Eisberg "B09B" führt zu massivem Pinguin-Sterben

File photo of an Adelie penguin at Cape Denison
Foto: REUTERS/STAFF Einer Kolonie Adelie Pinguine droht die Ausrottung.

Ohne Zugang zum Meer starben 150.000 Tiere in nur fünf Jahren.

Australische Forscher schlagen Alarm: Eine einst 160.000 Tiere zählende Kolonie von Adelie Pinguinen hat sich in den letzten fünf Jahren um 150.000 Tiere verringert. Mitverantwortlich ist wohl der Klimawandel, wie die Wissenschaftler in einem Bericht im Fachmagazin Antarctic Science schreiben. Die Kolonie an der Commonwealth Bucht konnte sich in den letzten 100 Jahren stark vermehren. Der Grund waren der direkte Zugang zum Meer und somit auch zu Futter. Doch vor sechs Jahren änderte sich das.

Commonwealth-Bay.gif Foto: Google Maps Screenshot

Ein Eisberg dockte an die Bucht

2010 dockte ein massiver auf dem Meer treibender Eisberg – mit dem Namen „B09B“ –  an die Bucht und schnitt die Pinguine vom direkten Zugang zum Wasser ab. Mit verheerenden Folgen: Denn nun müssen die Tiere einen sechzig Kilometer langen Marsch auf sich nehmen, um an Nahrung zu gelangen. Seit 2011 dezimierte sich die Kolonie auf rund 5500 brütende Paare.

Die Forscher des "Climate Change Research Centre" der australischen New South Wales Universität warnen davor, dass die Kolonie innerhalb der nächsten 20 Jahre aussterben könnten. Es sei denn, der massive Eisberg löst sich wieder von der Küste.

Den wissenschaftlichen Artikel können Sie hier nachlesen.

Die meisten Menschen kennen Pinguine nur aus dem Film - oder aus dem Zoo. Aber wo leben sie wirklich? Pinguine leben in der Antarktis, in Südamerika, Australien, Neuseeland, Südafrika und auf den Galapagosinseln. Es gibt insgesamt 18 Arten. Das Aussehen des Felsenpinguins amüsiert Menschen besonders: Er zählt zu den kleinsten Arten der so genannten "Schopfpinguinen". Der Ursprung der Pinguine liegt etwa 65 Mio. Jahre zurück - alles begann in Neuseeland. Das Klima war dort noch subtropisch. Der Name kommt von "pen gwyn" - heißt: Weißer Kopf. Aber auch vom Wort "penguis" - was so viel heißt wie Fett (lateinisch). Pinguinfett war bei Seefahrern einst beliebt. Pinguine sind zwar Vögel, können aber nicht fliegen. Sie haben diese Fähigkeit vor Millionen Jahren verloren. Sie sind flinke Schwimmer. Mit ihrem torpedoförmigen Körper erreichen sie Geschwindigkeiten von rund 25 Stundenkilometer. Das ist fast wie Fliegen - aber eben im Wasser.  Die Flügel der Pinguine sind eigentlich Flossen. Damit bewegen sich die Tiere blitzschnell fort - das hilft bei der Jagd nach Fischen. Tatsächlich haben Pinguine Federn - diese sind nur sehr kurz und dicht. So dicht, dass sie wasserabweisend wirken. Die Größe der verschiedenen Arten ist sehr unterschiedlich: Manche sind nur knapp einen halben Meter hoch, andere erreichen mehr als einen Meter. Pinguine haben schwere Knochen. Damit haben sie einen geringeren Auftrieb im Wasser. Kaiserpinguine können in Tiefen bis zu 500 Meter auf Beutefang gehen. Pinguinjunge kommen mit einem dichten Dunenkleid zur Welt. Auch Pinguine legen - wie andere Vögel - Eier. In großen Kolonien und Gruppen werden diese bebrütet. Pinguine halten extreme Kälte aus - bis minus 70 Grad Celsius. Körperwärme dringt kaum nach außen, der Schnee bleibt auf dem Gefieder liegen und schmilzt nicht. Die dicke Fettschicht schützt. Das Gefieder wird mit einem Mix aus Öl und Wachs aus der Bürzeldrüse "abgedichtet". Um zu brüten, wandern Kaiserpinguine weit ins Landinnere. Dafür verlassen sie Ende März den Meeresbereich und wandern in Gruppen wochenlang ins Innere der Antarktis. Insgesamt sind 39 Brutkolonien bekannt. Der Weg ist lang, oft rutschen die Tiere mit dem Bauch übers Eis. Häufige Frage übrigens: Warum fressen Eisbären keine Pinguine? Tja, warum wohl? Ganz einfach: Eisbären leben am Nordpol, Pinguine am Südpol. Angela Merkel meets Pinguin - aber nur im Zoo.
(kurier / cs) Erstellt am
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