Wednesday, May 16, 2012

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Krapfen im Blindtest

Eine Jury aus KURIER-Redakteuren und einem wissenden Gast unterzog acht Faschingskrapfen und damit auch sich selbst einer strengen Prüfung. Die Testergebnisse lesen Sie hier.

Letztes Update am 06.02.2012, 08:09


Der große Krapfen-Blind-Test

Zwölf unerschrockene Krapfenexperten aus dem Online-KURIER testeten Faschingskrapfen auf Herz und Nieren, also auf Optik, Geruch, Textur, Aroma, Füllung und stellten sich vor allem die Frage: Will ich diesen Faschingskrapfen aufessen oder lieber nicht?

Die Verkostung fand selbstverständlich blind statt. Die Benotung folgte dem österreichischen Schulnotensystem.

Krapfenfans Wegweiser

Das persönliche Fassungsvermögen für Faschingskrapfen in der Saison beträgt pro Österreicher zwischen 5 Stück und 150 Stück. Jedenfalls ist es nicht unendlich. Glücklich, wer seine Krapfenkapazitäten nicht mit schlechten Krapfen verschwenden muss.

Um den KURIER-Lesern die Wahl zwischen den vielen Krapfen der vielen Bäcker und Konditoreien zu erleichtern, gab sich die Redaktion des Onlinekurier die volle Härte und testete Faschingskrapfen von 7 Anbietern. Keine leichte Angelegenheit und auch nicht immer eine flaumige, aber irgendjemand muss es ja tun.

Gaststar unserer Verkostung war der Wiener Kaffeeröster Christian Schrödl. Denn wir finden, dass guter Kaffee und Krapfen eine zwingende und zutiefst österreichische Verbindung darstellen.

Als Ort der Verkostung durften wir uns über das wunderschöne Schon Schön, Ecke Lindengasse/Andreasgasse freuen, bei dessen Patrons wir uns auch an dieser Stelle bedanken möchten.

Nach einem kurzen Briefing des Testerpanels und der Bitte, nicht zu milde zu urteilen, ging es los. Krapfen mit einem Brotmesser zu zerteilen, dafür braucht es übrigens sowas wie chirurgisches Feingefühl. Am Ende stellte sich heraus: je schwieriger mit dem Messer zu zerteilen, desto flaumiger und besser.

Im Bild: Krapfengefäßchirurg Alexander Rabl bei der Arbeit.

Den letzten Platz belegten die Faschingskrapfen der Bäckerei Mann - Gesamtnote 4:

Die Kommentare der Juroren waren wenig schmeichelhaft, muss man leider sagen. "Viel zu fest und trocken" (Lukas Unger), "Riecht und schmeckt alt" und "Marmelade pappig" (Christian Schrödl), "Ein Krapfen, den man braucht wie einen Kropf. Trocken und gummi-artig." (Axel Beer), "Mag ich nicht weiteressen" (Sonja Grundtner). Alllerdings ein gemaltes Herzerl von Marcel Ludwig.

Im Bild: Reiseredakteurin Sonja Grundtner, deren Gesichtsausdruck mehr sagt als tausend Kommentare.

Knapp darüber die Krapfen der Firma Anker mit der Gesamtnote 3,8:

"Harte Schale, geschmackloser Kern" (Pascal Sperger), "Sehr künstlich anmutendes Aroma" (Christian Schrödl), "Riecht nach Plastik. Wenig Marmelade, doch das macht nichts, denn sie ist nicht gut" (Axel Beer)

Im Bild: Kulturredakteurin Stella Reinhold, der es auch nicht übertrieben gut schmeckt.

Nicht restlos begeistern die Krapfen von Felber mit der Gesamtnote 3,6:

"Nett, aber etwas zu fest und langweilig" (Lukas Unger), "Trocken und fad im Geschmack" (Christian Schrödl), "Überzeugte optisch, geschmacklich aber gar nicht" (Sonja Grundtner) – aber immerhin: "Marmelade ist gut und auch reichlich", "Geschmacklich die große Enttäuschung, Bäh" (Pascal Sperger).

Im Bild: Sport- und Newsroom-Redakteur Marcel Ludwig, der mit seinen Jurorkollegen nicht immer einer Meinung war.

Der einzige Vanillekrapfen unter den Proben hielt sich wacker - Groissböck Vanille mit der Note 2,6:

"Sehr schöne Harmonie zwischen Creme und Teig, wobei die Creme etwas zu flüssig ist" (Schrödl), "Willkommene Abwechslung" (Sperger).

Im Bild: Motor-Redakteur Pascal Sperger.

An den berühmten Puppenkrapfen vom Demel schieden sich die Geister der Jury, deshalb "nur" 2,2:

"Mit Abstand vorne, will mehr" (Lukas Unger), "Klein, aber fein und Marmelade mit gutem Säurespiel" (Christian Schrödl), "Absoluter Favorit, was Aussehen betrifft, riecht nicht so sehr nach Industriefett, mehr nach Butter" (Stella Reinhold), bis zu "Hat wenig mit Faschingskrapfen zu tun, wie ich sie gerne mag" (Sonja Grundtner) "Diesen Krapfen esse ich nicht" (Axel Beer).

Knapp geschlagen von Aida mit einer Gesamtnote von 2,1:

"Klein, aber oho" und " Mein Favorit" (Pascal Sperger), "Sieht anders aus als die anderen und wirkt handgemacht, also nicht so industriell perfekt wie der Rest und überzeugt auch geschmacklich" (Sonja Grundtner).

Die Faschingskrapfen von  Groissböck fanden dann breite Zustimmung mit einer Note von 1,6:

"Aussehen 1" (Lisa Stadler), "Sehr flaumig und mit der Konsistenz und dem Aroma von gutem Germteig" (Christian Schrödl), "Duftet und sieht auch schön aus, flaumig und nicht zu schwer" (Stella Reinhold).

Im Bild: Social-Media-Manager Lisa Stadler beim Prüfen, ob das, was gut aussieht, auch gut ist.

Applaus für den Sieger: die Faschingskrapfen vom  Ströck schaffen die Note 1,5

"Sehr feiner Geschmack, Füllung sehr süß, ohne aufdringlich zu sein“ (Lukas Unger), „Kompakter Teig mit vanilligem Geruch, angenehme Säure und Frucht bei der Marmelade" (Christian Schrödl), "Einer, der Kinderaugen zum Leuchten bringt" (Stella Reinhold). Interessant: von diesem Krapfen, der Probe Nummer 8, ließ fast kein Juror auch nur einen Bissen stehen.

Falls Ihr Lieblingskrapfen nicht unter den Besten sein sollte: Lassen Sie ihn sich trotzdem schmecken!

Die Jury: Peter Temel (Kultur), Lukas Unger (Sales), Lisa Stadler (Social Media), Pascal Sperger (Motor), Marcel Ludwig (Sport und Newsroom), Sonja Grundtner (Reise), Axel Beer (Studi-KURIER), Stella Reinhold (Kultur), Micheala Heger (Sales), Alexander Rabl (Genuss), Gast-Juror: Christian Schrödl (Kaffeerösterei AltWien).

Im Bild: Christian Schrödl beim peniblen Aufzeichnen seiner Eindrücke.



Letztes Update am 06.02.2012, 08:09


Artikel vom 02.02.2012 15:08 | KURIER | Alexander Rabl | « zurück zu Genuss


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