"Zug rumpelt wie eine Waschmaschine"

Im Dezember nimmt die Westbahn zwischen Wien und Salzburg den Betrieb auf. Gelingt der Start soll die Westbahn auch weitere Destinationen ansteuern.
Foto: WESTbahn Gmbh Die Privatbahn wackelt: Angeblich müssen die neuen Schienen erst eingefahren werden, heißt es.

Neue Probleme mit einer mehr als kuriosen Ursache.

„Wieso rumpelt der Zug plötzlich wie eine Waschmaschine im Schleudergang im Tunnel nach dem Tullnerfeld?“, fragt sich ein Fahrgast. „Ich war da heute kurz vor der Panikattacke. Vollgas im Tunnel, und plötzlich ist da Rummelplatz. Ich liebe euch wirklich, aber die Türen, die es nach außen zieht, die Druckgeschichte, die 160 km/h und jetzt das. Ich mache mir langsam echt Sorgen.“

Die privaten Westbahn-Betreiber kommen aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem die vom KURIER aufgedeckten Probleme mit den Türen und dem Druck im Waggon in den Tunnels langsam in den Griff bekommen werden, machen rumpelnde Garnituren auf der Neubaustrecke Probleme. Die Antwort der Westbahn auf deren Facebookseite sorgt für Schmunzeln in Fachkreisen, da sie haarsträubend klingt: „Das Rumpeln im Tunnel muss bald verschwinden. Der Grund ist das Schienenprofil und die im Tunnel einbetonierten Schienen. Das ist noch nicht eingefahren. Sobald sich in einigen Wochen Rad und Schiene aneinander angepasst haben, wird der Lauf ruhig. Bis dahin nimm einen Wagen weiter hinten, da ist es ruhiger.“

Der KURIER fand keinen Experten, der so etwas bestätigen könnte, die Westbahn bleibt dabei: „Das ist zwar laienhaft ausgedrückt, aber das stimmt“, sagt Sprecher Manfred Mader.

WESTbahn: Qualmende ÖBB-Konkurrenz

Seit dem 11. Dezember 2011 hat die ÖBB auf der Westbahnstrecke Konkurrenz auf den eigenen Schienen. Die WESTbahn GmbH bietet im Ein- bis Zwei-Stunden-Takt Züge von Wien nach Freilassing und wieder retour an. Die Fahrdauer ist mit 3 Stunden und 11 Minuten bemessen. Außerdem operiert die WESTbahn zwischen Salzburg und der bayrischen Stadt Rosenheim. Die knapp 200 Mitarbeiter kümmern sich täglich um bis zu 12.500 Passagiere. War in den Zügen von Anfang an das Rauchen erlaubt, so musste man den blauen Dunst Mitte Jänner 2012 aufgrund zahlreicher Klagen vorerst einstellen. Im September des Vorjahres wurde Rauchen nach einem Urteil des Verwaltungssenats aber wieder gestattet werden. Eine Tageszeitung sowie ein Heiß- (Kakao, Kaffee, Tee) oder Kaltgetränk (Mineralwasser still, oder prickelnd) sind bereits im Fahrpreis inkludiert. In den sogenannten Endwagen sind die Sitze an Vierertischen angeordnet. In den Wagen dazwischen sitzt man hintereinander. Insgesamt stellen die WESTbahn-Züge 501 Sitzplätze zur Verfügung. Daneben fungiert die WESTBAHN auch als Car-Sharing-Partner. Außerdem betreibt man den WESTbus der zwischen Wien und 13 Destinationen im In- und Ausland verkehrt.

(kurier) Erstellt am
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