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KURIER
„ Blimi, zah an!“ Bezirkschefin Renate Kaufmann hat in Mariahilf eine Mehrheit für die Mahü Neu, Thomas Blimlinger hadert in Neubau noch mit der SPÖ - Foto: Martin Winkler

Letztes Update am 09.09.2012, 17:16

Endspurt auf der Mariahilfer Straße. Zwei Bezirksvorsteher haben ein Ziel: Die Mariahilfer Straße soll teilweise zur Fußgängerzone werden. Kurz vor der Entscheidung werden neue Details publik.

Für Renate Kaufmann geht es um viel. Seit elf Jahren regiert die Wienerin den sechsten Bezirk (SPÖ), und seit elf Jahren verfolgt sie ein und dasselbe Ziel: "Die Mariahilfer Straße soll zur Fußgängerzone werden." Was unter roter Alleinherrschaft nicht möglich war, könnte nun unter Rot-Grün und nach zuletzt heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Bezirksparteien Wirklichkeit werden. Das Projekt "Fuzo Mariahilfer Straße" wird – so ergeben KURIER-Recherchen – immer konkreter. Im Rathaus heißt es: "Die Eckpunkte stehen fest. Die Finanzierung steht. Es sind nur noch einige Detailfragen offen. Eine Entscheidung könnte in den nächsten Tagen fallen."

Neue Details ...

Grafik
Foto: KURIER

Konkreter ist Mariahilfs Bezirkschefin: "Fix ist: Der Abschnitt zwischen Andreas- und Kirchgasse soll zur Fußgängerzone werden", sagt Kaufmann (alle Details siehe Grafik). "Die Abschnitte davor und danach werden verkehrsberuhigt und sollen nur Anrainern und Lieferanten offen stehen." Demnach plane Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (G) ein elektronisches Chipsystem, das Anrainern den ganzen Tag und Lieferanten bis 10.30 Uhr die Zufahrt gestattet. Im Büro Vassilakous werden die Überlegungen zum Chipmodell, nicht aber die konkrete Geltungsdauer bestätigt. "Wir lassen die Systeme gerade prüfen." Denkbar wäre auch, dass bis auf Straßenniveau senkbare Poller die Zufahrt zur Shoppingmeile regeln. Vassilakou ist zuversichtlich, dass die Neugestaltung bis Jahresende in den Bezirksvertretungen beschlossen wird: "Es ist von zentraler Bedeutung für Wien. Die Straße würde als Einkaufsmeile unterstützt, und zwei grünarme Bezirke würden mehr Grünflächen erhalten."

Dem Vernehmen nach soll es auch mit den Wiener Linien eine Einigung geben. Demnach wird die Linienführung des 13A beibehalten, über den exakten Streckenverlauf des 2A sollen Anrainer in einem nächsten Schritt selbst entscheiden. "Die Bürger sollen auch die frei werdenden Parkflächen mitgestalten", sagt Kaufmann.

Fix ist auch, dass -zig Querstraßen zur Sackgasse erklärt werden, und dass auf Teilstücken der Web- und Schottenfeldgasse die Einbahnregelung umgedreht wird. "Damit ist hier eine durchgängige Querung nicht mehr möglich. Die Bezirke werden verkehrsberuhigt", sagt Kaufmann. Auf der Gumpendorfer Straße wird die Querung vom Gürtel bis zum Ring ebenfalls unterbunden. "Am Getreidemarkt wird es ein Rechtsabbiegegebot geben. "Ich wünsche mir hier aber auch weiterhin eine Tempo-30-Zone."

... und letzte Stolpersteine

Kaufmann ist ihrem politischen Ziel heute so nahe wie nie. "In Mariahilf haben wir eine rot-grüne Mehrheit für das Projekt." Das Problem: Thomas Blimlinger, grüner Bezirkschef in Neubau, hadert noch mit der SPÖ. "Wir konnten uns noch nicht in allen Fragen einigen." Vor allem bei den Querungen der Mariahilfer Straße spießt es sich. Das betrifft die Schottenfeldgasse, aber auch die Zieglergasse. Derzeit kann man von Mariahilf aus der Otto-Bauer-Gasse kommend ein kurzes Stück über die Shoppingmeile fahren und in die Zieglergasse einbiegen. Das will Blimlinger unterbinden – sehr zum Ärger der SPÖ. "Man muss den Bezirk schon auch noch erreichen können", sagt der rote Bezirkschef Rainer Husty. Er ist dafür, zwei Varianten auszuarbeiten und dann noch einmal mit den Bürgern darüber zu reden. Doch Genosse Husty hat die Rechnung ohne Genossin Kaufmann gemacht. Sie sagt: "Glücklicherweise hat die Vizebürgermeisterin letztlich auch die Möglichkeit, eine Entscheidung ohne die Bezirke herbeizuführen."

(kurier/Martin Gantner, Elias Natmessnig ) Erstellt am 09.09.2012, 16:56

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