Fanclub der Massenmörder in Wien

IS-Sympathisanten…
Foto: /Internet Dschihad-Kapperl der Mördermiliz IS werden über den Account vertrieben<span>. </span>

Irakisch-syrische Terrormiliz hat eine starke Sympathisantenszene in der Bundeshauptstadt.

Die Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gelten als die gegenwärtig gnadenlosesten Massenmörder. Sie rotten in Syrien und im Irak ganze Landstriche aus. Still und heimlich hat sich in Wien eine Sympathisantenszene gebildet, die sogar einen Fanartikel-Shop betreibt. Eine Szene, die dem Verfassungsschutz Sorgen bereitet.

Der große Renner sind derzeit Camouflage-Kapperln mit Dschihad-Aufdrucken und dem IS-Symbol, die per Facebook angeboten werden. Man bekommt sie bei einem Aktivisten namens Muslim A. in einer angeblichen Moschee in Wien-Donaustadt. Dort gibt es keine Moschee, wie ein KURIER-Lokalaugenschein ergab. Vermutlich handelt es sich nur um eine Wohnung. Die Ware löst fast hysterisch-begeisterte Reaktionen bei den Sympathisanten aus: "Salam alleikum, ich auch die schwarze mit la ilaha ilallah." (Siehe Screenshot oben)

screenshot… Foto: /screenshot Mehr als 200 Fans hat der Wiener Extremistenclub auf Facebook.  228 Facebook-Freunde hat der Extremisten-Fanclub. Der Hauptdarsteller Muslim A. posiert mit Dschihadfahne und Kampfanzug vor der Moschee in Floridsdorf und anderen Orten in Wien. Seine Fans sind Halbwüchsige mit Migrationshintergrund aus den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Beispielsweise der HTL-Schüler aus Afghanistan mit Vorliebe für Boxen und Ringen. Oder ein 15-jähriger "Diener bei Allah" aus Tschetschenien. Aus Mazedonien stammt ein Terroraspirant, der sein Gesicht in die Dschihad-Fahne gespiegelt hat. Dabei ist auch ein tschetschenischer Installateur aus der Großfeldsiedlung. Ein Dschihad-Fan behauptet, auf einem Lagerplatz der Mineralölverwaltung zu wohnen.

Symptome

Vor wenigen Tagen begannen die IS-Chefs mit einer Internet-Rekrutierungsoffensive für Europa. In der Wiener Szene ist der Boden dafür bereits aufbereitet, fürchtet man beim Verfassungsschutz. Denn die Jugendlichen zeigen bereits fortgeschrittene Symptome. Dazu gehört es, mit dem bisherigen sozialen Umfeld zu brechen. Ein türkischstämmiger Migrant ist gerade dabei, das zu tun. Er postet: " Habe alle falschen Freunde gelöscht in meinem Leben und bin auch froh damit. Ich möchte insallah die wahren Freunde in mein Kreis finden."

Der Verfassungsschutz kann dagegen nichts unternehmen. Es ist nicht verboten, mit einer Dschihad-Fahne durch Wien zu laufen oder Terror-Kapperln zu verkaufen. Und solange den Jugendlichen nicht konkrete Straftaten vorgeworfen werden können, sind der Polizei die Hände gebunden.

Mitarbeit: Paul Krisai

Islamischer Staat

Österreicher in Diensten des Terrors

Verfassungsschutz vermutet bis zu 50 Österreicher in den Reihen der Dschihad-Organisation IS.

File photo of masked Sunni gunmen chanting slogans
Foto: REUTERS/STRINGER

Ein Drittel der dschihadistisch-salafistischen Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak soll sich bereits aus Europäern rekrutieren. Das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) geht davon aus, dass sich auch mindestens zwei Dutzend Österreicher unter ihnen befinden.

Überläufer

Angaben über die Stärke der Islamisten-Armee reichen je nach Quelle von 1000 bis 15.000. Seit einigen Wochen verzeichnen die Extremisten aber stetigen Zuwachs. Es laufen scharenweise Kämpfer der regionalen syrischen Bürgerkriegsparteien zur IS über. So sollen sich vier Kommandeure der vom Assad-Regime desertierten Freien Syrischen Armee (FSA) der IS angeschlossen haben. Auch El-Kaida-Gruppierungen zieht es zur IS.

Die besondere Attraktivität der IS mache deren militärischer Erfolg aus, meinen internationale Beobachter. So sollen IS-Kämpfer 450 Millionen US-Dollar aus der Zentralbank in Mossul geholt haben. Außerdem sind ihnen umfangreiche Waffenlager der irakischen Armee in die Hände gefallen.

Werbeoffensive

Und jetzt haben sie auch noch eine Werbeoffensive in Europa gestartet. Freitag wurde über Twitter ein Anwerbevideo mit bewaffneten Kriegern in Englisch, Deutsch und auf Russisch veröffentlicht. Die Krieger mit britischem und australischem Akzent preisen die Tugenden des Heiligen Krieges und fordern die Zuschauer auf, sich ihnen anzuschließen.

Für Extremisten ist es kein Problem, in die IS-Zentrale zu gelangen. Sie buchen Flüge in die Türkei. Von dort kann man ohne Visum die syrische Grenze überqueren. Die IS-Zentrale befindet sich in der nordsyrischen Stadt Ar-Raqqa. Bewohner berichten, dass dort alle Hotels und Quartiere bereits von Kämpfern aus Nordafrika und Asien belegt seien – zunehmend auch von Europäern. Genau dort vermutet der heimische Verfassungsschutz auch den Großteil der etwa 50 Austro-Dschihadisten, die sich noch im Kriegsgebiet aufhalten sollen. 100 Österreicher stehen auf der Syrien-Terrorliste des BVT. Sie haben so gut wie alle einen Migrationshintergrund. Besonders hoch ist der Anteil an Tschetschenen.

Einige sind inzwischen wieder heimgekehrt. Sie werden als gefährlich eingestuft. Und 20 sollen bei Kampfhandlungen getötet worden sein. Wobei der amtliche Nachweis des Todes schwierig ist. Die meisten werden an Ort und Stelle verscharrt. Zeugenaussagen über die Todesumstände sind meist mangelhaft. Der letzte Akt geht bei den Heimat-Bezirksgerichten der Vermissten über die Bühne. Dort werden sie auf der amtlichen Anschlagtafel aufgefordert, sich bis zu einem bestimmten Stichtag zu melden. Wer sich nicht meldet, gilt schließlich auch amtlich als tot.

(kurier) Erstellt am
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