Pürstl: "Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein"

Gerhard Pürstl
Foto: KURIER/Franz Gruber Polizeipräsident Gerhard Pürstl

Kritik an Verhaltenstipp des Wiener Polizeipräsidenten. Pürstl: "Seit Jahrzehnten gültige Vorsichtsmaßnahmen."

Die Grünen übten am Donnerstag Kritik am Wiener Landespolizeipräsidenten Gerhard Pürstl, der in einem Interview mit der Krone mit den Worten zitiert wurde: "Frauen sollten nachts generell in Begleitung unterwegs sein, Angst-Räume meiden und in Lokalen keine Getränke von Fremden annehmen."

"Sollen Frauen nun mit Bodyguards herumlaufen, damit sie später nicht in die Ecke 'selber schuld' gedrängt werden?"

"Sollen Frauen nun mit Bodyguards herumlaufen, damit sie später nicht in die Ecke 'selber schuld' gedrängt werden?", fragte Grünen-Frauensprecherin Berivan Aslan in einer Aussendung. "Wenn der Polizeipräsident meint, dass die Wiener Polizei nicht in der Lage ist, Frauen vor Angriffen zu schützen, dann hat er auf ganzer Linie versagt", betonte außerdem Sicherheitssprecher Peter Pilz.

"Falscher Eindruck"

Dem KURIER erklärt Pürstl, dass in dem verkürzten Interview ein falscher Eindruck entstehe. Er habe lediglich auf die seit Jahrzehnten gültigen Vorsichtsmaßnahmen der Kriminalprävention hingewiesen. Beispielsweise jene Maßnahmen, die vermeiden sollen, dass Frauen Opfer von K.-o.-Tropfen werden. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ergänzt: "Die Polizei wird jedem einzelnen Fall mit null Toleranz nachgehen. Wir Frauen lassen uns sicher keinen Millimeter in unserer Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum einschränken."

Nach massiven Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln hat nun auch die österreichische Polizei von mehreren Fällen in der Stadt Salzburg berichtet. Dass die Übergriffe erst jetzt publik wurden, habe aber nicht mit Verschweigen zu tun, sagte eine Polizeisprecherin. Vielmehr dürfte erst die umfangreiche Medienberichterstattung Betroffene dazu animiert haben, sich zu melden.

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(apa / dw) Erstellt am
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