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Für ein Einzelticket sind im Vorverkauf künftig 2,10 Euro statt bisher 2 Euro zu berappen.
Für ein Einzelticket sind im Vorverkauf künftig 2,10 Euro statt bisher 2 Euro zu berappen. - Foto: christandl jürg

Letztes Update am 30.04.2013, 16:17

Wiener Linien erhöhen ab 1. Juli die Tarife. Erhöhung bei Einzel- und Monatskarten, der Preis für die Jahreskarte bleibt unverändert. Aus für die Kurzstrecke.

Lange wurde darüber spekuliert, jetzt ist es fix: Ab Sommer müssen  viele  Benützer der Wiener Linien tiefer in die Tasche greifen. Mit der Tarifreform, die am 1. Juli in Kraft tritt, werden zahlreiche Tickets der Wiener  Linien um fünf bis zehn Prozent teurer.

So kostet der Einzelfahrschein für Erwachsene künftig 2,10 Euro statt bisher 2 Euro (im Vorverkauf). Für die Monatskarte müssen ab Sommer 47 statt bisher 45 Euro bezahlt werden (siehe auch Grafik). Das geht aus einem internen Papier der Wiener Linien hervor, das dem KURIER vorliegt.


Keine Änderung gibt es hingegen bei einem rot-grünen Prestigeprojekt: Die im Herbst 2011 stark verbilligte Jahreskarte wird weiterhin 365 Euro kosten. Für den grünen Verkehrssprecher Rüdiger Maresch ist dieser Preis nun über die ganze  Legislaturperiode (bis 2015) abgesichert. Auch die Tarife  für  die Seniorenjahreskarte, das Top-Jugendticket und das Studententicket bleiben  gleich.

Bei den Wiener Linien bestätigt man das neue Tarifmodell. Die Anpassung sei notwendig, weil auch überall sonst die Preise ansteigen würden, betont ein Sprecher.

Somit kommt die sogenannte Tarifautomatik zum Tragen: Die Preise werden nach einem vorgegebenen Schema verschiedenen Indizes angepasst.

Für Diskussionen könnten aber   die weiteren Änderungen sorgen: So werden die Wiener Linien einige Ticket-Varianten gänzlich streichen – etwa die Schüler- und Lehrlingstickets. Als Alternative bleibt etwa das Top-Jugendticket um 60 Euro.   „Seit es dieses gibt, werden die Schüler- und Lehrlingskarten nicht mehr nachgefragt“, sagt der Sprecher.

Aus für die Kurzstrecke

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Foto: KURIER Grafik

Geschichte ist aber auch der  Kurzstreckentarif. Kurzstrecken sind speziell ausgewiesene Zonen auf Bim- und Buslinien sowie auf der Badner Bahn, auf denen man bisher mit einem Halbpreis-Fahrschein unterwegs sein konnte. Bei U- und S-Bahn gelten zwei Stationsabstände als Kurzstrecke.

Deren Aufhebung sieht man bei den Wiener Linien selbst als „sensiblen Punkt, bei welchem mit Kritik und Beschwerden zu rechnen ist“, wie es in dem Papier heißt. Die Kritik  kommt auch bereits: „Die ersatzlose Streichung der Kurzstrecke trifft vor allem sozial Schwache – in diesem Fall hauptsächlich die Pensionisten“, empört sich der Wiener FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache. Auf der einen Seite wolle Rot-Grün den Wienern die Öffis schmackhaft machen, auf der anderen Seite mache man sie mit solchen Aktionen mehr und mehr unattraktiv. 

Kurzstrecken-Tickets würden immer weniger genutzt, kontern die  Wiener Linien. Mittlerweile werde nur mehr jede 3000. Fahrt damit durchgeführt. Obendrein habe der Tarif  häufig zu „Missverständnissen“ geführt.

Teurer wird es übrigens auch für Schwarzfahrer: Die Strafe steigt von 100 auf 103 Euro.

Neue Stimme erstmals in den Straßenbahnen

Angela Schneider
Angela Schneider sagt ab sofort auch in der Bim die Stationen an - Foto: Jürg Christandl/KURIER

Eine weitere Neuerung betrifft die neue Öffi-Stimme: In der U-Bahn ist sie bereits zu hören – nun wird Angela Schneider erstmals in ausgewählten Straßenbahnen die Stationen ansagen. „Die neue Öffi-Stimme wird ab sofort in den Linien 1, 6, 18, 67, D und O getestet“, erklärt Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien. Dabei nehmen Techniker noch eine Feinabstimmung vor. Im Sommer heißt es endgültig Abschied nehmen von der vertrauten Stimme des alten Sprechers Franz Kaida. „Bis Ende Juli soll die Umstellung abgeschlossen sein“, sagt Gries. Die passionierte Bimfahrerin Schneider wird sich dann wohl öfter selbst sprechen hören.


Hintergrund

Die Sommer-Baustellen der Wiener Linien

(KURIER) Erstellt am 30.04.2013, 16:17

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