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Am Montag erschien dieses FPÖ-Inserat in einer Gratiszeitung.
Am Montag erschien dieses FPÖ-Inserat in einer Gratiszeitung. - Foto: kba/fch.pdf

Letztes Update am 16.01.2013, 21:01

Kardinal rügt Strache wegen Zeitungsinse­rat. Schönborn ist über FPÖ-Werbung empört. Zudem sorgt eine Polizeiaktion nahe der Kirche für Aufregung. Vier Asylwerber in Haft.

Im Büro des Wiener Kardinals Christoph Schönborn findet man klare Worte: „Wer den Asylwerbern in diesen Tagen in der Votivkirche beisteht und sie mit dem Lebensnotwendigsten versorgt, ist sicher kein Täter“, sagt Michael Prüller, Sprecher des Kardinals und der Erzdiözese Wien. „Mit Asylbetrug hat das nichts zu tun.“

Grund für die Empörung: Die FPÖ inserierte Anfang der Woche in der Gratiszeitung heute, um gegen die Besetzung der Kirche Stimmung zu machen. „Schubhaft, zwangsernähren und abschieben!“, forderten FPÖ-Chef Heinz Christian Strache und sein Stellvertreter Johann Gudenus. Im KURIER-Gespräch stellt Prüller klar: „Wenn in der Kirche weiter unter normalen Verhältnissen demonstriert wird, ist die Erzdiözese weiter gegen eine Räumung mit Gewalt. Wir würden uns aber wünschen, dass die Betroffenen den Hungerstreik beenden und Alternativquartiere beziehen.“


Erneuter Polizeieinsatz

Am Mittwoch wurde auch bekannt, dass die Fremdenpolizei bereits am Samstag vier Asylwerber des in der Votivkirche untergebrachten „Refugee Camp“ in Schubhaft genommen hat. Ausgelöst wurde der Einsatz offenbar durch einen anonymen Hinweisgeber. Dieser habe behauptet, in einem Haus nahe der Kirche hielten sich illegale und bewaffnete Einwanderer auf. Letzteres stellte sich als falsch heraus. Dennoch nahm die Polizei sechs Personen wegen illegalen Aufenthalts fest. Vier kamen in Schubhaft.

Für die Caritas ist dieses Vorgehen unverständlich. Sprecher Klaus Schwertner betont, dass nach Pakistan mangels Übereinkommens ohnehin keine Abschiebungen durchgeführt werden könnten. Zudem kritisiert er, dass wiederholt Beamte des Verfassungsschutzes Kontrollen in der Kirche durchgeführt hätten. „Es gibt kein Sicherheitsproblem. Die Flücht­linge gehen sehr respektvoll mit dem Raum um.“ Die Polizei versicherte nun, dass keine Visiten in der Kirche mehr durchgeführt würden.

(kurier) Erstellt am 16.01.2013, 21:01

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