Wien: Kein Interesse an Igel-Schutzprojekt

Was ein Igel sonst noch gerne frisst: Hartgekochte Eier, Bananenstücke, geschälte Weintrauben, Sonnenblumenkerne und Haferflocken. Keinesfalls gehören Essensreste auf seinen Speiseplan!
Der Initiator eines Vorzeige-Projekts blitzte bei der Stadt mehrmals ab.

Auf der Suche nach einem sinnvollen Projekt, mit dem er sich in der Stadt engagieren kann, kam Christoph Käs auf die Idee, das Igel-Sterben in Wien zu bekämpfen. "Es gibt immer weniger Igel, und mit dieser einfachen Maßnahme kann man dafür sorgen, dass die Tierchen einen Platz zum Überwintern haben", erklärt der Initiator. Deshalb gibt es in Donaustadt seit einem Jahr mehrere Laubhaufen, in denen Igel die kalte Jahreszeit verbringen können.

"Das ist eine Win-Win-Situation. Die MA 42 hat etwas weniger Arbeit mit dem Laub, und die Tiere sterben nicht", sagt Käs. Der Plan ging auf – immer wieder berichteten Anrainer, dass sie Igel in den Laubhaufen beobachten konnten.

Keine Termin bei Sima

Nach dem Erfolg im 22. Bezirk wollte Tierfreund Käs das Projekt nun auch in den anderen Randbezirken der Stadt etablieren. Doch leider kämpft er seit Mai vergeblich um einen Termin bei Umweltstadträtin Ulli Sima. "Ich habe acht Mal versucht, ihr das Projekt vorzustellen. Leider hatte sie keine Zeit", sagt Käs.

Aus dem Büro Sima kam auf KURIER-Anfrage die Info, dass es bereits Laubhaufen für Igel gäbe. Warum das Projekt dann in Donaustadt durch eine Privatperson gestartet werden musste, blieb unbeantwortet. Christoph Käs hat allerdings eine Antwort darauf: "Es hat sich herausgestellt, dass es einen Haufen im 16. Bezirk gibt. Warum man sich so gegen das Projekt sträubt, ist mir ein Rätsel."

Kommentare