Wednesday, May 16, 2012

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Am Herd mit Reinhard Nowak

Der Schauspieler und Kabarettist hadert mit seinem Bierbauch, kocht uns aber superfeine, saftige Hendlhaxln. Ein Rezept zum Reinlegen gut.

Letztes Update am 19.02.2012, 14:28


"Kommen Sie mit den Öffentlichen?" "Nein, mit der Straßenbahn." Meine verwirrte Antwort notiert sich der Kabarettist gleich für sein nächstes Programm und ich fahre dann doch mit dem Auto in den 20. Bezirk. Wir gehen’s gemütlich an. Das Hühnerzerlegen überließ Reinhard Nowak schon den Profis, ausgelöste Oberkeulen liegen bereit. "Das ist das saftigste Fleisch." Gewürze hacken, Hühnerteile marinieren. Genug Zeit für eine Wohnungsbesichtigung. Alles voller Bilder und Farben. Pink neben Sonnengelb, dazu ein lila Türstock. Goldene Bilderrahmen vom Flohmarkt, ein holografischer Tiger beißt einem beinahe die Hand ab, auf dem Klo schaltet sich mit dem Licht automatisch die Musik ein. Sehr bunt, sehr dicht, sehr stimmig. Bestimmt ein Paradies für die vierjährige Tochter. Vor 30 Jahren, beim Popodrom, stand der Schauspieler das erste Mal auf der Bühne.

Später reichte er als Komparse dem Qualtinger ein Glas Wasser, 1986 spielte er mit Schulfreund Roland Düringer erstmals ernsthaft Kabarett. Sein Ziel heute: die Premiere seines neuen Programms am 8. März und der Verlust von 10 kg Leibesumfang. Unter Anleitung seines Personal Trainers macht er Muskel- und Ausdauertraining, ab 17 Uhr gibt’s nichts mehr zu essen, Bier ist absolut tabu. Aber noch ist’s nicht fünf und wir bewegen uns wieder an den wuchtigen "Da passen zwei Gansln rein"-Herd. Jetzt der heikle Moment: Paprika im heißen Öl erwärmen, nicht zu lang, damit er nicht bitter wird, dann das Fleisch dazu. Schön. "Ich bin einer derer, bei denen das Auge mitisst." Es duftet himmlisch. Dann die große Freude – das Hendl ist zum Reinlegen gut. Danke, Herr Nowak, für ein neues Lieblingsrezept!

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?

Einbrennte Erdäpfel hab ich gehasst.

Was würden Sie nie essen?

Vom Aussterben bedrohte Tiere.

Ihr Lieblings-Snack?

Butterbrot mit Tomaten.

Ihr Lieblingslokal?

Appiano, Wien 1, Schottenbastei 4.

Ihr größtes kulinarisches Missgeschick?

Die beiden Gänse beim letzten
Weihnachtsessen. Weder weich
noch knusprig.

Indisches Huhn

Die Zutaten:

800 g Hühner-Oberkeulen, ausgelöst, ohne Haut
3 cm frischer Ingwer
3-4 Knoblauchzehen
2-3 frische Chilischoten
250 g Naturjoghurt (3,6 % Fett)
½ TL Salz
4 EL Öl
2 TL edelsüßes Paprikapulver
Koriandergrün

Hühnerkeulen jeweils 2-3 Mal durchschneiden, sodass in etwa gleich große Stücke entstehen. Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilis entkernen, fein hacken. Die drei Gewürze mit Joghurt und Salz verrühren, Hühnerstücke einlegen und eine Stunde ziehen lassen. Öl in einer Pfanne erhitzen, Paprikapulver einrühren, Hühnerstücke samt Marinade dazugeben. Bei mittlerer Hitze 20-30 Minuten garen. Korianderblättchen drüberstreuen, dazu Basmatireis.



Letztes Update am 19.02.2012, 14:28


Artikel vom 19.02.2012 11:02 | KURIER | Heidi Strobl | « zurück zu Genuss


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