Code "88" in FPÖ-Aussendung

Uwe Sailer, Gewinner des Ute-Bock-Preises für Soli…
Foto: /Privat Uwe Sailer wurde aus FP-Kreisen kontaktiert und schaltete die Justiz ein.

Datenforensiker Uwe Sailer erstattet Anzeige wegen Wiederbetätigung.

Am 16. November publizierte der FPÖ-Parlamentsklub eine Presseaussendung des aus Pfarrkirchen bei Bad Hall stammenden Abgeordneten Gerhard Deimek zum Thema "Vernunft statt Sanktionen gegen Israel". Mitten im Text war die Ziffernkombination 88, die als Code für "Heil Hitler" gilt, zu lesen. "Ich möchte hier ganz entschieden warnen. Die Sanktionskeule scheint zum88 bestimmenden Werkzeug der europäischen Außenpolitik zu werden", forderte der FPÖ-Technologiesprecher eine vernunftorientierte Debatte.

Am Tag darauf ließ der FPÖ-Klub verkünden, dass bei der Aussendung "ein bedauerlicher Fehler" passiert sei. Deimeks Zitat wurde ohne der Zahl 88 angeführt.

Der 51-Jährige bestritt auch jede Verantwortung dafür. In einem Brief an Israels Botschafter Zvi Heifetz entschuldigte er sich für den Eklat, "obwohl ich keinerlei Schuld an dem tragischen Vorfall trage". Und FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erklärte wenig später gegenüber dem Standard, der Fall sei geklärt: Die kleine Tochter des Pressereferenten habe zwei Mal auf die Tasten gedrückt.

Datenforensiker Uwe Sailer erstattete nun aber gegen Deimek, einen Mitarbeiter des FPÖ-Parlamentsklubs sowie unbekannte Täter Strafanzeige wegen des Verdachts der NS-Wiederbetätigung. "Ein Informant aus der FPÖ hat mir versichert, dass der in meiner Anzeige angeführte Mitarbeiter hinter der Tat stecken soll. Angeblich war er über Deimeks israelfreundliche Aussendung verärgert. Das soll die Staatsanwaltschaft jetzt klären", betont Sailer.

(kurier) Erstellt am
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