Gutachten: Au-pair wurde gewaltsam erstickt

Lauren Mann Au-Pair
Staatsanwaltschaft bestätigt: Die 25-jährige Lauren Mann wurde Ende Jänner getötet.

Der Tod der 25-jährigen US-Amerikanerin Lauren Mann Ende Jänner sorgte für Rätselraten. Starb die junge Frau eines gewaltsamen Todes? Oder vielleicht doch durch einen Unfall?

Das von der Staatsanwaltschaft Wien in Auftrag gegebene Gutachten hält nun – zwei Monate später – erstmals fest: Lauren Mann wurde gewaltsam erstickt. Das bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, am Mittwoch Nachmittag dem KURIER. Das entsprechende Papier sei eingetroffen. Damit wird der Mordverdacht nun bekräftigt.

DNA-Spur auf Leiche

Gutachten: Au-pair wurde gewaltsam erstickt
Leichenfund in der Wiedner Hauptstraße 51, 26.01.2016 Wien
Noch genauere Details zur Todesursache wollte man im Hinblick auf die Ermittlungen nicht bekanntgeben. Denn der Hauptverdächtige Gambier Abdou I. konnte noch immer nicht befragt werden. Dieser soll den Ermittlungsstand nicht schon vorab aus der Zeitung erfahren. Offenbar wurden aber auch DNA-Spuren von ihm auf der Leiche der aus Colorado stammenden Frau gefunden, erfuhr der KURIER aus Ermittlerkreisen.

Der Afrikaner sitzt derzeit im Kanton Thurgau in der Schweiz in Haft und wartet auf seine Auslieferung. Das Schweizer Bundesamt für Justiz hat zwar Anfang März grünes Licht gegeben, allerdings hat der 23-Jährige eine 30-tägige Einspruchsfrist, die noch abgewartet werden muss. Somit dürfte die Auslieferung nach Wien spätestens im Laufe des Monats April durchgeführt werden.

Gambier wurde zuvor abgeschoben

Wie berichtet, soll der Gambier im Mai 2014 in Italien angekommen sein und dort einen Asylantrag gestellt haben. Später dürfte er in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs gewesen sein. Auch im Flüchtslingsquartier in Erdberg fand er zuletzt Unterschlupf. Dort war er bis Anfang Dezember 2015 untergebracht, anschließend wurde er nach dem Dublin-Abkommen wieder Richtung Italien zurücküberstellt.

Offenbar reiste der Afrikaner anschließend erneut illegal nach Österreich ein und lebte hier als U-Boot. Wie lange genau, ist noch unklar. Die Amerikanerin könnte er über das Portal Couchsurfing kennengelernt haben – dort werden Übernachtunsgmöglichkeiten angeboten. Mann war dort aktiv und berichtete davon, auf diese Weise viele Freundschaften geschlossen zu haben.

Abdou I. gilt auch in einem weiteren Fall als Hauptverdächtiger. Er soll bereits 2014 in Deutschland einen zehnjährigen Buben missbraucht haben.

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