Der Jagdorden des toten Verfassungsrich­ters

Antonin Scalia
Foto: AP/Charles Rex Arbogast Antonin Scalia, 79, vertsarb bei einer Jagdeinladung

Ein altösterreichischer Jagdorden ist Thema
in Washington. Der verstorbene Richter Scalia war Mitglied.


Der verstorbene Richter Scalia war Mitglied.Der Großprior des internationalen St. Hubertus Ordens, Maternus Lackner, Forstdirektor der Flick’schen Gutsverwaltung in Rottenmann,  wundert sich über die Aufmerksamkeit, die sein  christlicher Jägerkonvent plötzlich hat.  Der bekannteste Verfassungsrichter der USA, Antonin Scalia, war   ein Ordensmitglied, sagt der Großprior und beendet damit Spekulationen der Washington Post.
Der 79-jährige  Scalia starb am 13. Februar bei einer Jagdeinladung in Texas, an der 36 Jäger,  Rechtsanwälte und Geschäftsmänner, vermutlich alle Ordensmitglieder, teilgenommen haben.  Nach der Wachteljagd war er früh zu Bett gegangen. Am nächsten Morgen fand man ihn tot in seinem Zimmer. Friedlich entschlafen.  
 Die Washington Post berichtete am Donnerstag über den geheimnisvollen Jagdorden, der 1695  vom österreichischen Adligen Graf Franz Anton von Sporck gegründet wurde.  Seit  1950  ist der Ritterorden international aufgestellt mit Balleien (Ordensprovinzen) in Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Kanada, Deutschland, Ungarn und den USA.
Der Orden hat in Österreich nur 135 Mitglieder, weltweit sind es  höchstens 370. Ein Mal im Jahr gibt es ein Fest im Stift Kremsmünster. Scalia sei nie da gewesen, sagt der Großprior. „Wir pflegen eine ethische Gesinnung zum Waidwerk und sind ein nicht mehr rein katholischer, sondern christlicher Orden.“   Der Ordensspruch lautet: „Ehret den Schöpfer, indem ihr seine Geschöpfe ehrt.“


Keine  Chance  für Graf Ali

„Ein Alfons  Mensdorff-Pouilly hat bei uns nichts verloren“, sagt Maternus Lackner. „Die Gatterjagd, die er betreibt,  lehnen wir entschieden ab.“
Scalias    Tod sorgt in Washington für innenpolitische Turbulenzen. Denn der noch von Ronald Reagan auf Lebenszeit eingesetzte Konservative soll durch einen liberaleren Richter ersetzt werden. Das wünscht sich zumindest Barack Obama, denn damit könnte er im   Supreme Court  mit seinen neuen Höchstrichtern eine linke Mehrheit zustande bringen. Die Republikaner wollen das unter allen Umständen verhindern und den Posten bis zur Angelobung des nächsten Präsidenten nicht besetzen.
Scalia entstammte einer sizilianischen Akademikerfamilie. Er hatte mit seiner Frau neun Kinder und war sehr katholisch.

(kurier) Erstellt am
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