Wer wusste wann vom TBC-Fall? Wirbel nach Krankheitsalarm im Parlament

Österreichisches Parlament
Foto: Kurier/Juerg Christandl  

Reaktionen nach dem Tuberkolose-Fall im Parlament.

Der Tuberkulose-Fall im Wiener Parlament (der KURIER berichtete) hat heftige politische Reaktionen zur Folge. Die zentrale Frage ist, wer hat wann von der Erkrankung erfahren und wieso wurde die Angelegenheit nicht eher bekannt gemacht?

Seit Freitag befindet sich der betroffene Mitarbeiter der Parlamentsdirektion wegen offener Tuberkulose in stationärer Behandlung. Die Aufregung ist vor allem deswegen groß, weil sich der Mann noch am Dienstag im Rahmen einer Sondersitzung des Nationalrates im Plenarsaal des Parlaments inmitten der 183 Abgeordneten aufhielt.

Das Wiener Gesundheitsamt wurde am Freitag von der Parlamentsdirektion über die meldepflichtige und ansteckende Krankheit informiert. Gegen 14.30 Uhr des selben Tages erging die TBC-Warnung an die Parteibüros.

Einige Abgeordnete dürften bereits viel früher über den Vorfall informiert gewesen sein, sollen aber nicht Alarm geschlagen haben, kritisieren jetzt die Grünen. "Die FPÖ-Gesundheitssprecherin, Dagmar Belakowitsch-Jenewein, hat Freitagvormittag gesagt, dass sie schon früher davon gewusst hat. Obwohl sie Ärztin ist, hat sie nicht vor der Gesundheitsgefahr gewarnt", erklärt Dieter Brosz von den Grünen. Die Fraktion wird dazu eine parlamentarische Anfrage einbringen.

Belakowitsch-Jenewein beklagte selbst den fehlenden Informationsfluss. Sie habe von Hausarbeitern von dem TBC-Verdacht erfahren. Auch wenn die Erkrankung medizinisch noch nicht bestätigt war, hätten die Abgeordneten darüber informiert werden müssen, sagte sie.

Wegen des TBC-Falles wurde über das Wochenende eine Hotline eingerichtet. Im Parlament finden am Montag und Dienstag Informationsveranstaltungen für alle Mitarbeiter statt.

(kurier) Erstellt am
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