Missbrauchsop­fer wirft Papst Untätigkeit vor

Peter Saunders poses before a news conference in R
Foto: REUTERS/TONY GENTILE Peter Saunders

Der Brite Peter Saunders soll die Kinderschutzkommission verlassen - und wettert weiter.

Peter Saunders kämpft seit Jahren gegen Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Anti-Pädophilie-Aktivist und Mitglied der Kinderschutzkommission des Vatikans kritisierte immer wieder den Papst und die katholische Kirche, auch derzeit wettert der Brite wieder gegen das Oberhaupt im Vatikan, wirft ihm weitgehende Untätigkeit beim Kampf gegen die Pädophilie vor.

"Der Papst könnte so viel mehr tun - und er tut fast nichts", sagte Saunders der Nachrichtenagentur AFP. Saunders ist selbst ein Missbrauchsopfer.

Der Vatikan erklärte am Montag, Saunders sei aufgefordert worden, aus der Kinderschutzkommission auszutreten. Saunders sagte dazu, lediglich der Papst könne ihn dazu zwingen, die Kommission zu verlassen. Er habe sein Amt nicht niedergelegt.

Wenn die Kirche in moralischen Fragen eine Meinungsführerschaft beanspruche, müsse sie das auch im Bereich des Kindesmissbrauchs tun, sagte Saunders. Andernfalls würde sie "zu Recht in jedem Bereich als moralisch bankrott gelten".

"Recht auf freie Rede"

Er habe immer das "Recht auf freie Rede" für sich in Anspruch genommen, sagte Saunders zu AFP. Dies sei aber "mit der Funktionsweise der Kirche und der Kommission nicht kompatibel". Hier liege der Schlüssel dazu, warum "Missbrauch in der Kirche noch immer so verbreitet" sei. Er aber wolle bei einem "so wichtigen Thema wie dem Schutz von Kindern nicht zum Schweigen gebracht werden".

Missbrauch in der Kirche sei keine "historische" Angelegenheit, sagte Saunders. Vielmehr müsse "jetzt" eingeschritten werden. In der Kinderschutzkommission werde "einige sehr wertvolle Arbeit" geleistet. Aber dort werde "nicht verhindert, dass Kinder jetzt vergewaltigt werden". Wenn jemand von so etwas erfahre, müsse er "handeln".

(APA / tan) Erstellt am
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