Wenn Wirte für Obdachlose auftischen

Gruft…
Foto: Ludwig Schedl Unterstützen „Essen für die Gruft“ tatkräftig: Ch. Konrad, M. Landau, W. Turecek und B. Querfeld.

150 Gastronomen zeigten Solidarität und spendeten jeweils Einnahmen eines Tisches.

Für die vom Leben durchgeschüttelten Menschen bedeutet die Gruft in Wien-Mariahilf nicht nur Wärme, Nahrung und Schlafplatz. Die Caritas-Institution gibt seit  mehr als 25 Jahren vor allem Hoffnung und die Gewissheit, die eine oder andere eisige Winternacht zu überstehen.

Mehr als 20.000 Nächtigungen und 100.000 ausgegebene  Essen wurden 2012 verzeichnet. Tendenz weiter steigend. Denn die Armut findet auch in der reichen Metropole Wien immer neue Opfer.

Größtes Charity-Dinner

Mit der Aktion  „Essen für die Gruft“ bewiesen etwa 220 Wiener Gastronomen – international beachtete – Solidarität mit den Obdachlosen. Pro Gaststätte, Wirtshaus, Café oder Restaurant  gehen die Umsätze  jeweils eines Tisches  von Samstag, 27. April, an die Gruft. Getragen wird das hiermit weltweit größte Charity-Dinner von der Wirtschaftskammer, der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, dem KURIER sowie dem Wiener Bezirksblatt.

„Dass sich bereits beim ersten Mal so viele Lokale an dieser Aktion beteiligt haben, ist ein sensationeller Erfolg. Wir alle freuen uns unheimlich über diese Welle der Solidarität“, freute sich  Caritas-Direktor Michael Landau am Samstag beim Schnitzelverteilen.

Der Chef der Wiener Kaffeesieder, Berndt Querfeld, er ist Inhaber  von neun Cafés,  machte  gerne  mit: „Diese Aktion ist einfach gut,  weil sie vom Herzen kommt.“

Für Christian Konrad, den seit Kurzem in  (Un)-ruhestand  stehenden  Ex-Raiffeisengeneral,  war eines klar: „Ein Tag wie dieser soll uns bewusst machen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man mit Genuss satt wird.“ Nachsatz: „Die Gruft erdet jeden, der sich mit den Menschen und  ihren Schicksalen  beschäftigt.“

Und Wilhelm Turecek von der Wirtschaftskammer appellierte indirekt an alle, denen es besser geht als den  Gruft-Kunden: „Wer hierher kommt, sieht, wie wichtig es ist, dass man teilt.“ Für die Schnitzel mit Kartoffelsalat  sorgte das Raiffeisen-Kochteam. Am gestrigen Tag wurde das Gruft-Klientel einfach ein Mal verwöhnt.

(kurier) Erstellt am
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