100 Punkte Sensation für Kracher
Wie der Vater, so der Sohn. Nach zwei 100-Punkte-Bewertungen für Alois Kracher verwirklicht auch Junior Gerhard den Traum aller Winzer.
Gerhard Kracher freut sich über die großartige Falstaff-Bewertung
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2007 war der erste Jahrgang, den Gerhard Kracher nach dem viel zu frühen Ableben seines Vaters, der Süßwein-Legende Alois Kracher, alleinverantwortlich bewältigen musste. Und es war ein außergewöhnlich schwieriges Jahr. Die Botrytis (die für Süßweine erwünschte Edelfäule) setzte so früh ein wie noch nie und verbreitete sich rasant. Der Pilz breitete sich flächendeckend über die Rebzeilen aus, sodass zuletzt der Anteil an Botrytistrauben buchstäblich 100% betrug. Wegen der gleichmäßigen Reife konnte alles in einem Erntedurchgang gelesen werden. Gut für die Qualität, aber das 35-köpfige Ernteteam war im Dauerstress und wusste gar nicht wo es anfangen sollte. 2007 ist ein Jahrgang für Liebhaber intensiver Aromen. Die Weine zeigen reife Fruchtbouquets, die typischen Botrytisnoten nach frisch gebackenem Früchtebrot sind bei einigen Gewächsen sehr klar ausgeprägt. Keine einfachen Voraussetzungen, und die gesamte Weinbranche war schon auf die ersten Bewertungen gespannt.
Gerhard Kracher im WeinkellerWichtigster Gradmesser sind die Falstaff-Punkte, die Weinguru Peter Moser vergibt. Erst zwei Mal in der österreichischen Wein-Geschichte wurden 100 Punkte vergeben, beide Male zeichnete Senior Alois Kracher dafür verantwortlich, einmal mit einem 1995er, einmal mit einem 2005er. Dass Gerhard Kracher gleich mit seinem ersten Jahrgang ein 100-Punkte-Wein gelang, ist eine Sensation. Es war die 2007 TBA No. 9 Scheurebe Zwischen den Seen (TBA = Trockenbeerenauslese), mit 344 Gramm Restzucker und dem sehr hohen Säurewert von 9,4 Gramm.
Die Beschreibung liest sich so: Kräftiges Gelb-gold. In der Nase vollreife Pfirsich-Orangen-Frucht, ein Pfauenrad an Tropenfrüchten, feinster Blütenhonig, facettenreich und verführerisch. Am Gaumen stoffig, nach süßen Heidelbeeren und Erdbeerkonfit, zart nach frischen Mandarinenstücken, rassige Säurestruktur, die den enormen Zuckerrest gut kontert, entfaltet sich prächtig auf der Zunge, frische Marille, sehr finessenreich und delikat, macht Lust auf mehr, perfektes Beispiel dafür, was mit dieser Sorte möglich ist.
In der aktuellen Kracher-Kollektion wurden aber noch zwei weitere Weine überragend bewertet: Die 2007 TBA No. 10 Chardonnay Nouvelle Vague und die 2007 TBA No. 11 Welschriesling Zwischen den Seen wurden von Peter Moser mit 98 Punkten geadelt. Neu im Sortiment sind übrigens auch zwei Weine die in Kooperation mit Heidi Schröck in Rust gekeltert wurden: ein halbtrockener Welschriesling 2006 im alten Holzfass (1500 Liter) ausgebaut und ein Ruster Ausbruch 2006.
Wein & Co bietet den Wein um € 34,90 in der Subskription an.
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