Montag, 6. September 2010

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Steffi Graf: "Kinder können Pizza essen"

Ihre Fitness-Kette Mrs.Sporty soll stetig wachsen - auch in Österreich. In Linz sprach sie über Jaz & Jaden sowie Essen & Sport. "Sport ist meine Energiequelle".

Steffi Graf DruckenSendenLeserbrief
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Am 13. August 1999 verkündete Deutschlands Tennis-Ikone den Rücktritt vom Profisport. Elf Jahre später tritt die Ehefrau von Andre Agassi nach wie vor gertenschlank und mit dem perfekten Body-Mass-Index gesegnet, auf. Die Zeit scheint an ihr spurlos vorübergegangen zu sein. Selbst die Frisur hat sich nicht geändert. Stefanie Graf bittet zum Interview im Linzer Fitness-Club Mrs.Sporty (siehe Hintergrund) - inmitten der Sportgeräte, an denen ausschließlich Frauen trainieren.
Gesunde Ernährung und Training stehen bei der 41-Jährigen auch zu Hause in Las Vegas an oberster Stelle. "Sport ist meine Energiequelle", sagt die Mutter von Jaden (8) und Jaz (6). Vor fünf Jahren gründete sie mit Partnern in Berlin die Sportclub-Kette. Heute gibt es 400 Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Steffi Graf und Andre Agassi KURIER: Mit drei Jahren standen Sie das erste Mal auf einem Tennisplatz, mit 17 waren Sie die Nummer eins der Welt. Disziplin, Schnelligkeit und Ausdauer waren Ihre größten Stärken. Trainieren Sie immer noch gerne?
Stefanie Graf: Ja, weil ich weiß, dass es mir gut tut. Es stärkt meinen Rücken, die Knie und die Gelenke. Und es tankt mich geistig auf. Ich sehne mich nach Sport. Er gibt mir Kraft für den Tag. Er ist meine Energiequelle.

Betreiben Ihre Kinder Sport?
Mein Sohn spielt Baseball, meine Tochter ein bisschen Tennis.

Ihr Mann, Andre Agassi, sagt, dass er die Kinder nicht, wie sein Vater als er jung war, zu Höchstleistungen drängt.
Wir lassen den Kindern ihre Freiheit. Sie sollen das machen, was ihnen Spaß macht und sie haben unheimlich viel Energie dabei.


Steffi Graf mit Familie
Spielen Sie mit Ihren Kindern Tennis?

Ganz selten. Sie sind beide sehr kreativ und an Musik interessiert.

Von wem haben sie das geerbt?
Das wissen wir auch nicht. Weder von Andre, noch von mir. Sie wollten beide schon als kleine Kinder Piano spielen. Jaden spielt dazu noch Gitarre. Sport ist trotzdem ein wichtiger Teil ihres Lebens. Von Schwimmen, über Trampolinspringen bis Badminton.

Hatten Sie je Figurprobleme?
Nein, mein Leben war immer sehr aktiv. Ich kann von morgens bis abends durchmachen, ähnlich wie die Kinder.

Was Ernährung betrifft, sind Sie die Strenge in der Familie.
Die Kinder können schon Pizza essen. Zur nächsten Mahlzeit gibt es dann halt nur Proteine und Gemüse. Wichtig ist vor allem ein gesundes Frühstück. Wenn die Kinder so lange in der Schule sind, brauchen sie den richtigen Energiehaushalt.

Steffi Graf
Was haben Sie immer im Kühlschrank?

Frisches Obst und Gemüse. Ich gehe jeden Tag zum Supermarkt.

Gibt es Süßigkeiten in Ihrem Haus?

Natürlich. Aber wir versuchen, alles in Maßen zu essen, immer in Kombination mit Gesundem.

Kochen Sie gerne?
Wir kochen alle gemeinsam, auch die Kinder helfen unglaublich gerne mit. Ein Mal die Woche ist das so ein Ritual bei uns, dass wir gemeinsam kochen. Die Küche ist auch bei uns das Zentrum des Hauses.

