Ein Kater kandidiert als Bürgermeister

Wahlkampf: Kater Morris will in der mexikanischen Stadt Xalapa Stadtchef werden.

So wie einst Barack Obama: Kater Morris will ins Rathaus einziehen. Dabei ist der schwarz-weiße Vierbeiner eher von der faulen Sorte. Seine Lieblingsbeschäftigung ist, richtig, schlafen. Die Merchandising-Maschinerie ist bereits voll angelaufen. Natürlich kann man sich auch schon per T-Shirt für den "Candigato" seiner Wahl deklarieren. Schafft es Morris tatsächlich auf den Bürgermeistersessel? Morris geht jedenfalls unbeirrbar seinen eigenen Weg. Miau. Doch Morris ist noch lange nicht der einzige tierische Kandidat. Der Esel "Chon" etwa tritt in der Grenzstadt Ciudad Juarez an. Tina, das Huhn, stellt sich in Tepic der Wahl. Der Hund Tintan versucht in Oaxaca sein Glück, während Maya, ebenfalls eine Katze, in Puebla um Amt und Würden rittert.

Katzen! Was schon als Internet-Erfolgsformel schlechthin funktioniert, kann im "echten Leben" vermutlich auch nicht falsch sein. So oder so ähnlich dachte wohl auch der Besitzer von Kater Morris, Sergio Chamorro, in der mexikanischen Stadt Xalapa. Er geht jedoch noch einen Schritt weiter.

Als "Candigato", also als Kandikater (oder Katzidat oder Katzen-Kandidat), soll Chamorros Vierbeiner die örtliche Politik aufmischen und wird als Kandidat bei der anstehenden Bürgermeisterwahl ins Rennen geschickt.

Beste Qualifikationen

"Er schläft fast den ganzen Tag und tut nichts, und somit ist er perfekt geeignet, Politiker zu werden", beschrieb Chamorro Morris' Qualifikation für den angestrebten Posten.

Natürlich ist der 10 Monate alte Carnivore kein zugelassener Kandidat, doch ruft er seine Anhänger dazu auf, beim Urnengang am 7. Juli "Morris" auf den Stimmzettel zu schreiben und diesen mit einem aufgemalten Katzengesicht zu verschönern.

Katzen-Hype

Fast 120.000 Fans hat Morris bereits auf Facebook um sich geschart, täglich werden es mehr. Da erklärt sich fast von selbst, dass ein so beliebter Kandidat auch ein eigenes Team an Wahlkampfhelfern besitzt, die sich um seine Twitter-Aktivitäten kümmern, Fanartikel an den Mann bringen oder die Welt mit neuen Videobotschaften versorgen.

"Keine Lust mehr, Ratten zu wählen? Wählen Sie eine Katze", so der knackige Wahlkampfslogan, der vielen Mexikanern aus der Seele spricht. Die zuständige Wahlaufsicht in Veracruz geriet bereits ins Schwitzen und mahnte die Bürger Xalapas: "Bitte wählen Sie die registrierten Kandidaten."

(KURIER / lm) Erstellt am
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