Letztes Update am 09.07.2012, 11:15
U1-Sperre: Das große Chaos blieb aus.
Seit dem Wochenende ist die U1 zum Teil nicht mehr benützbar – die Fahrgäste nahmen den Ausfall allerdings recht gelassen hin.
Der Abschnitt zwischen Schwedenplatz und Reumannplatz ist aufgrund von Sanierungsarbeiten bis 26. August gesperrt.
Ein Ersatzverkehr mit Straßenbahnen wurde eingerichtet – und der Auftakt zur Teilsperre verlief laut Wiener Linien ohne gröbere Probleme: Lediglich eine S-Bahn-Ausweichroute war kurzfristig blockiert.
"Momentan läuft es ganz gut", zeigte sich eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe im Gespräch mit der APA zufrieden. Es gebe kein Gedränge bei den Einstiegsstellen zu den Ersatz-Straßenbahnen.
Die Überraschung über die Stilllegung der U-Bahn hielt sich offenbar in Grenzen. "Die Leute wissen Bescheid, aber natürlich gibt es Fragen", berichtete die Sprecherin.
Beantwortet werden diese von den zahlreichen Mitarbeitern der Wiener Linien, die wegen der Sperre im Einsatz sind.
Großräumiges Ausweichen wird empfohlen: Die S-Bahn verkehrt auf der Stammstrecke im 3-6 Minuten-Takt, auch die übrigen vier U-Bahn-Linien verkehren in kürzeren Intervallen als gewohnt.
Die Sperre ist nötig, da das betreffende U-Bahn-Teilstück auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird.
Was laut den Verkehrsbetrieben angesichts des Alters notwendig war: Denn die Strecke hat bereits 35 Jahre auf dem Buckel.
Zudem muss die U1 auch wegen der anstehenden Verlängerung nach Oberlaa modernisiert werden. Auf dem nun gesperrten Bereich sind jeden Tag rund 50.000 Menschen unterwegs.
In Sachen Arbeiten wurde bei den Wiener Linien jedenfalls nicht lange gefackelt: Bereits kurz nach Beginn der Sperre wurde schon in den Nachtstunden heftig gewerkt.
Seit Betriebsbeginn sind Ersatz-Bims im Einsatz, konkret die neuen Straßenbahnlinien 66 und 68. Der "68-er" verbindet den Otto-Probst-Platz mit dem Schwedenplatz...
...er wird am Wochenende auch in der Nacht unterwegs sein. Die Line 66 verkehrt zwischen Oberlaa und der Oper. Auch Buslinien im Umfeld werden verstärkt.
Pausieren wird während der Sanierungsphase hingegen die Straßenbahnlinie 67, da ihr Verlauf durch die Ersatz-Bims abgedeckt wird.
Laut Wiener Linien müssen die Benutzer des Ersatzverkehrs mit rund 15 Minuten Zeitverlust rechnen.
Die Wiener Linien haben mit U-Bahn-Teilsperren inzwischen Erfahrung. Im Vorjahr musste die U6 im Sommer teilweise eingestellt werden, was jedoch - jedenfalls im Vergleich zur lange geplanten U1-Pause - relativ kurzfristig entschieden wurde.
Grund waren Arbeiten an der Station Josefstädter Straße, die umfangreicher ausfielen als geplant.
Der Betrieb wurde zwischen den Stationen Westbahnhof und Alser Straße eingestellt. Der erste Tag der Sperre fiel damals auf einen Montag, wodurch zum Auftakt auch zahlreiche Pendler betroffen waren.
Damals gab es anlässlich des verlängerten Betriebsschlusses keine Festivität. Diese haben die Wiener Linien nun nachgeholt: Die Modernisierung der U1 wurde in der vergangenen Nacht mit einer eigenen Party-Bim, in er ein DJ seine Dienste versah, gefeiert.
(apa/ep)
Erstellt am 09.07.2012, 11:12