergehäuse im Bug sorgen bei Bedarf für zusätzliche Frischluft. Das Motormanagement lässt das kurzzeitige Ausblenden einzelner Zylinder bei Schaltvorgängen zu, was indirekt die Schaltzeiten verkürzt. Und das Sportfahrwerk (Luftfederung Serie, elektrische Verstellung des Dämpfersystems usw.) ist in der Dämpfung etwas straffer ausgelegt sowie im Normalniveau um 10 Millimeter tiefer als bei den anderen Modellen.

Akustik Der GTS ist ausschließlich mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Außen ist er an diversen schwarz gefärbten Teilen (Seitenschweller, Scheinwerferumrandung) sowie am Bugteil des Panamera Turbo zu erkennen. Innen gibt es ein Knopferl, das den "Sound Symposer" aktiviert, zwei Klappen öffnet und so für bissigen Motorklang im Fahrgastraum sorgt. Der Trick ist nicht neu und das kurzzeitige Brabbeln beim Gaswegnehmen klingt auf Dauer doch ein wenig künstlich.

Die Bremsen stammen vom Prosche Turbo, Keramik kostet extra.

Innen ist Alcantara und Leder Serie, Alcantara auch am Lenkrad kostet aber Aufpreis, ebenso wie zum Beispiel die Porsche Dynamik Chassis Control (Wankausgleich) oder der Abstandsregeltempomat.

Und der Fahrbetrieb? Läppische 4,5 Sekunden auf Tempo 100, trotz satten 1920 kg Leergewicht. Da bleibt kein Auge trocken. Und dennoch bleibt auf der Rennstrecke, wo der GTS ja laut Porsche jederzeit hinkann, die Frage im Hinterkopf: Wozu? Will denn wirklich jemand den Fünfmeter-Zweitonner hier ausreizen, der im Grenzbereich endlos stur über die Vorderräder schiebt? Hinten wird sich ja wohl auf der Rennstrecke niemand freiwillig hineinsetzen wollen. Und es bleibt auch die Frage: Wenn schon richtig Punch gefragt ist, warum dann nicht gleich den Turbo nehmen?

Smarte Porsche-Manager wussten umgehend Antwort. Es gebe ziemlich viele Kunden, die den wilden Turbo-Tritt nicht mögen und auf einem Saugmotor bestehen. Das ist immerhin ein triftiges Argument. Zudem seien die Hauptmärkte wohl Deutschland, Russland und der Mittlere Osten. Und dort ist es von einiger Wichtigkeit, ein bissl das „ich kann noch schneller“ auch herzeigen zu können.

Eben. In Österreich ist der GTS ab sofort zu haben, er kostet 144.300 Euro.

Genauer gesagt: ab.



Letztes Update am 02.02.2012, 13:23


Artikel vom 02.02.2012 13:23 | KURIER | Christian Vavra | « zurück zu Motor


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