Medizinstuden­ten wehren sich gegen Strache-Posting

PK NACH FPÖ-BUNDESPARTEIVORSTAND: STRACHE
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER Die Wiener Medizinstudenten können mit Straches Solidarität nicht viel anfangen

Der FPÖ-Chef solidarisierte sich auf seiner Facebook-Seite mit den Wiener Spitalsärzten - zum Missfallen Hunderter Medizinstudenten.

Normalerweise findet man unter den Facebook-Einträgen von HC Strache fast ausschließlich wohlwollende Kommentare von Partei-Sympathisanten. Unter einem Posting, das der FPÖ-Chef vor zwei Tagen geschrieben hat, ist jedoch Hunderte Male derselbe Text zu lesen - und der ist alles andere als zustimmend.

In seiner Nachricht, die mittlerweile von der Seite verschwunden ist, solidarisierte sich Strache mit den Wiener Spitalsärzten, die vor zwei Tagen wegen schlechter Arbeitsbedingungen ihre Streikbereitschaft angekündigt hatten.

11696504_10153523380423469_431616223_n.jpg Foto: Screenshot

Dass sich Strache auf die Seite der Ärzte stellte, gefiel einer Studentin der MedUni Wien gar nicht. In einem Kommentar schrieb sie folgenden Text:

"Wagen Sie es ja nicht hier ungebeten für Meinesgleichen zu sprechen! Sie und Ihre von Gewalt und Aggressivität geladenen Kommentare helfen dem österreichischen Gesundheitssystem sicherlich in keinster Weise weiter. Vielmehr sind Ihre menschenverachtende Politik und täglichen Hasstiraden der Grund, warum ein Abwandern in Länder in denen sich Menschen freundlicher begegnen sehr reizvoll erscheint. Ich weiß, Sie befinden sich im Wahlkampf, jedoch sollten Sie sich für Ihre Kampagnen nicht unbedingt Angehörige von SOZIALberufen suchen. Mit freundlichen Grüßen, die zukünftige Ärzteschaft!"

Gegen Instrumentalisierung

"Nach immer wiederkehrenden geschmacklosen und hetzerischen Kommentaren zur Flüchtlingswelle oder den Geschehnissen in Graz musste ich mich zu diesem Beitrag äußern", so die Studentin Anika S. "Mir ging es nicht um den beinahe richtigen Inhalt des Artikels, sondern um die Tatsache, dass er diese Umstände nutzt, um Ängste - Sorge nach ausreichender medizinischer Versorgung usw. - zu schüren und Unentschlossene als Wähler zu gewinnen. Außerdem war das Posting so formuliert, dass man glauben könnte, Ärzte und Jungmediziner würden mit ihm und seinem Einsatz für uns sympathisieren." 

Nach Angaben der Studentin wurde ihr Kommentar kurz darauf von Strache gelöscht und sie selbst von ihm blockiert. Daraufhin rief sie ihre Uni-Kollegen und Kolleginnen dazu auf, denselben Text unter Straches Eintrag zu posten. Wie mehrere Studierende berichten, waren es ursprünglich mehr als 800 Kommentare, ein Großteil sei jedoch von Strache wieder gelöscht worden. Der FPÖ-Chef hat sich bislang nicht zu der Aktion geäußert.

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(KURIER / jupf) Erstellt am
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