Student wird von Polizei zum Nazi-Prozess gebracht

Gericht
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH Im Dezember blieb Leon Ms Stuhl leer.

Am 16. Dezember warteten Geschworene und Richter vergeblich auf Leon M.

Der Prozess steht von Anfang an unter keinem guten Vorzeichen: Die Verhandlung hätte schon am 16. Dezember vergangenen Jahres stattfinden sollen, aber Geschworene und Richter warteten im Wiener Landesgericht vergeblich auf den mutmaßlichen Neonazi Leon M.

Der Däne studiert an der Universität Wien Geschichte. Unter seinem richtigen Namen, aber auch unter dem Decknamen "Leon Reconquista" befüllt er eine Facebook-Seite mit Propaganda-Bildern aus der Zeit des Nationalsozialismus, verbun-den mit rechtsextremer Hetze gegen Muslime, Afrikaner und Linke. Es sei Zeit, für den Nationalsozialismus zu kämpfen, schreibt der Student. Er wurde wegen NS-Wiederbetätigung sowie Verhetzung angeklagt.

Richter Georg Olschak hatte Leon M. im Dezember 2014 in U-Haft nehmen lassen; der Däne saß über Weihnachten im Gefängnis. Vor drei Tagen wurde er entlassen, das Oberlandesgericht Wien sah keinen Haftgrund.

Zur Verhandlung am kommenden Montag lässt Olschak den Studenten zur Sicherheit von der Polizei vorführen. Es ist fraglich, ob sich M. zur Anklage äußern wird – bis jetzt hat er nicht einmal mit seiner Pflichtverteidigerin gesprochen.

(kurier) Erstellt am
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