Neben Ihrer wohltätigen Stiftung "Children for Tomorrow" gründeten Sie die Sportkette Mrs.Sporty - einen Fitnessclub nur für Frauen. Trainieren Frauen lieber ohne Männer?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es viele Frauen gibt, die das lieber haben. Auch ich trainiere lieber im kleinen Kreis. Genau das bietet Mrs.Sporty.

Steffi Graf
Was ist der Unterschied zu herkömmlichen Fitness-Clubs?

Das 30-minütige Training lässt sich in jedem Terminplan einbauen. Es ist der Club um die Ecke. 16 Trainings-Stationen sind im Kreis aufgebaut, der Trainer steht in der Mitte und gibt Anweisungen. Je 40 Sekunden wird an einem Gerät trainiert und dann zur nächsten Übung gewechselt - ein Zirkeltraining. Ausdauer, Muskelkräftigung, Koordination und Beweglichkeit werden trainiert.

Bekommt jede Kundin ein individuelles Programm?
Mir war wichtig, dass der Ernährungsplan, den wir gemeinsam erstellen, ein Bestandteil des Konzeptes ist. Wenn Sie in den Club kommen, werden Sie zu allen Fragen, die Ernährung, Fitness, Gesundheit betreffen, Antworten bekommen. Es wird ein Check-up alle sechs Wochen gemacht. Ausgebildete Trainer beraten und spornen an. Der Gesundheitsaspekt steht im Vordergrund.

Steffi Graf Wie sieht Ihr tägliches Training aus?
Meine zwei Kinder sind meine Priorität. Aber ich habe auch geschäftliche Partner und eine Stiftung. Daher ist meine Zeit fürs Training ziemlich begrenzt. Nur wenn die Kinder in der Schule sind, kann ich trainieren. Da muss es schnell und effizient sein.

Haben Sie sich bei der Erstellung des Konzepts eingebracht?

Mir war vor allem die Ernährung und die individuelle Betreuung wichtig. Aber auch im Bereich Fitness habe ich meine Erfahrungen beigesteuert.

Vor einigen Jahren hat Sie der Wiener Spezialist Reinhard Weinstabl operiert. Wie geht es dem Knie jetzt?
Sehr gut. Tennis ist ja ein sehr körperbeanspruchender Sport. Und da ich nur noch selten Tennis spiele, geht es dem Knie gut. Entscheidend ist aber, dass man den Körper stärkt.

Sie sind 41 Jahre alt und haben kein Gramm Fett. Was ist Ihr Geheimnis gegen Cellulite?
Sport und Ernährung sind die einzigen Mittel dagegen. Weniger Joggen, dafür mehr Krafttraining.

Zur Person: Stefanie Graf

Steffi Graf beim Wimbledon Sieg Wimbledon-Sieg 1992.Karriere Stefanie Graf wird am 14. Juni 1969 in Mannheim geboren. Mit drei Jahren steht sie erstmals auf dem Tennisplatz. Mit 13 beginnt sie ihre Profi-Laufbahn, mit 17 ist sie Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Sie gewinnt 107 Turniere, darunter 22 Grand Slam, ist acht Jahre lang die beste Tennisspielerin der Welt. Am 13. August 1999 beendet sie ihre Karriere.

Familie Am 22. Oktober 2001 heiratet sie Andre Agassi, vier Tage später kommt Sohn Jaden Gil zur Welt. 2003 folgt Tochter Jaz. Familie Agassi-Graf (Bild oben) lebt in Las Vegas.

Stiftung Steffi Graf ist Gründerin und Vorsitzende der wohltätigen Stiftung "Children for Tomorrow", die sich weltweit um traumatisierte Kinder kümmert.

Skandal
Anfang 1997 wird ihr Vater, Peter Graf, wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe (drei Jahre und neun Monate) verurteilt. Das Ermittlungsverfahren gegen Steffi Graf wird gegen eine Geldauflage eingestellt.

Artikel vom 22.07.2010 18:32 | KURIER | Maria Gurmann

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