Fünfjährige fand keinen Platz im Rettungsboot

EPAepa03062218 Waves crash against the rocks as the Costa Concordia Cruise ship lists off the coast of the island of Giglio, Itlay, 16 January 2012. Rescue operations have been suspended and all personnel evacuated after the sunken Costa Concordia cruise
Foto: EPA Noch immer liegt das Wrack vor den Klippen der italienischen Insel.

Bericht: Ein kleines Mädchen hoffte vergeblich auf Hilfe. Kapitän Schettino wird weiter belastet.

Rund ein Jahr nach dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der Isola del Giglio enthüllt ein Bericht der italienischen Staatsanwaltschaft die Vorkommnisse an Bord. Die letzten Minuten sollen dramatisch gewese sein: Ein Musiker ertrank, weil er seinen Platz im Rettungsboot einem anderen Passagier anbot. Ein fünfjähriges Mädchen starb, weil niemand ihr und ihrem Vater half.

Die Staatsanwaltschaft arbeitet außerdem daran, einen Prozess gegen die Verantwortlichen des Unglücks vorzubereiten. Die Ermittler erheben schwere Vorwürfe gegen Mitglieder der Besatzung. Laut dem Nachrichtensender CNN schildert der Bericht das Schicksal mehrerer Passagiere. So haben die fünfjährige Dayana und ihr Vater beide keinen Platz in einem der Boote gefunden. Beim Versuch sich zu retten, stürzten in einen gefluteten Bereich des Schiffs und ertranken. Dayana soll das jüngste Opfer der Katastrophe sein. Insgesamt starben 32 Menschen.

Erwähnt wird im Bericht auch Giuseppe, der auf dem Schiff als Musiker gearbeitet hatte. Er saß bereits in einem der Rettungsboote, gab dann aber seinen Platz für jemand anderen auf. Er ertrank in den Stunden danach.

Ein weniger heldenhaftes Bild zeichnet der 60-seitige Bericht der Staatsanwaltschaft von anderen Mitgliedern der Crew. Auch Kapitän Francesco Schettino wird durch den Report weiter belastet.

Costa Concordia: Erste Bilder der Bergung

In der Nacht von 16. auf 17. September 2013 konnte das havarierte Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor der Insel Giglio aufgerichtet werden. Die Aktion hat 19 Stunden gedauert.  "Es hätte nicht besser laufen können", freute sich  der Projektverantwortliche des Schiffseigners Costa, Franco Porcellacchia. Nach der Aufrichtung haben die Techniker begonnen, die Lage des Wracks zu überprüfen. Die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" gestaltete sich aber insgesamt schwieriger als erwartet. Im Juni 2013 hatte man mit den Bergungsarbeiten begonnen. Das Unternehmen Titan, das mit dem Abtransport beauftragt ist, hat eine Plattform bei der Unglücksstelle platziert. Der Umweltschutzverband Legambiente erklärte sich wegen der Verzögerung der Bergung besorgt. "Dadurch wachsen die Gefahren für die Gewässer erheblich", sagte Legambiente-Sprecher Angelo Gentili. Bei der Havarie des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffes am 13. Jänner 2012 kamen 30 Menschen ums Leben. Geht alles gut, könnte im Frühjahr 2014 das Halbtaucherschiff "Dockwise Vanguard" die Costa Concordia von Giglio wegbringen.

(KURIER / la) Erstellt am
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